Magisterarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Entstehung der preußischen Armee und historischer Kontext
2. Ausbildung und Exerzieren
2.1 Exerzieren und militärische Erziehung
2.2 Die Ausbildung in den Handgriffen
2.3 Strafe und Disziplinierung
3. Zeitgenössische Schilderungen
3.1 Ullrich Bräker
3.2 Preußische Soldatenbriefe
Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausbildung und Disziplinierung der preußischen Soldaten unter Friedrich II., um ein tieferes Verständnis für die Mechanismen zu gewinnen, die eine hochdisziplinierte Armee des 18. Jahrhunderts formten und aufrechterhielten.
2.2 Die Ausbildung in den Handgriffen
Die Vielfalt der einzelnen Bewegungen zu den Formationsbefehlen, wann wer zu welchem Kommando an welche Stelle tritt, gibt das Reglement selbst in unerreichter Detailgenauigkeit und großer Mannigfaltigkeit wieder. An dieser Stelle soll sich die Untersuchung daher auf die Handgriffe, den Kern jedes Exerzierens, beschränken. Insbesondere wird auf das Exerzieren eingegangen, welches die Griffe einübt, die zum Feuern notwendig sind. Neben dem Reglement bietet „Der wohl exercirte Preußische Soldat“ von Johann Conrad Müller den besten Überblick in seiner anschaulichen Schilderung der wichtigsten Grundbegriffe des Exerzierens nach preußischer Art. Müller diente selbst mehrere Jahre im preußischen Militär, zu dem er auf einer Reise als Kupferstecher geworben wurde. In seine Heimat Schaffhausen zurückgekehrt, gab er ein Exerziermanal nach preußischem Vorbild heraus. Von ihm selbst durch sehr detailreiche Kupferstiche und ausführliche Erklärungen geschildert, begann anhand dieses Buches der Aufbau einer Schaffhausener Garnisonstruppe. Seine Schilderungen verraten durch Praxis erworbene Erfahrung und einen eigenen Anteil an der Ausbildung, die für er sehr wahrscheinlich schon in der preußischen Armee zuständig war.
Ein prinzipieller Teil jeder Übung in den Handgriffen, obschon nicht denselben zugehörig, ist die ständige Achtung auf die Haltung der Soldaten. Allezeit war darauf Acht zu geben, „[...] daß die Kerls in Rotten und Gliedern gerade stehen [...], nämlich den Kopff, Leib und Füsse recht und ungezwungen halte, und den Bauch einziehe.“ In angetretener Formation hatten die Männer „auf die Säbelspitze geschlossen“ zu sein, also in so grader Linie wie möglich. Alle mussten ihren Platz innerhalb der Formation kennen, um sich bei Bedarf so schnell und selbstständig als möglich formieren zu können. Ausgerichtet wurde sich nach dem vorderen Mann und „nach rechten Hand“, wie es noch heute gebräuchlich ist. Das Gewehr war fest an den Leib gepresst auf eine exakt regulierte Weise zu tragen, wie bereits erwähnt.
Einleitung: Die Einleitung stellt die preußische Armee unter Friedrich II. als diszipliniertes Instrument dar und definiert das Ziel, die Ausbildungsmethoden und die Disziplinierung anhand des Reglements von 1743 zu analysieren.
1. Entstehung der preußischen Armee und historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung stehender Heere seit dem Dreißigjährigen Krieg und die spezifische Genese der preußischen Militärmacht unter den verschiedenen Regenten.
2. Ausbildung und Exerzieren: Das Hauptkapitel befasst sich mit der militärischen Erziehung, den detaillierten Handgriffen beim Exerzieren sowie dem umfassenden System von Strafe und Disziplinierung.
3. Zeitgenössische Schilderungen: In diesem Teil werden zeitgenössische Quellen wie die Berichte von Ullrich Bräker und diverse Soldatenbriefe analysiert, um die Theorie des Reglements mit der gelebten Praxis abzugleichen.
Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Ausbildung zwar hart war, aber das notwendige Instrument zur Aufrechterhaltung der für die preußische Armee charakteristischen Disziplin darstellte.
Preußische Armee, Friedrich II., Ausbildung, Exerzieren, Disziplinierung, Kriegsartikel, Reglement, Handgriffe, Infanterie, Ullrich Bräker, Soldatenleben, Militärgeschichte, Subordination, Drill, Soldatenbriefe.
Die Arbeit befasst sich mit der Ausbildung, dem Exerziersystem und den Disziplinierungsmaßnahmen der preußischen Armee unter Friedrich II. im 18. Jahrhundert.
Die zentralen Themen sind die militärische Reglementierung, die Ausbildung der Handgriffe beim Feuern, das preußische Strafrecht für Soldaten und die Disziplin als Grundlage der militärischen Effizienz.
Das Ziel ist es, die Ausbildungsmethoden und das Disziplinarsystem anhand zeitgenössischer Reglements und Schilderungen nachzuvollziehen und zu bewerten.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse historischer Primärquellen wie dem „Reglement vor die Königl. Preußische Infanterie“ sowie auf autobiographische Schilderungen und Soldatenbriefe.
Im Hauptteil werden die Methoden der militärischen Erziehung, die detaillierte Ausbildung der Handgriffe beim Exerzieren und das System der Kriegsartikel und Bestrafungen im Detail untersucht.
Schlüsselbegriffe sind preußische Armee, militärische Disziplin, Ausbildung, Drill, Reglement, Kriegsartikel und historische Zeitzeugnisse.
Ullrich Bräker liefert als zeitgenössischer Augenzeuge eine wertvolle, subjektive Perspektive auf den harten preußischen Militärdienst, die dazu dient, die offiziellen Vorgaben der Reglements kritisch zu hinterfragen.
Körperstrafen galten im damaligen Verständnis als legitimes und notwendiges Erziehungsmittel, um die für die Gefechtstaktik der Linie notwendige absolute Disziplin und Gehorsamkeit zu erzwingen.
Die Kriegsartikel mussten den Soldaten regelmäßig, insbesondere bei Rekrutierungen, in ihrer jeweiligen Sprache vorgelesen und erklärt werden, sodass sich niemand auf Unwissenheit berufen konnte.
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