Magisterarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
Begriffsreflexion
Diskurs, Akteure und Diskursanalyse
Subkultur, Szene und Diskursgemeinschaft
I. Diskursstruktur
1. Genre
2. Bandkonzept
3. Bandnamen
4. Werkbegriff
5. Songtexte
6. Symbole
7. Live
II. Diskurspraxis
1. Bands
1.1 Amon Amarth
1.2 Black Messiah
1.3 Enslaved
1.4 Falkenbach
1.5 Hel
1.6 Kampfar
1.7 Moonsorrow
1.8 Sólstafir
1.9 Taunusheim
1.10 Thrudvangar
1.11 Thyrfing
1.12 XIV Dark Centuries
2. Fans
2.1 Thor Wanzek
2.2 Monochrom
3. Fanzines
3.1 The Pagan Herald
3.2 Mørkeskye
4. Fachzeitschriften
4.1 Metal Hammer
4.2 Legacy
5. Kommerziell Interessierte
6. Politisch Interessierte
6.1 Paganfront
6.2 Bifff
7. Massenmedien
7.1 ARD Polylux
7.2 Berliner Zeitung
III. Synoptische Interpretation
1. Definition
2. Geschichte des Pagan Metal
3. Image und Identität
4. Themen und Motive
5. Pagan Metal und Politik
6. Pagan Metal und Religion
7. Pagan Metal und Neuheidentum
IV. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Genre Pagan Metal und dessen kulturelle Einbettung im skandinavischen und deutschen Raum unter Anwendung der kritischen Diskursanalyse, um ein Verständnis für die diskursive Konstitution dieses Musikgenres zu erlangen.
3. Image und Identität
Musik ist ein identitätsstiftendes Kommunikationsmittel par exellence. „Identity is not a thing but a process – an experiental process which is most vividly grasped as music. Music seems to be the key to identity because it offers, so intensely, a sense of both self and others, of the subjective in the collective.“ Die Frage ist also nicht, was Musik über die Menschen aussagt, die sie machen und konsumieren, sondern wie sie sie als genau die Leute herstellt, als die sie wahrgenommen werden, als ein Netz von Identitäten. „Musical materials provide terms and templates for elaborating self-identity – for identity's identification.“ Die diskursiven Identitäts-Vorgaben gelten für Musik, Musiker und Fan gleichermaßen: Wie in den meisten musikzentrierten Kulturwelten gilt auch im Pagan Metal Authentizität als wichtigstes Einschlusskriterium. Authentizität ist jedoch keine Qualität von Musik als solcher, sondern vom Narrativ der musikalischen Interaktion, in welchem sich die Hörer selbst verorten. Sie muss als Repräsentation gelingen, um sinnstiftend sein zu können. Je nach Kulturwelt wird die Authentizität auf unterschiedliche Weise verkörpert. Dabei ist die Glaubwürdigkeit der Selbstrepräsentation nicht ausschließlich an den Stil gebunden. Es können stilistische und nichtstilistische Kriterien unterschieden werden, z.B. Szeneengagement oder Bindungsintensität. Die innere Einstellung ist gemeinhin wichtiger als der äußere Stil. Nichts untergräbt die Authentizität mehr, als der Verdacht, eine „bloße“ Modeerscheinung zu sein, ein kurzlebiger flüchtiger Trend. Die implizit immer unterstellte Kommerzialität gilt als das Unauthentische schlechthin. Hier stößt der Diskurs an die Grenzen des Sagbaren. Eine Äußerung wie „wir spielen Pagan Metal, um damit Geld zu verdienen“ ist nicht denkbar und wäre gleichbedeutend mit der Ächtung der Band als Kunstschaffende.
Einleitung: Einführung in das Thema Pagan Metal, die wissenschaftliche Relevanz und der methodische Rahmen mittels kritischer Diskursanalyse.
Begriffsreflexion: Theoretische Auseinandersetzung mit den Grundbegriffen Diskurs, Akteur, Subkultur und Diskursgemeinschaft.
I. Diskursstruktur: Analyse der prägenden Strukturen des Genres wie Genredefinition, Bandkonzepte, Namen, Werkcharakter, Songtexte, Symbole und Live-Praxis.
II. Diskurspraxis: Empirische Untersuchung der Akteure, unterteilt in Bands, Fans, Fanzines, Fachzeitschriften, kommerzielle Akteure, politische Gruppen und Massenmedien.
III. Synoptische Interpretation: Zusammenführende Analyse zu Themen wie Definition, Geschichte, Image, Politik, Religion und Neuheidentum im Pagan Metal.
IV. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der wichtigsten Arbeitsergebnisse und Formulierung von Desideraten für die zukünftige Forschung.
Pagan Metal, Kritische Diskursanalyse, Musiksoziologie, Neuheidentum, Identitätskonstruktion, Subkultur, Skandinavien, Deutschland, Authentizität, Ideologie, Musikjournalismus, Nordische Mythologie, Rechtsradikalismus, Szene, Diskurs.
Die Arbeit analysiert das Musikgenre Pagan Metal und wie dieses durch diskursive Prozesse von Akteuren wie Bands, Fans und Medien geformt und interpretiert wird.
Zentrale Felder sind die Konstruktion von Identität, die Rolle von Politik und Ideologie, der Bezug zum Neuheidentum sowie die Bedeutung von Symbolik und Authentizität.
Ziel ist es, die Regeln und Inhalte des Pagan-Metal-Diskurses systematisch offenzulegen und zu verstehen, wie kulturelle Wirklichkeit in diesem Genre sprachlich und handelnd konstruiert wird.
Die Arbeit stützt sich auf einen sozialkonstruktivistischen Ansatz und verwendet die kritische Diskursanalyse (KDA) als Hauptmethode.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Diskursstrukturen und die detaillierte Analyse der Diskurspraxis verschiedener Akteure, von Musikern über Fanzines bis hin zu politischen Interessengruppen.
Die wichtigsten Begriffe sind Pagan Metal, Diskurs, Identität, Heidentum, Authentizität, Subkultur und Diskursgemeinschaft.
Die Arbeit zeigt, dass Massenmedien das Genre oft auf Klischees und politische Provokation reduzieren, während die Szene-Akteure den Fokus stärker auf spirituelle Authentizität, Naturverbundenheit und musikalisches Selbstverständnis legen.
Politik wird als hochrelevantes und umkämpftes Feld identifiziert, wobei der Autor verdeutlicht, dass die Abgrenzung von rechtsextremen Tendenzen innerhalb der Szene ein zentrales, diskursiv ständig verhandeltes Thema ist.
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