Forschungsarbeit, 2004
77 Seiten
Der Aufsatz befasst sich mit der Darstellung von Frauenbildern in der dekadenten Literatur. Er analysiert die spezifischen Merkmale dieser Frauenbilder und untersucht, wie sie als Kristallisationspunkt der Dekadenz fungieren.
Die Einleitung führt in das Thema des Aufsatzes ein und stellt die beiden zentralen Frauentypen der dekadenten Literatur, die Femme fatale und die Femme fragile, vor. Sie beleuchtet die Ambivalenz dieser Frauentypen, die gleichermaßen Faszination und Verzicht, erotische Attraktivität und Mortifikation des Weiblichen verkörpern.
Das zweite Kapitel widmet sich dem Begriff der Dekadenz. Es untersucht die Begriffsgeschichte und zeigt die Ambivalenz des Begriffs auf, der sowohl Verfall und Untergang als auch eine bewusste Rebellion gegen die bürgerliche Gesellschaft repräsentiert. Die Merkmale der Endzeitstimmung und der Antibürgerlichkeit werden analysiert, sowie die ästhetische Konzeption der Dekadenz, die sich durch eine Abwendung vom Naturalismus und eine Hinwendung zur Kunst um der Kunst willen auszeichnet.
Das dritte Kapitel beleuchtet das Vorbild Frankreichs als Zentrum der dekadenten Literatur. Es zeigt, wie die französische Literatur, insbesondere die Werke von Baudelaire, Rimbaud und Huysmans, die wesentlichen Merkmale der Dekadenz geprägt haben. Die politische und soziale Situation in Frankreich im 19. Jahrhundert wird dargestellt, sowie die Entwicklung des Realismus und Naturalismus als Gegenströmungen zur Dekadenz.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Dekadenzliteratur, Frauenbilder, Femme fatale, Femme fragile, Ästhetizismus, Symbolismus, Antibürgerlichkeit, Moral, Natur, Künstlichkeit, Geschlechterrollen, Frankreich, Baudelaire, Rimbaud, Huysmans, Zola, und die literarische Tradition.
Frauen werden oft als ästhetische Objekte dargestellt, die als Kristallisationspunkt für die Widersprüche der Dekadenz wie Verfall, Künstlichkeit und Antibürgerlichkeit fungieren.
Die Femme fatale ist die verführerische, oft zerstörerische Frau, während die Femme fragile durch Zerbrechlichkeit, Krankheit und eine Nähe zum Tod charakterisiert ist.
An Frauenbildern lassen sich Kontraste zwischen Moral und Frevel sowie Natur und Künstlichkeit besonders deutlich inszenieren.
Im Ästhetizismus wird die Frau zum Kunstobjekt erhoben, das eine sinnliche Rezeption ermöglicht, aber gleichzeitig emotionale Distanz vom egozentrischen Betrachter fordert.
Französische Autoren wie Baudelaire, Rimbaud und Huysmans prägten die wesentlichen Merkmale und Frauentypen, die später in ganz Europa übernommen wurden.
Es findet oft eine Umkehrung oder Ambivalenz der traditionellen Rollen statt, was als Ausdruck der Rebellion gegen bürgerliche Werte zu verstehen ist.
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