Bachelorarbeit, 2011
75 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Gesamtgesellschaftliche Ausgangslage
2 Wohnungslosigkeit und Wohnungslosenhilfe
2.1 Begrifflichkeiten und Fallzahlen von Wohnungslosigkeit
2.2 Wohnungslosenhilfe
2.3 Fazit
3 Männerforschung und Männerkonzepte
3.1 Entwicklung und Blickwinkel der Männerforschung
3.2 Soziologische und biographische Erklärungsansätze von Männlichkeit
3.2.1 Böhnisch: Männliche Sozialisation und Bewältigung
3.2.2 Bourdieu: Männlicher Habitus
3.2.3 Connell: Hegemoniale Männlichkeit
3.3 Fazit
4 Soziale Arbeit und Geschlecht
4.1 Männerbewusste Soziale Arbeit
4.2 Geschlechtssensible Beratung
5 Männer in Wohnungsnot
5.1 Deutungsmuster der Wohnungslosigkeit
5.2 Armut und Arbeitslosigkeit
5.3 Soziales Kapital
5.4 Gesundheit, Alkohol und Gewalt
5.5 Männer- und Frauenbilder
5.6 Konsequenzen für das Hilfesystem
5.7 Fazit
Schlussbetrachtung
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der geschlechtsblinden Praxis in der Wohnungslosenhilfe auseinander und zielt darauf ab, ein männlichkeitsbewusstes Pendant zu entwickeln, um männliche Adressaten in Wohnungsnot besser zu erreichen und professionell zu begleiten.
3.1 Entwicklung und Blickwinkel der Männerforschung
Die Geschlechterforschung untersucht die „gesellschaftlichen, insbesondere die ökonomischen, politischen, kulturellen, rechtlichen und sozialisatorischen Strukturen und Prozesse, durch die jeweilige Vorstellungen und Formierungen männlicher und weiblicher Subjektivität hervorgebracht und reproduziert werden.“ (Scherr 2002, 379) Obwohl inzwischen ein Diskurs männlicher Forschung entstand, war in den vergangenen zwanzig Jahren Geschlechterforschung jedoch in aller Regel Frauenforschung. Die Asymmetrie im Aufgreifen der Geschlechterfrage hat Gründe, die unmittelbar mit dem Gegenstand der Männerforschung zusammenhängen. „Aus der Position derjenigen, die zuerst einmal von einem patriarchalen System profitieren, das wichtige Mittel zur Ausgestaltung der Individualität wie Bildung und Beruf in erster Linie für Männer reserviert, kommt es diesen überhaupt nicht in den Sinn, die Geschlechterfrage zu problematisieren […].“ (Brandes 2002b, 15)
Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Männlichkeit waren früher defizitorientiert und zielten auf die Erhaltung maskuliner Diskurse. Kritische Männerforschung entstand im Kontext der feministischen Forschung und der unterschiedlich ausgerichteten Männerbewegung. Beeinflusst durch die feministische Kritik an Sexismus und männlicher Gewalt im Geschlechterverhältnis entstanden Männergruppen und -büros, die ihre Arbeit als antisexistisch und patriarchatskritisch verstanden. Diese Angebote erreichten jedoch vor allem männerbewegte Männer und nur in seltenen Fällen Männer, die dem konventionellen Stereotyp des Mannes entsprachen. (vgl. Walter 2001, 16 f) Die Frauenforschung hat Geschlecht für den Mann sichtbar gemacht. Es gibt viele Männlichkeiten, es ist keine singuläre Konstruktion. (vgl. Kimmel 2004, 337 ff) Auf wissenschaftlicher Ebene entstanden in Auseinandersetzung mit der feministischen Theoriebildung die ersten kritischen Männerstudien (men’s studies) in den Vereinigten Staaten Anfang der 1980er Jahre. Bezugspunkt ist vor allem die männliche Sozialisation. Der Grund der verzögerten Durchsetzung dieses Forschungsstranges in Deutschland kann auf die starke Konzentration auf die Anherren der Soziologie zurückgeführt werden, wonach Männlichkeit in sozialer Praxis grundgelegt ist.
1 Gesamtgesellschaftliche Ausgangslage: Analyse der Prekarisierung und der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, die insbesondere Männer in prekäre Lebenslagen führt.
2 Wohnungslosigkeit und Wohnungslosenhilfe: Definition von Wohnungsnot und Darstellung der aktuellen Angebotsstrukturen in der Wohnungslosenhilfe im Wandel zu aktivierenden Systemen.
3 Männerforschung und Männerkonzepte: Theoretische Auseinandersetzung mit Männlichkeitskonzepten durch die Theorien von Böhnisch, Bourdieu und Connell als Basis für das Verständnis männlicher Lebenslagen.
4 Soziale Arbeit und Geschlecht: Erörterung der Notwendigkeit geschlechtssensibler Beratung in der Sozialen Arbeit zur Überwindung stereotypisierter Rollenzuschreibungen.
5 Männer in Wohnungsnot: Empirische Analyse der Deutungsmuster, Lebenslagen und Hilfebedarfe wohnungsloser Männer hinsichtlich ihrer Sozialisation und Bewältigungsstrategien.
Wohnungslosenhilfe, Männlichkeit, Soziale Arbeit, Geschlechtsbewusste Beratung, Sozialisation, Lebenslagen, Wohnungslosigkeit, Habitus, Hegemoniale Männlichkeit, Individualisierung, Armut, Deutungsmuster, Sozialkapital, Prekarisierung, Geschlechterforschung
Die Arbeit untersucht die geschlechtsblinde Praxis in der Wohnungslosenhilfe und plädiert für eine männlichkeitsbewusste Herangehensweise bei der Unterstützung wohnungsloser Männer.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Männerforschung, die Analyse der Lebenslagen wohnungsloser Männer und die Weiterentwicklung des professionellen Hilfesystems unter Berücksichtigung von Geschlechteraspekten.
Ziel ist es, das Verständnis für männliche Bewältigungsstrategien in Krisensituationen zu schärfen und Handlungskonzepte für eine geschlechtersensible Beratungspraxis in der Wohnungslosenhilfe zu formulieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung qualitativer Studien zur Lebenslage wohnungsloser Männer basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Männlichkeitstheorien, eine kritische Betrachtung der Sozialen Arbeit unter Geschlechteraspekten sowie die spezifische Analyse der Situation wohnungsloser Männer.
Wohnungslosenhilfe, Männlichkeit, Soziale Arbeit, geschlechtsbewusste Beratung, Wohnungslosigkeit, Prekarisierung und Lebenslagen.
Da die Mehrheit der Betroffenen männlich ist, das Hilfesystem jedoch oft auf geschlechtsneutralen Annahmen basiert, werden spezifische Bedürfnisse und männliche Sozialisationsmuster bei der Hilfeplanung oft vernachlässigt.
Es dient dazu, Machtverhältnisse unter Männern und zwischen den Geschlechtern zu verstehen und zu erklären, warum sich wohnungslose Männer häufig mit gesellschaftlichen Normen wie Autonomie und Stärke konfrontiert sehen, die sie in ihrer Notlage nicht erfüllen können.
Durch Konzepte wie die 'Beratung zwischen Tür und Angel' oder niedrigschwellige Zugänge, die männliche Schwellenängste abbauen und an den vorhandenen Ressourcen sowie der Lebenswelt der Männer ansetzen.
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