Magisterarbeit, 2009
86 Seiten, Note: 3,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Der organisatorische Aufbau des Sports vor der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933
2.1 Die `völkische Ursprünge des Sports in Deutschland
2.2 Die Entwicklung des Fußballs zum Massenphänomen
2.3 Die politische Konsolidierung
2.4 Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRA)
2.5 Die Sturm-Abteilung (SA) der `Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands´ (NSDAP)
3. Die nationalsozialistische (Sport-)ideologie
3.1 Die Ursprünge der nationalsozialistischen (Sport-)ideologie
3.2 Die nationalsozialistische (Sport-)ideologie
3.3 Juden, `Nichtarier´ und politisch Andersdenkende in der nationalsozialistischen (Sport-)ideologie
4. Die nationalsozialistische Umgestaltung des Organisatorischen Aufbaus des Sports
4.1 Die `Gleichschaltung´
4.1.1 Definition
4.1.2 Die `Gleichschaltung´ der Länder
4.1.3 Die `Gleichschaltung´ der Sportverbände
4.1.4 Die `Gleichschaltung´ der (Sport-)presse
4.2 Der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL)
4.3 Das Reichssportamt
4.4 Die Umgestaltung des (Hoch-)schulports
4.4.1 Die Umgestaltung des Schulsports
4.4.2 Die Leibeserziehung im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB)
4.4.3 Die Indoktrination des Hochschulsports
5. Die Ideologisierung des Sports
5.1 Die `Arisierung´
5.1.1 Die `Arisierung´ der Gesellschaft
5.1.2 Die `Arisierung´ der Sportverbände und -vereine
5.2 Die Olympiade 1936
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die instrumentelle Nutzung des Sports durch das NS-Regime zwischen 1933 und 1939. Im Fokus steht die Frage, inwieweit sich Sportverbände und Vereine dem NS-Regime anpassten oder kooperierten, um ihre Existenz zu sichern und welche Rolle die Ideologie dabei spielte.
2.1 Die Ursprünge des Sports in Deutschland
Den Beginn des organisierten Sports in Deutschland setzt die Historiografie zumeist in die Zeit der napoleonischen Fremdherrschaft. Das Turnen entstand als Reaktion auf die als erniedrigend und demütigend empfundene französische Besatzung. Der `deutsche Sport´ war dann auch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vom Turnen geprägt. Es war ein deutsches Nationaleigentum.
Das fast flächendeckende Monopol in Sachen Leibesübungen besaß die 1868 gegründete Organisation Deutsche Turnerschaft (DT). Die DT war der Nachfolgeverband des bereits 1848 auf dem Hanauer Turntag gegründeten Deutschen Turnerbundes. In der DT waren 1900 circa 650 000 Turner in 6 500 Vereinen organisiert. Das Turnen besaß somit eine lange Tradition und dadurch einen hohen gesellschaftlichen Zuspruch. Es galt als `kriegsvorbereitende Maßnahme´ und sollte die deutsche Jugend körperlich sowie weltanschaulich erziehen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sportentwicklung im NS-Staat und Darstellung des aktuellen Forschungsstandes.
2. Der organisatorische Aufbau des Sports vor der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933: Historischer Rückblick auf die Ursprünge des Sports, die Entwicklung des Fußballs zum Massenphänomen und die Rolle der SA.
3. Die nationalsozialistische (Sport-)ideologie: Analyse der völkischen Grundlagen und des rassistisch geprägten Menschenbildes innerhalb der NS-Ideologie.
4. Die nationalsozialistische Umgestaltung des organisatorischen Aufbaus: Detaillierte Untersuchung der Gleichschaltung von Verbänden, Presse und Bildungseinrichtungen.
5. Die Ideologisierung des Sports: Betrachtung der Ausgrenzung jüdischer Sportler sowie der propagandistischen Nutzung der Olympiade 1936.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage zur Instrumentalisierung des Sports durch das NS-Regime.
Nationalsozialismus, Sportgeschichte, Gleichschaltung, DFB, Deutsche Turnerschaft, Sportideologie, Arisierung, Olympiade 1936, Reichssportführer, Hans von Tschammer und Osten, Fußball, SA, Volkskörper, Propaganda, Instrumentalisierung.
Die Arbeit analysiert die Rolle des Sports im Nationalsozialismus und wie das NS-Regime den Sport als Instrument zur Durchdringung der Gesellschaft und Verbreitung seiner Ideologie nutzte.
Zentrale Themen sind der organisatorische Umbau des Sportsystems, die Gleichschaltung der Verbände, die rassenideologische Ausgrenzung sowie die propagandistische Verwertung von Sportereignissen.
Das Ziel ist es, das Verhalten der Sportverbände und Vereine gegenüber dem NS-Regime zu untersuchen und zu klären, inwieweit diese sich freiwillig anpassten oder zur Kooperation gedrängt wurden.
Es handelt sich um eine historische Ausarbeitung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Untersuchung von Quellen zur Sportgeschichte und Zeitgeschichte basiert.
Der Hauptteil behandelt den organisatorischen Wandel vor und nach 1933, die ideologische Indoktrination in Schule und Hochschule sowie die systematische Ausgrenzung jüdischer Mitglieder aus Sportvereinen.
Die wichtigsten Begriffe sind Gleichschaltung, Arisierung, NS-Ideologie, Sportverbände, Führungsprinzip und Instrumentalisierung.
Während das Turnen traditionell stärker völkisch geprägt war, wurde der Fußball zunächst als "unästhetisch" abgelehnt, später jedoch ebenso wie das Turnen als Instrument für die Erziehung zum "Soldaten" und für die Wehrhaftmachung der Bevölkerung umgeformt.
Dies geschah oft durch die Einführung des Führerprinzips, den Ausschluss jüdischer Mitglieder mittels Arierparagraphen und die Unterordnung der Vereine unter die Richtlinien des Reichssportführers.
Die Olympiade diente vorrangig der internationalen Täuschung über die wahren Ziele des NS-Regimes und der positiven Außendarstellung als "friedliches" Land, um Boykottbewegungen zu stoppen.
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