Examensarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Der Glücksbegriff: Sprachliche und philosophische Entwicklung
II.1 Sprachliche Entwicklung des Glücksbegriffs
II.2 Philosophische Entwicklung des Glücksbegriffs
II.3 Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.): Glück im diesseitigen Leben durch tugendhaftes Handeln
II.4 Thomas von Aquin (1225 – 1274): Vollkommenes Glück erst nach dem Tod
II.5 Jeremy Bentham (1748 – 1832), John Stuart Mill (1806 – 1873): Das größte Glück für die größte Zahl
II.6 Immanuel Kant (1724 – 1804): Glückswürdigkeit durch moralisches Handeln
III. Kurzbiografien der Autorinnen
III.1 Kurzbiografie von Almudena Grandes
III.2 Kurzbiografie von Lucía Etxebarría
IV. Almudena Grandes: Atlas de geografía humana
IV.1 Rosa
IV.2 Marisa
IV.3 Fran
IV.4 Ana
V. Almudena Grandes: Modelos de mujer
V.1 Los ojos rotos (1989)
V.2 Malena, una vida hervida (1990)
V.3 Bárbara contra la muerte (1991)
V.4 Amor de madre (1994)
V.5 El vocabulario de los balcones (1994)
V.6 Modelos de mujer (1995)
V.7 La buena hija (1995)
VI. Lucía Etxebarría: Amor, curiosidad, prozac y dudas
VI.1 Cristina
VI.2 Rosa
VI.3 Ana
VII. Lucía Etxebarría: Nosotras que no somos como las demás
VII.1 Raquel
VII.2 Elsa
VII.3 Asunción (Susi)
VII.4 María
VIII. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Glücksverständnis in ausgewählten Werken der zeitgenössischen spanischen Autorinnen Almudena Grandes und Lucía Etxebarría, um zu eruieren, inwiefern klassische philosophische Glückstheorien auf die Lebensrealität weiblicher Protagonistinnen um die Jahrtausendwende anwendbar sind.
IV.1 Rosa
Rosa ist vierunddreißig Jahre alt und die Koordinatorin des Atlasses. Sie verdient sich mit dolmetschen und übersetzen etwas dazu, obwohl sie das zum Teil sehr langweilt. Sie hatte recht erfolgreich ein Studium begonnen, doch schon im fünften Semester war klar, dass sie ihr Studium nicht zu Ende bringen würde.
Salía mucho de noche, tomaba muchas copas, ligaba con muchos chicos y tenía centenares de proyectos, iba a vivir en el extranjero, iba a estudiar arte dramático, iba a aprender a tocar el piano, iba a viajar a países exóticos, pero, de momento, me conformaba con ser la cantante de un grupo de nuevo pop español que no conseguía colocar una maqueta ni en la emisora más casposa de Alcobendas. (16)
Zu dieser Zeit lernte sie Ignacio, den großen Bruder des Bassisten ihrer Band, kennen. Sie verliebten sich ineinander und heirateten schließlich. Dass sie ihr Studium nicht beendet hatte und auf all ihre anderen Pläne verzichten musste, machte sie zu diesem Zeitpunkt aber nicht unglücklich, da ihr das Eheleben an sich sehr gut gefiel. Zudem war sie davon überzeugt, dass das Leben noch viel für sie bereithalte und sie gerade einmal mit dem Öffnen der Verpackung von „Mi Vida, una enorme caja de cartón envuelta en papel rojo, brillante, asegurado por docenas de cintas de colores que explotaban en sofisticados lazos y serpentinas“ (15) begonnen habe. Liest man die Beschreibung ihres aktuellen Lebens, so hat man den Eindruck eine zufriedene Frau vor sich zu haben.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, philosophische Theorien auf das Glücksverständnis in Werken von Grandes und Etxebarría anzuwenden.
II. Der Glücksbegriff: Sprachliche und philosophische Entwicklung: Dieses Kapitel erörtert die Entwicklung des Glücksbegriffs von der Antike über das Mittelalter bis zur Aufklärung.
III. Kurzbiografien der Autorinnen: Hier werden die Lebensläufe und literarischen Hintergründe von Almudena Grandes und Lucía Etxebarría kurz dargestellt.
IV. Almudena Grandes: Atlas de geografía humana: Analyse der Glückssuche von vier unterschiedlichen Frauen im Kontext ihrer beruflichen und privaten Herausforderungen.
V. Almudena Grandes: Modelos de mujer: Untersuchung der Lebenssituationen von Frauen in verschiedenen Kurzgeschichten des Erzählbandes.
VI. Lucía Etxebarría: Amor, curiosidad, prozac y dudas: Darstellung der Probleme und Abhängigkeiten dreier Schwestern, die versuchen, in ihrem Leben Klarheit zu finden.
VII. Lucía Etxebarría: Nosotras que no somos como las demás: Analyse der Lebensentwürfe und Identitätsprobleme von vier Protagonistinnen in diesem Roman.
VIII. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Glück kein statisches Rezept ist, sondern ein individueller Prozess, der Selbstbestimmung und Reflexion erfordert.
Glück, Glücksverständnis, Philosophie, Almudena Grandes, Lucía Etxebarría, Identität, Selbstbestimmung, Aristoteles, Utilitarismus, Immanuel Kant, Frauenliteratur, Spanien, Lebensentwurf, Moderne, Romananalyse.
Die Arbeit untersucht die philosophische Definition von Glück und vergleicht diese mit den Lebensentwürfen von Romanfiguren spanischer Autorinnen.
Die Themen umfassen antike und moderne Glückstheorien, die Rolle der Frau in der spanischen Gesellschaft um die Jahrtausendwende sowie die Suche nach Sinn und Identität.
Es wird analysiert, ob klassische philosophische Konzepte von Glück in der heutigen Zeit für den Einzelnen noch Relevanz besitzen oder Hilfestellung bieten können.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philosophische Glückstheorien als theoretisches Bezugssystem für die Interpretation der Romane nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Begriffsklärung sowie eine detaillierte Interpretation ausgewählter Romane von Grandes und Etxebarría.
Sie verknüpft abstrakte ethische Theorien mit sehr konkreten, psychologischen und sozialen Lebensumständen moderner Frauen in Spanien.
Grandes' Werke dienen dazu, anhand diverser weiblicher Charaktere zu zeigen, wie individuelle Glückssuche an gesellschaftlichen oder persönlichen Erwartungen scheitern oder wachsen kann.
Ihre Romane beleuchten oft eine düstere Seite der Glückssuche, geprägt durch Tablettenabhängigkeit und Identitätskrisen, und dienen als Kontrast oder Ergänzung zu den anderen Werken.
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