Masterarbeit, 2010
69 Seiten, Note: 3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Die Stellung der Negationsträger nicht und não – ein deutsch-portugiesischer Vergleich
1.1 Die Stellung der Negationspartikel nicht im Deutschen
1.1.1 DUDEN
1.1.2 Zifonun
1.1.3 Jacobs
1.1.4 Hentschel
1.1.5 Helbig
1.1.6 Zusammenfassung
1.2 Typologische Einordnung der Negation im Deutschen
1.3 Die Stellung des Negationsadverbs não im Portugiesischen
1.4 Vergleich der Stellungsmöglichkeiten und potentielle Schwierigkeiten
2 Die Rolle der Muttersprache beim Zweitspracherwerb
2.1 Der Einfluss der Muttersprache auf den Zweitspracherwerb
2.1.1 Die Kontrastivitätshypothese
2.1.2 Die Identitätshypothese
2.1.3 Transfer
2.2 Der Einfluss der Muttersprache auf den Negationserwerb
2.3 Zusammenfassung
3 Erwerb der Negation im Deutschen als L1 und L2
3.1 Der Erwerb der Negation im Deutschen als L1
3.2 Der Erwerb der Negation im Deutschen als L2
3.3 Vergleich des Spracherwerbs im Deutschen als L1 und L2 unter besonderer Berücksichtigung des Negationserwerbs
3.4 Die Bedeutung von externen Faktoren für den Spracherwerb
4 Gründe für potentielle Schwierigkeiten bei der Stellung von nicht für portugiesischsprachige Lerner des Deutschen
5 Der Negationserwerb innerhalb des gesteuerten Zweitsprachenerwerbs
5.1 Gesteuerter L2-Erwerb und Unterschiede zum natürlichen L2-Erwerb
5.2 Der Negationserwerb im gesteuerten L2-Erwerb
5.3 Kann Spracherwerb durch Unterricht gesteuert werden?
5.4 Vorschläge für die Praxis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Stellung der Negationspartikel "nicht" im Deutschen aus der Perspektive portugiesischsprachiger Deutschlerner. Ziel ist es, die Schwierigkeiten beim Erwerb dieses grammatikalischen Teilbereichs kontrastiv zu analysieren und Wege für einen effektiveren Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen.
1.1 Die Stellung der Negationspartikel nicht im Deutschen
Nach einem Blick in verschiedene Grammatiken und linguistische Abhandlungen über die Negation mag sich manch einer fragen, ob es überhaupt möglich ist, für die Stellung von nicht im Deutschen allgemeingültige Regeln zu formulieren. Denn erst einmal wirkt es so, als könne man die Negationspartikel beliebig an jede Stelle im Satz einfügen. Sollte man sich nicht lieber gleich Adamzik (1987; zitiert in Hentschel 1998: 107) anschließen, der nachzuweisen versuchte, dass es für die Stellung der Negationspartikel nicht im Deutschen keine allgemeingültige, obligatorische Regel gibt? Das wäre für den Muttersprachler, dem ja sein Sprachgefühl bei der korrekten Stellung automatisch hilft oder helfen sollte, wohl die einfachste Lösung bzw. Umgehung des Problems, aber einem Deutschlerner ist damit natürlich nicht weitergeholfen. Wie kann man also die doch sehr flexiblen Stellungsvarianten des deutschen nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen, d.h. in klaren, allgemeingültigen Regeln ausdrücken, soweit dies überhaupt möglich sein sollte?
Hinzu kommt eine weitere Schwierigkeit der Negation im Deutschen: die Unterscheidung zwischen Satz- und Sondernegation. Durch die Stellung von nicht im Satz kann man bestimmen, ob die Aussage des Satzes komplett negiert werden soll oder nur einzelne Teile davon, die dann jeweils durch andere ersetzt werden. In der traditionellen Grammatik heißt es, dass die Negation des Verbs automatisch Satznegation bedeutet (weshalb diese auch manchmal als Verbnegation bezeichnet wird) und eine Sondernegation durch die unmittelbare Stellung von nicht vor den zu negierenden Teil erreicht wird. Dass das so nicht hundertprozentig zutrifft und man auch durchaus nicht immer eindeutig zwischen diesen beiden Typen trennen kann, ist ein großes und vielbeschriebenes Thema in der Literatur zum Thema Negation (siehe dazu z.B. Haas 1996). Darauf soll hier aber nicht ausführlich eingegangen werden, denn ich möchte mich in dieser Arbeit trotz der eben genannten Schwierigkeiten soweit wie möglich auf die Stellung von nicht bei der Satznegation beschränken, wenn auch der Vollständigkeit halber die Sondernegation natürlich nicht ganz ausgeschlossen werden kann.
1 Die Stellung der Negationsträger nicht und não – ein deutsch-portugiesischer Vergleich: Das Kapitel bietet eine linguistische Analyse und einen kontrastiven Vergleich der Negationsmechanismen im Deutschen und Portugiesischen.
2 Die Rolle der Muttersprache beim Zweitspracherwerb: Hier werden zentrale Hypothesen zur Rolle der Erstsprache diskutiert, insbesondere im Hinblick auf Transfererscheinungen und Interferenz.
3 Erwerb der Negation im Deutschen als L1 und L2: Dieses Kapitel vergleicht den natürlichen Erwerbsprozess der Negation bei Kindern und Erwachsenen und untersucht die Bedeutung externer Faktoren.
4 Gründe für potentielle Schwierigkeiten bei der Stellung von nicht für portugiesischsprachige Lerner des Deutschen: Es werden die Ursachen für die typischen Probleme bei der Anwendung der Negationsregeln für die spezifische Lernergruppe diskutiert.
5 Der Negationserwerb innerhalb des gesteuerten Zweitsprachenerwerbs: Der Fokus liegt hier auf dem Einfluss von Unterrichtsmethoden, der Wirksamkeit gezielter Förderung und praktischen Ansätzen für den DaF-Unterricht.
Negation, nicht, Portugiesisch, Deutsch als Fremdsprache, Spracherwerb, Satznegation, Sondernegation, Transfer, Interferenz, Kontrastive Linguistik, Zweitspracherwerb, Sprachlehrforschung, Universalgrammatik, Lernersprache, Fremdsprachenunterricht
Die Arbeit untersucht die syntaktische Stellung der Negationspartikel "nicht" im Deutschen und die spezifischen Schwierigkeiten, die diese für portugiesischsprachige Deutschlerner mit sich bringt.
Die Schwerpunkte liegen auf dem kontrastiven Sprachvergleich, den Theorien zum Zweitspracherwerb, den natürlichen Erwerbssequenzen bei L1 und L2 sowie der Frage nach der Steuerbarkeit des Spracherwerbs durch Unterricht.
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Schwierigkeiten portugiesischer Lerner bei der Platzierung von "nicht" zu ergründen und aufzuzeigen, wie kontrastives Wissen und didaktische Strategien den Lernprozess unterstützen können.
Die Autorin nutzt eine kontrastive linguistische Analyse der beiden Sprachen sowie eine Auswertung einschlägiger Fachliteratur und empirischer Studien zum Spracherwerb.
Der Hauptteil analysiert die Stellungsvarianten von "nicht" vs. "não", diskutiert Hypothesen wie die Kontrastivitätshypothese und beleuchtet detailliert die Entwicklungsstufen des natürlichen Negationserwerbs.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Negation, DaF (Deutsch als Fremdsprache), Transfer, Interferenz, Zweitspracherwerb und kontrastive Grammatik charakterisieren.
Während Kinder die Negation meist unproblematisch im Rahmen einer natürlichen Sprachentwicklung erwerben, stoßen Erwachsene im L2-Erwerb auf strukturelle Barrieren, die oft zu anderen, lernersprachlich geprägten Strategien führen.
Die Komplexität ergibt sich aus der variablen Positionierung im Satz, die von Faktoren wie der Verbstellung, der Unterscheidung von Satz- und Sondernegation sowie semantischen Einheiten abhängt.
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