Doktorarbeit / Dissertation, 2006
227 Seiten
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 THEORIE
1.1 Triadische elterliche Kapazität und Kindesentwicklung
1.1.1 Das Triadische in der entwicklungspsychologischen Forschung
1.1.2 Konzepte und Untersuchungen von Bürgin & von Klitzing
1.1.3 Hinweise zur Generierung des TRI-Q-Sort
1.2 Das Triadeninterview (von Klitzing 1996)
1.2.1 Ergebnisse der Triadeninterview-Untersuchung
1.2.2 Hinweise zur Generierung des TRI-Q-Sort
1.3 Das Q-Sort-Verfahren und Theorie der Testentwicklung
1.3.1 Konstruktion eines Q-Sorts
1.3.1.1 Q-Sort Struktur
1.3.1.2 Q-Sort Referenzgrösse
1.3.1.3 Generieren eines Q-Sort Itemsamples
1.3.2 Gütekriterien eines Q-Sorts
1.3.2.1 Objektivität
Durchführung
Auswertung
Interpretation
1.3.2.2 Reliabilität
Stabilität
Aequivalenz
Homogenität
1.3.2.3 Validität
Inhaltsvalidität
Kriteriumsvalidität
Konstruktvalidität
1.3.2.4 Nebengütekriterien
1.3.3 Itemanalyse
1.3.3.1 Rohwerte
1.3.3.2 Itemschwierigkeit
1.3.3.3 Trennschärfe
1.3.3.4 Dimensionalität
1.3.4 Hinweise zur Generierung und Ueberprüfung des TRI-Q-Sort
2 METHODE
2.1 Zielsetzung
Test-Konstruktion und Ueberprüfung des TRI-Q-Sort
2.2 Fragestellungen
2.2.1 1. Fragestellung: TRI-Q-Sort Itemgenerierung und -erprobung
2.2.2 2. Fragestellung: TRI-Q-Sort Gütekriterien
2.2.3 3. Fragestellung: TRI-Q-Sort Itemanalyse
2.3 Stichproben
2.4 Versuchsplan
3 RESULTATE
3.1 Resultate zur 1. Fragestellung:
TRI-Q-Sort Item-Generierung und -Erprobung
3.1.1. TRI-Q-Sort – Item-Generierung (Vorstudien)
3.1.2. TRI-Q-Sort – Item-Erprobung (Pilotstudie)
3.2 Resultate zur 2. Fragestellung: Gütekriterien des TRI-Q-Sort
3.2.1 Resultate zur Objektivität des TRI-Q-Sort
3.2.1.1 Durchführung
3.2.1.2 Auswertung
Konzeptebene
Profilebene
Itemebene
3.2.1.3 Interpretation
Zusammenfassung
3.2.2 Resultate zur Reliabilität des TRI-Q-Sort
3.2.2.1 Retest
3.2.2.2 Paralleltest
3.2.2.3 Inter-Item-Konsistenz
Zusammenfassung
3.2.3 Resultate zur Validität des TRI-Q-Sort
3.2.3.1 Inhaltsvalidität
3.2.3.2 Kriteriumsvalidität
Konzeptebene
Itemebene
3.2.3.3 Konstruktvalidität
Zusammenfassung
3.2.4 Nebengütekriterien
Gesamtzusammenfassung zu den TRI-Q-Sort Gütekriterien
3.3 Resultate zur 3. Fragestellung: TRI-Q-Sort Itemanalyse
3.3.1 Quantitative Itemanalyse
3.3.1.1 Kennwerte und Ergebnisse
3.3.1.2 Zusammenhänge zwischen Kennwerten
3.3.1.3 Selektions- und Optimierungs-Kriterien
3.3.1.4 Erste Selektion von TRI-Q-Sort Items
Zusammenfassung
3.3.2 Qualitative Itemanalyse
3.3.2.1 Optimierungskriterien
Zusammenfassung
3.3.2.2 Zweite Selektion & Optimierung der TRI-Q-Sort Items
Optimierungsbeispiel
Reduktion, Optimierung und Definition des TRI-Q-Sorts
1) Die TRI-Q-Sort Items der Dimension „Dialog“
Zusammenfassung
2) TRI-Q-Sort Items der Dimension „Triangularität“
Zusammenfassung
3) TRI-Q-Sort Items der Dimension „Flexibilität“
Zusammenfassung
4) TRI-Q-Sort Items der Dimension „Ambivalenz“
Zusammenfassung
5) TRI-Q-Sort Items der Dimension „Kohärenz“
Zusammenfassung
Gesamtzusammenfassung zurTRI-Q-Sort Itemanalyse
3.4 Der TRI-Q-Sort (Final Version)
4 DISKUSSION
Aussagekraft und Einsetzbarkeit des TRI-Q-Sort in Forschung und Prävention
und Innovationen zur Q-Sort Methodik
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation des TRI-Q-Sort, eines standardisierten und ökonomischen Auswertungsinstruments für das Triadeninterview nach von Klitzing (1996). Das Instrument soll die bestehende, zeitintensive Methode ersetzen, um die triadische Beziehungskapazität werdender Eltern als Schutz- oder Risikofaktor für die psychische Entwicklung des Kindes reliabel und valide zu erfassen.
1.1.1 Das Triadische in der entwicklungspsychologischen Forschung
Der Psychoanalytiker Winnicott war in den 50-er Jahren der erste und für lange Zeit der einzige Forscher, welcher der Entwicklung der triadischen Beziehungsfähigkeit des Kindes in den ersten Lebensmonaten Bedeutung zumass. Bereits 1941 hält er fest: „Dieser Schritt ... in der Entwicklung des Kindes, der es befähigt, mit seiner Beziehung zu zwei ihm wichtigen Menschen, seinen Eltern, zur gleichen Zeit umzugehen, ist sehr wichtig. ... Solange das Kind ihn nicht getan hat, kann es seinen Platz in der Familie oder in einer sozialen Gruppe nicht zufrieden stellend einnehmen. ... Dieser wichtige Schritt wird innerhalb des ersten Lebensjahres zum ersten Mal vollzogen.“ (Winnicott 1941, S. 47)
Dessen ungeachtet konzeptionalisiert Mahler (1968) in ihren Untersuchungen zur Symbiose und Individuation des Kindes den Vater als Dritten erst ab dem zweiten Lebensjahr. Sie misst ihm als Garant für die Individuationsentwicklung und als Retter gegen den regressiven, psychopathologisch disponierenden Sog der Symbiose mit der wiederverschlingenden Mutter eine Bedeutung von entscheidender Tragweite für eine gesunde psychische Entwicklung des Kindes zu. Denn „schwache und begrenzte Beziehungsangebote führen zur Schwächung und zum Scheitern der Symbolisierung, die in Wechselbeziehung eingebunden ist“ (Leber 1995).
1971 entdeckt Abelin, ein Forschungsmitarbeiter von Mahler, bereits während der symbiotischen Entwicklungsphase im ersten Lebensjahr den Beginn einer spezifischen Beziehungsaufnahme des Kindes zum Vater. Mahlers Konzept erweiternd erstellt er das Konzept der „frühen Triangulierung“ (Abelin 1975) als Prozess, welcher der psychischen Organisation des Kindes ermöglicht, sich vom Niveau der agierten, sensomotorischen Beziehung hin zu symbolisierten inneren Vorstellungen von sich selbst und den Bezugspersonen zu entwickeln (Fonagy 1998 und 2004).
1 THEORIE: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der triadischen elterlichen Kapazität und die methodischen Prinzipien der Q-Sort-Testentwicklung.
2 METHODE: Hier werden die Zielsetzungen, Fragestellungen und das Forschungsdesign für die Konstruktion und Überprüfung des TRI-Q-Sort definiert.
3 RESULTATE: Dieser Abschnitt präsentiert die Ergebnisse zur Itemgenerierung, Testgüte und Itemanalyse sowie die finale Version des Messinstruments.
4 DISKUSSION: Das letzte Kapitel reflektiert die Ergebnisse hinsichtlich der Praxistauglichkeit des TRI-Q-Sort in Forschung und Prävention.
TRI-Q-Sort, Triadeninterview, Triadisch elterliche Kapazität, Q-Sort Methodik, Testkonstruktion, Testgüteprüfung, Psychische Kindesentwicklung, Prävention, Dialog, Trilog, Flexibilität, Ambivalenz, Kohärenz, Reliabilität, Validität
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluation eines neuen, standardisierten Auswertungsverfahrens namens TRI-Q-Sort für das bestehende Triadeninterview nach von Klitzing, um die elterliche Beziehungskapazität ökonomischer und wissenschaftlich fundierter einschätzen zu können.
Die Arbeit verbindet entwicklungspsychologische Theorien zur triadischen Kapazität mit methodischen Ansätzen der Testtheorie, insbesondere der Q-Sort-Methodik, um ein reliables Instrument für die Präventionsdiagnostik zu schaffen.
Das Ziel ist die Konstruktion eines ökonomischen Messinstruments, das mit etablierter Testgüte (Objektivität, Reliabilität, Validität) die elterliche Fähigkeit zur Integration des Kindes in die triadische Beziehungswelt erfassbar macht.
Es wurde eine quantitative und qualitative Itemanalyse an einer Eichstichprobe von 78 Triadeninterview-Videos durchgeführt, ergänzt durch teststatistische Verfahren zur Objektivitäts- und Validitätsprüfung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Darstellung des Versuchsaufbaus sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der Resultate zu Gütekriterien und Item-Optimierung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie TRI-Q-Sort, Triadeninterview, triadische Kapazität, Testkonstruktion und psychische Kindesentwicklung beschreiben.
Die Fähigkeit zur Triangulierung dient als zentraler Schutzfaktor gegen psychopathologische Entwicklungsstörungen beim Kind; eine frühzeitige Identifikation von Defiziten ermöglicht somit gezielte präventive familientherapeutische Interventionen.
Im Vergleich zur zeit- und personalintensiven halbstandardisierten Auswertung bietet der TRI-Q-Sort ein standardisiertes, mehrfach ökonomischeres Instrument, das statistische Validitätsnachweise erlaubt, die zuvor in der Q-Sort-Forschung kaum möglich waren.
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