Diplomarbeit, 2010
74 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Vorgehensweise
2. Begriffserläuterung
2.1. Quantitative und qualitative Merkmale von KMU
2.2. Definition Forderung im rechtlichen und wirtschaftlichen Sinne
2.3. Definition Forderungsmanagement
2.4. Definition Insolvenzverfahren
3. Interne Risikofaktoren für das Entstehen von Liquiditätskrisen
3.1. Fehlendes Forderungsmanagement
3.2. Mangelnde Liquidität
3.3. Mangelnde Eigenkapitalausstattung
3.4. Verspätete Managemententscheidungen
3.5. Fehlende Kommunikationswege im Unternehmen
3.5.1. Finanzcontrolling
3.5.2. Vertriebsmanagement
3.5.3. Marketing
4. Externe Risikofaktoren für das Entstehen von Liquiditätskrisen
4.1. Schlechte Zahlungsmoral der Kunden
4.2. Forderungsausfälle
4.3. Risiken bei Auslandsgeschäften
5. Folgen unzulänglichen Forderungsmanagements
5.1. Schlechtes Unternehmensrating – Basel II
5.2. Insolvenzverfahren
6. Unternehmensinternes Forderungsmanagement
6.1. Ermittlung der Liquiditätslage
6.2. Laufende Buchführung
6.3. Risikomindernde Vertragsgestaltung
6.4. Vereinbarung von Sicherheiten
6.4.1. Eigentumsvorbehalt
6.4.2. Bürgschaft, Sicherungszession, Bankgarantie
6.4.3. Abschlagszahlungen
6.5. Bonitätsprüfung
6.5.1. Interne Informationsquellen
6.5.2. Externe Informationsquellen
6.5.3. Risikobeurteilung
6.6. Zeitnahe Fakturierung
6.7. Mahnwesen
6.8. Gerichtliches Mahnverfahren
7. Unternehmensexternes Forderungsmanagement
7.1. Beauftragung eines Inkassodienstleisters
7.2. Warenkreditversicherung
7.3. Outsourcing des Forderungsmanagements
7.4. Factoring / Forderungsverkauf
8. Implementierung des Forderungsmanagementsystems in die Unternehmensstruktur
8.1. Kleinst- und Kleinunternehmen bis 20 Mitarbeiter
8.2. Kleinunternehmen bis 50 Mitarbeiter
8.3. Mittelgroße Unternehmen bis 250 Mitarbeiter
9. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Ursachen von Liquiditätsengpässen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und entwickelt Strategien zur Stabilisierung und Absicherung der Liquiditätslage durch ein gezieltes Forderungsmanagement. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie KMU durch die Implementierung eines strukturierten Forderungsmanagementsystems drohende Insolvenzverfahren abwenden können.
3.4. Verspätete Managemententscheidungen
Verspätete Managemententscheidungen führen teilweise so weit, dass selbst Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu spät gestellt werden. Dies ergab eine Umfrage der Euler Hermes Kreditversicherung im Jahre 2006. Die Chancen einer Unternehmenssanierung und Fortführung der Unternehmenstätigkeit sind aber gerade bei einer frühzeitigen Antragsstellung Erfolg versprechend. Die Gründe für eine verspätete Antragstellung wurden wie folgt angegeben:
Unternehmer haben die Hoffnung, dass die Liquiditätskrise von alleine vorbei geht,
Unternehmer haben Angst vor Bloßstellung in der Branche und im Bekanntenkreis,
Unternehmer schätzen die Situation zu lange als Krise und nicht als Insolvenzsituation ein,
Unternehmer haben kein Vertrauen in das Insolvenzverfahren,
Unternehmer haben keine Kenntnis über das Insolvenzverfahren.
Bei Eintritt einer Insolvenzsituation muss frühzeitig gehandelt werden. Zum einen soll ja die Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch eine Unternehmenssanierung angestrengt werden und zum anderen ist einer drohenden Insolvenzverschleppung entgegen zu wirken. In Deutschland stellt die Insolvenzverschleppung nämlich ein Straftatbestand gemäß § 15 a InsO dar. Juristische Personen haben ohne schuldhaftes Zögern, spätestens jedoch drei Wochen nach Eintritt einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, einen Insolvenzantrag zu stellen. Wird der Insolvenzantrag nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig gestellt, so kann dies mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Problematik der Durchgriffshaftung zu erläutern. Hierbei haftet der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH voll und unbeschränkt mit seinem gesamten Privatvermögen, sofern der Tatbestand einer Insolvenzverschleppung vorliegt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik der hohen Unternehmensinsolvenzzahlen in Deutschland und definiert das Ziel, durch Forderungsmanagement präventive Maßnahmen gegen Liquiditätskrisen zu identifizieren.
2. Begriffserläuterung: Dieses Kapitel definiert die Charakteristika von KMU sowie die zentralen Begrifflichkeiten Forderung, Forderungsmanagement und Insolvenzverfahren.
3. Interne Risikofaktoren für das Entstehen von Liquiditätskrisen: Hier werden unternehmensinterne Ursachen für Liquiditätskrisen analysiert, wie etwa fehlendes Forderungsmanagement, mangelnde Liquidität und Eigenkapitalausstattung sowie verspätete Managemententscheidungen.
4. Externe Risikofaktoren für das Entstehen von Liquiditätskrisen: Das Kapitel betrachtet externe Gefahren, insbesondere die schlechte Zahlungsmoral der Kunden, Forderungsausfälle und spezielle Risiken bei Auslandsgeschäften.
5. Folgen unzulänglichen Forderungsmanagements: Es wird erläutert, wie ein fehlendes Forderungsmanagement das Unternehmensrating unter Basel II negativ beeinflusst und letztlich in die Insolvenz führen kann.
6. Unternehmensinternes Forderungsmanagement: Dieses Kapitel beschreibt konkrete interne Maßnahmen zur Forderungssicherung, von der Liquiditätsermittlung und Buchführung über Vertragsgestaltung und Sicherheiten bis hin zum Mahnwesen.
7. Unternehmensexternes Forderungsmanagement: Hier werden externe Lösungen zur Liquiditätssicherung vorgestellt, wie die Beauftragung von Inkassodienstleistern, Warenkreditversicherungen, Outsourcing und Factoring.
8. Implementierung des Forderungsmanagementsystems in die Unternehmensstruktur: Dieses Kapitel bietet praktische Ansätze für die Einbindung von Forderungsmanagementsystemen in die Ablauforganisation je nach Mitarbeiterzahl und Unternehmensgröße.
9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein wirksames Forderungsmanagement individuell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten sein muss und einen entscheidenden Schutz gegen drohende Insolvenzen darstellt.
Forderungsmanagement, Liquiditätskrise, KMU, Insolvenzverfahren, Forderungsausfall, Basel II, Factoring, Inkasso, Liquiditätssicherung, Vertragsgestaltung, Warenkreditversicherung, Unternehmensrating, Zahlungsverzug, Mahnwesen, Eigenkapitalausstattung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines Forderungsmanagements für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), um drohende Insolvenzverfahren durch eine proaktive Liquiditätssicherung abzuwenden.
Zu den Schwerpunkten gehören die Analyse interner und externer Risikofaktoren, die rechtlichen Grundlagen von Forderungen und Insolvenzen sowie die praktische Implementierung von Präventivmaßnahmen.
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisorientierten Maßnahmenkatalogs, der KMU dabei unterstützt, Forderungsausfälle zu minimieren, Liquiditätslücken zu schließen und die eigene Bonität zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung von Branchenstudien, kombiniert mit der Erstellung eines praxisnahen Forderungsmanagementkonzepts für verschiedene Unternehmensgrößen.
Der Hauptteil erstreckt sich von der Ursachenforschung (interne/externe Risiken) über die detaillierte Darstellung unternehmensinterner und -externer Managementinstrumente bis hin zur strukturellen Implementierung in KMU.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Forderungsmanagement, Liquiditätskrise, KMU-spezifische Unternehmenssteuerung und Insolvenzprävention einordnen.
Eine geringe Eigenkapitalquote macht KMU anfälliger für Forderungsausfälle, da Liquiditätslücken nicht durch eigene Mittel gedeckt werden können und Fremdfinanzierungen aufgrund der Basel II-Kriterien bei schlechtem Rating schwerer zu erhalten sind.
Während ein Inkassounternehmen auf die außergerichtliche und gerichtliche Forderungsbeitreibung spezialisiert ist und oft erfolgsabhängige Modelle anbietet, ist ein Rechtsanwalt bei strittigen Forderungen und für Klageverfahren vor Gericht zwingend erforderlich, unterliegt jedoch den Gebühren des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG).
Factoring ermöglicht durch den sofortigen Ankauf von Forderungen eine unmittelbare Liquiditätszufuhr und entlastet das Unternehmen zudem vom Delkredererisiko sowie von den administrativen Aufwänden der Debitorenbuchhaltung.
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