Magisterarbeit, 2010
126 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Neue Institutionenökonomik
2.1 Institution
2.2 Organisation
2.3 Transaktionskosten
2.4 Verfügungsrechte (Property Rights)
2.4.1 Absolute Verfügungsrechte
2.4.2 Relative Verfügungsrechte
2.5 Prinzipal-Agent-Theorie
2.5.1 Asymmetrische Information
2.5.2 Gestaltungsempfehlungen
2.5.3 Opportunismus
2.5.4 Unvollständige Verträge
3. Anwendung auf das System
3.1 Teamsportindustrie in Deutschland
3.2 Änderungen der Transferregelung
3.2.1 Rechtliche Situation vor „Bosman“
3.2.2 Das „Bosman-Urteil“
3.2.3 Rechtliche Situation nach „Bosman“
3.3 Auswirkungen des „Bosman-Urteils“
3.3.1 Auswirkungen auf die Verbände
3.3.2 Auswirkungen auf die Vereine
3.3.3 Auswirkungen auf die Spieler
3.3.4 Auswirkungen auf die Zuschauer
3.3.5 Auswirkungen auf den Nachwuchs
3.4 Aktuelle Erkenntnisse und Tendenzen
4. Methodik
4.1 Aufbau und Gestaltung des Befragungsinstruments
4.2 Beschreibung der Befragung
4.3 Methodenreflexion
5. Ergebnisdarstellung
5.1 Dokumentation der Ergebnisse
5.2 Auswertung der Ergebnisse
6. Zusammenfassung und Diskussion
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die institutionenökonomischen Auswirkungen, die der Wegfall der Transferregelung (insbesondere durch das Bosman-Urteil) für den Profifußball mit sich brachte. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Veränderungen der Rahmenbedingungen für die beteiligten Akteure und Institutionen und analysiert, wie diese auf die neue Marktsituation reagieren.
3.1 Teamsportindustrie in Deutschland
Fußballclubs in Deutschland sind in ein Produktionssystem eingewoben, das mit Unternehmen anderer Branchen schlecht vergleichbar ist. Im Fußball sind fast alle Produkte, die man vermarkten kann, sogenannte Teamprodukte. Jedes einzelne Spiel entspringt einer Gemeinschaftsproduktion von Clubs. Dies gilt ebenso für die Meisterschaft, die Geschichte der Meisterschaften und den Markenwert einer Liga. Wenn ein Fußballclub etwas produzieren möchte, ist er bereits schon zu Beginn von anderen abhängig. Diese Abhängigkeit gilt ebenfalls für die verschiedenen Ligen. Des Weiteren sind nach Franck (2000, S. 11) Meisterschaften natürliche Positionsrennen, die eine Abhängigkeit institutionalisieren, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Rüstungseskalation für die betreffenden Teilnehmer führen kann.
Aus institutionenökonomischer Sicht werden im professionellen Mannschaftssport zwei verschiedene Ebenen unterschieden. Einerseits beeinflussen laut Franck (1995, S. 9) unterschiedliche institutionelle Regelungen die Beziehungen zwischen den beteiligten Teams, andererseits wird das Verhältnis der innerhalb der Teams interagierenden Parteien durch sport- beziehungsweise ligaspezifische Regeln der Spielerbindung bestimmt. In beiden Fällen haben diese Regelungen die primäre Aufgabe den Spielbetrieb zu normieren, die sportliche Integrität der Spiele zu gewährleisten und den sportlichen Wettbewerb sicherzustellen.
Frick (2000, S. 45) dokumentiert weitere Belege für die Behauptung, dass Institutionen das Verhalten der Akteure steuern. Seiner Meinung nach findet betriebliche „Personalpolitik“ unter asymmetrisch verteilten Informationen statt. Aufgrund ihres Informationsdefizits handeln Spieler, Trainer und Vorstände „begrenzt rational“. Auch opportunistisches Verhalten wird von den Teilnehmern angewendet, indem zum Beispiel die vor oder nach Vertragsabschluss zur Verfügung stehenden privaten Informationen zu ihrem eigenen Vorteil ausgenutzt werden.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Kommerzialisierung des Fußballs und Vorstellung der institutionenökonomischen Fragestellung sowie der Auswirkungen des Bosman-Urteils.
2. Neue Institutionenökonomik: Theoretische Fundierung durch Erläuterung der Konzepte wie Transaktionskosten, Verfügungsrechte und Prinzipal-Agent-Beziehungen.
3. Anwendung auf das System: Analyse der Besonderheiten der Teamsportindustrie in Deutschland und detaillierte Untersuchung der Auswirkungen des Bosman-Urteils auf die verschiedenen Akteursgruppen.
4. Methodik: Beschreibung des empirischen Vorgehens anhand leitfadengestützter Interviews mit Experten aus dem Profifußball und Reflexion der gewählten Methode.
5. Ergebnisdarstellung: Dokumentation und Auswertung der geführten Experteninterviews unter Berücksichtigung der verschiedenen institutionellen Perspektiven.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Ergebnissen aus den Interviews und kritische Diskussion der Gesamtthematik.
7. Fazit und Ausblick: Abschließende Betrachtung der langfristigen ökonomischen Implikationen für den Fußball und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Transfersystem.
Bosman-Urteil, Institutionenökonomie, Profifußball, Transferregelung, Transaktionskosten, Verfügungsrechte, Prinzipal-Agent-Theorie, Nachwuchsförderung, Ligen-Monopole, Vermarktung, Sportökonomie, Experteninterviews, Arbeitsmarkt Fußball.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Analyse der institutionenökonomischen Auswirkungen, die durch den Wegfall der Transferregelung im professionellen Fußball, insbesondere ausgelöst durch das Bosman-Urteil, entstanden sind.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen auf die ökonomischen Rahmenbedingungen, die Machtverhältnisse zwischen Vereinen und Verbänden, die Veränderung der Spielermärkte sowie die Konsequenzen für die Nachwuchsförderung und die Zuschauerbindung.
Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Neuen Institutionenökonomik auf das System des professionellen Fußballs anzuwenden und durch eine empirische Expertenbefragung zu überprüfen, wie sich die institutionellen Akteure an die veränderten Bedingungen angepasst haben.
Der Autor führt eine empirische Studie in Form von leitfadengestützten Experteninterviews mit fünf verschiedenen Akteuren aus dem Bereich des Profifußballs durch, um qualitative Erkenntnisse zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Institutionenökonomik sowie deren konkrete Anwendung auf die Strukturen der deutschen Teamsportindustrie und die Auswirkungen des Bosman-Urteils auf alle relevanten Institutionen des Fußballs.
Zentrale Begriffe sind Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Verfügungsrechte, Prinzipal-Agent-Theorie, Bosman-Urteil, Nachwuchsförderung und das Verhältnis von Verbänden zu Vereinen.
Die Nachwuchsförderung wird als kritischer Erfolgsfaktor und Humankapitalinvestition betrachtet, deren Rahmenbedingungen durch das Urteil massiv unter Druck geraten sind, da Vereine zunehmend auf ausländische Fertigprofis setzen.
Die Experten beobachten einen Machtverlust der Verbände gegenüber den Vereinen, der durch die Professionalisierung der Vereine und die Gründung der DFL als Interessensvertretung weiter gefestigt wurde.
Das Webster-Urteil wird als eine mögliche weitere Verschärfung der Transferregeln wahrgenommen, die von einigen Experten skeptisch betrachtet wird, da sie die Position der Spieler weiter stärken könnte.
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