Examensarbeit, 2009
80 Seiten, Note: 3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
A Das „Dritte Reich“ als Thema von Erzählungen: Inhaltliche Schwerpunkte und altersspezifische Möglichkeiten der Umsetzung im Deutschunterricht
I Grundformen literarischer Verarbeitung und literaturdidaktische Kriterien für die Thematisierung von Nationalsozialismus und Widerstand
II Die Relevanz des Themas für heutige Jugendliche am Beispiel von Morton Rhues Roman „Die Welle“ und der aktuellen Verfilmung
III Ödön von Horváths Roman „Jugend ohne Gott“: Eine geeignete Lektüre für die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums
IV Die Grundlagen im Lehrplan der 10. Jahrgangsstufe: Literatur des 20. Jahrhunderts und thematische Literaturbetrachtung
1. Neunstufiges Gymnasium (G9)
2. Ausblick auf das achtstufige Gymnasium (G8)
V Die Lerngruppe: Meine Klasse 10 d
VI Exkurs: Das Projekt „Vergessener Widerstand in Markt Schwaben und Umgebung“
B Unterrichtssequenz: Jugend im „Dritten Reich“ als Thema in Horváths Roman „Jugend ohne Gott“
I Textanalyse und Grundlinien der Deutung unter Einbeziehung geschichtlicher und biographischer Hintergründe
1. Die lebensweltliche Realität der Jugendlichen von 1933 bis 1945
a) Schwerpunkte schulischer Erziehung im „Dritten Reich“
b) Die nationalsozialistischen Jugendverbände: Hitler-Jugend und Bund deutscher Mädel
2. Murnau: Ort der Anregung und des Konflikts für den Autor
3. Der Roman „Jugend ohne Gott“
a) Aufbau der Handlung
b) Möglichkeiten der Deutung
II Didaktische Überlegungen
1. Leitfragen für die thematische Literaturbetrachtung
2. Lernziele der Sequenz im Hinblick auf das charakterisierende Schreiben
III Unterrichtseinheit: Literarische Charakteristik zu Ödön von Horváths Roman „Jugend ohne Gott“
1. Literarische Charaktere verstehen lernen: Möglichkeiten für Vorstellungsbildung und kulturelle Differenzerfahrungen im thematisch orientierten Literaturunterricht
2. Darstellung der Unterrichtseinheit und verwendeter didaktischer Materialien
C Reflexion und Ausblick
1. Horváths Roman im Deutschunterricht der Oberstufe
2. Michael Knofs Fernsehfilm „Jugend ohne Gott“ (1991) im Vergleich mit seiner literarischen Vorlage
3. Regionaldidaktik und entdeckendes Lernen: Vorschlag für eine Ortsrallye mit anschließendem Museumsbesuch in Murnau am Staffelsee
Die Arbeit analysiert die Durchführung einer Unterrichtssequenz zum Roman „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth in einer 10. Gymnasialklasse. Das Hauptziel ist die Untersuchung, wie durch thematische Literaturbetrachtung das Verständnis für die geschichtliche Lebenssituation Jugendlicher im Nationalsozialismus gefördert werden kann, wobei der Fokus auf dem Überbrücken der Differenz zwischen heutigen Schülern und der damaligen Zeit sowie der methodischen Einübung des charakterisierenden Schreibens liegt.
Die lebensweltliche Realität der Jugendlichen von 1933 bis 1945
Hier interessieren in erster Linie die für die Phase der Adoleszenz wichtigsten Sozialisationsbereiche, die Schule und die Gruppe der Gleichaltrigen.
a) Schwerpunkte schulischer Erziehung im „Dritten Reich“
Wie der zeitgenössische nationalsozialistische Leitsatz „Du bist nichts. Dein Volk ist alles“ deutlich zeigt, musste die anzustrebende Mündigkeit der Schüler dem Wohlergehen des Volkes als oberstem Prinzip geopfert werden, so dass wie im sonstigen öffentlichen Leben auch in der Schule die Indoktrination als Hauptziel eingesetzt wurde. In letzter Konsequenz wurde die Schule damit zum Instrument politischer Bestrebungen Adolf Hitlers mit einigen bedeutenden Akzentsetzungen bei der Erziehung: Vorbereitung der Jungen auf den Einsatz im Eroberungskrieg, Vorbereitung der Mädchen auf ihre spätere Mutterrolle, politische Instrumentalisierung der Unterrichtsinhalte, z.B. im Fach Biologie mit einer wissenschaftlich absurden Rassenlehre, im Fach Geschichte mit stark nationalistisch kriegerischen Tendenzen oder in Erdkunde mit der bekannten „Blut-und-Boden Romantik“.
Grundsätzlich ging mit der Abwertung eines auf Wissenschaft und Rationalität basierenden Unterrichts das neue Prinzip einer Jugenderziehung durch Lagerleben, Geländespiele sowie emotional ansprechende Gemeinschaftserlebnisse einher.
A Das „Dritte Reich“ als Thema von Erzählungen: Inhaltliche Schwerpunkte und altersspezifische Möglichkeiten der Umsetzung im Deutschunterricht: Erläutert die didaktischen Ansätze zur Behandlung der Zeit des Nationalsozialismus im Literaturunterricht und stellt erste Lektürebeispiele sowie den Lehrplanbezug vor.
B Unterrichtssequenz: Jugend im „Dritten Reich“ als Thema in Horváths Roman „Jugend ohne Gott“: Beschreibt die Konzeption der Unterrichtseinheit, die biographischen Hintergründe des Autors und die methodische Aufarbeitung des Romans im Klassenverband.
C Reflexion und Ausblick: Reflektiert die Lektüreerfahrungen der Schüler und gibt Empfehlungen zur weiterführenden Behandlung des Themas im Deutschunterricht der Oberstufe sowie zur Nutzung regionaler historischer Lernorte.
Ödön von Horváth, Jugend ohne Gott, Nationalsozialismus, Drittes Reich, Literarische Charakteristik, Literaturdidaktik, Widerstand, Anpassung, Adoleszenz, Geschichtsbewusstsein, Deutschunterricht, Literaturanalyse, Mediennutzung, Vorstellungsbildung.
Die Hausarbeit behandelt die didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Roman „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth in der 10. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit der Lebenswelt im Nationalsozialismus, das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand sowie die Charakterisierung literarischer Figuren.
Es soll untersucht werden, wie man heutigen Jugendlichen, deren eigene Erfahrungswelt sich stark von der NS-Zeit unterscheidet, durch thematische Literaturbetrachtung ein historisches Verständnis für diese Ära vermitteln kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus literaturdidaktischen Theorien (z.B. entdeckendes Lernen, Vorstellungsbildung) und der praktischen Dokumentation einer durchgeführten Unterrichtssequenz.
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Texterschließung (unter Berücksichtigung von Geschichte und Biographie) sowie die konkrete Darstellung der didaktischen Umsetzung inklusive verwendeter Materialien.
Dies ist ein methodischer Schwerpunkt: Die Schüler lernen, literarische Figuren im Kontext des Romans zu erfassen und ihre Entwicklung anhand der Romanhandlung analytisch und schreibtechnisch darzustellen.
Horváths Zeit in Murnau und seine Erfahrungen mit dem aufkommenden Nationalsozialismus bilden eine wesentliche Basis für die Interpretation des Romans, insbesondere für das Verständnis der Konflikte der Romanfiguren.
Der Film wird als ergänzendes Medium vorgeschlagen, um den Roman mit der literarischen Vorlage zu vergleichen und die spezifische Wirkung der Verfilmung unter dem Eindruck der deutschen Wiedervereinigung zu reflektieren.
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