Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 1.7
1. Hastings, Azincourt und die Darstellung der Herrscher
2. Eine historische Einleitung
2.1 Der Herrscher im Mittelalter – Ausbildung und Lebensführung
2.2 Wilhelm der Eroberer
2.3 Heinrich V.
2.4 Kriegführung im Mittelalter
2.5 Hastings und Azincourt
3. Die Darstellung von Krieg, Gewalt und Ritterlichkeit im Mittelalter
4. Die Quellen und der zeitliche Unterschied
5. Die Darstellung der Herrscher in den Quellen
5.1 Wilhelm der Eroberer im „Carmen de Hastingae Proelio“ des Guy, Bischof von Amiens
5.2 Wilhlem der Eroberer in der „Gesta Guilhelmi“ des Wilhelm von Poitiers
5.3 Heinrich V. in der „Gesta Henrici Quinti“
5.4 Heinrich V. im „Agincourt Carol“
5.5 Hastings 1066 und Wilhelm der Eroberer auf dem Teppich von Bayeux
5.6 Azincourt 1415 und Heinrich V. in Bildern
6. Die Darstellung der Herrscher im Krieg- Gemeinsamkeiten und Unterschiede
6.1 Gemeinsamkeiten
6.2 Unterschiede
7. Der mittelalterliche Herrscher im Krieg – wie sah das Idealbild aus?
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Darstellung mittelalterlicher Herrscher in den Schlachten von Hastings (1066) und Azincourt (1415) anhand zeitgenössischer Quellen. Ziel ist es zu analysieren, welches militärische und ritterliche Idealbild des Königs transportiert werden sollte, wie dieses in Texten und Bildquellen legitimiert wurde und inwieweit Gemeinsamkeiten oder Unterschiede trotz des zeitlichen Abstands der Ereignisse bestehen.
5.1 Wilhelm der Eroberer im „Carmen de Hastingae Proelio“ des Guy, Bischof von Amiens
In diesem Lied zu ehren Wilhelms wird dieser gleich am Anfang bereits als König betitelt und begrüßt, als Wahrer der Gerechtigkeit, Friedensstifter, Verteidiger des Vaterlandes, Beschützer der Kirche: „Iusticie cultor, patrie pax, hostibus hostis, Tutor et ecclesie, rex benedicte, uale!“
Es wird gleich am Anfang deutlich, dass der ehemalige Herzog Wilhelm bereits König sei, und zwar einer, der alle wichtigen Tugenden eines solchen in sich vereine. Dadurch wird dem Leser gleich zu Anfang deutlich, dass die Invasion Englands erfolgreich war und das Land durch die Eroberung letztlich einen guten König erhalten habe. Dies werte ich als Hinweis darauf, dass das an dieser Stelle untersuchte Quelle auch zur Legitimation der Eroberung gedacht gewesen sein könnte.
Kurz darauf wird der Herzog mit Cäsar verglichen. Der Vergleich mit einem der größten Feldherren der Antike wird darauf abgezielt haben, Wilhelm als überragenden und mutigen Strategen darzustellen. Gleichzeitig wird damit, ganz in der Tradition des europäischen Adels, in die Nachfolge des antiken Helden gestellt. Dazu passend erwähnt der Autor, dass Wilhelm trotz der Gefahren durch die See und den Winter nicht davor zurückgeschreckt sei, die ihm von seinen Ahnen hinterlassene Aufgabe zu erfüllen. Da er das Recht und damit Gott auf seiner Seite gehabt habe, könnten ihn diese Hindernisse nicht aufhalten.
1. Hastings, Azincourt und die Darstellung der Herrscher: Einleitung in die Thematik der herrscherlichen Selbstdarstellung in Kriegskontexten unter Fokussierung auf die beiden Schlachten.
2. Eine historische Einleitung: Überblick über die Ausbildung von Herrschern und die militärischen Grundlagen sowie die Biografien von Wilhelm dem Eroberer und Heinrich V.
3. Die Darstellung von Krieg, Gewalt und den Werten des Rittertums im Mittelalter: Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen christlicher Ethik und der im Krieg als legitim angesehenen Gewaltanwendung.
4. Die Quellen und der zeitliche Unterschied: Vorstellung und Kontextualisierung der verwendeten Quellen sowie Überlegungen zu Autorenschaft und Entstehungszeit.
5. Die Darstellung der Herrscher in den Quellen: Detaillierte Analyse der jeweiligen Quellen hinsichtlich der Charakterisierung der Herrscher im Kampf.
6. Die Darstellung der Herrscher im Krieg- Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Synthese der Erkenntnisse durch Vergleich der identifizierten Motive und Abweichungen in den Quellen.
7. Der mittelalterliche Herrscher im Krieg – wie sah das Idealbild aus?: Zusammenführende Diskussion über das ritterliche Idealbild des Königs als Feldherr und frommer Christ.
Mittelalter, Hastings, Azincourt, Wilhelm der Eroberer, Heinrich V., Rittertum, Kriegsdarstellung, Quellenkritik, Teppich von Bayeux, Legitimierung, Herrscherbild, Gesta Guilhelmi, Carmen de Hastingae Proelio, Gesta Henrici Quinti, mittelalterliche Kriegführung.
Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Quellen die Herrscher Wilhelm den Eroberer und Heinrich V. im Kontext der Schlachten von Hastings und Azincourt darstellen und welche Ideale sie damit vermitteln.
Die Themenfelder umfassen die mittelalterliche Kriegführung, die Ausbildung und das Tugendsystem von Adligen sowie die rhetorische und bildliche Legitimierung königlicher Macht.
Das Ziel ist es, das militärische und ritterliche Idealbild des mittelalterlichen Herrschers zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit dieses Bild in den Quellen durch religiöse und moralische Aspekte legitimiert wurde.
Es wird eine quellenkritische Analyse historischer Texte und Bildzeugnisse durchgeführt, ergänzt durch einen komparativen Ansatz zwischen verschiedenen Quellen und Epochen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine Untersuchung des ritterlichen Wertekanons, eine detaillierte Auswertung der spezifischen Primärquellen und einen abschließenden Vergleich der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Rittertum, Quellenkritik, Legitimation, Schlachten von Hastings und Azincourt sowie die spezifischen Quellennamen wie die Gesta Henrici Quinti.
Die Religion diente als moralischer Kompass und vor allem als rechtfertigende Instanz. Die Siege wurden als Bestätigung Gottes für die Rechtmäßigkeit des Herrschers und seiner Unternehmungen interpretiert.
Die Quellen neigen zu starken Idealisierungen. Während der Herrscher als unfehlbarer und frommer Anführer dargestellt wird, dient die Übertreibung der gegnerischen Stärke oder der Grausamkeit der eigenen Feinde der Glorifizierung des eigenen Königs.
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