Bachelorarbeit, 2011
88 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG: „DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“
1.1 FRAGESTELLUNG
1.2 THESEN
1.3 VORGEHEN
1.4 BEGRIFFLICHKEITEN UND BEZÜGE
1.4.1 Islamophobie und Islamfeindschaft
1.4.2 Ethnisierung von Konflikten
1.4.3 Neoliberalismus
2 RASSISMUS – THEORETISCHER ANSATZ
2.1.1 Dialektische Beziehung zwischen Ein- und Ausgrenzung
2.1.2 Rassistische Darstellungsformen –Rassistisches Wissen
2.1.3 Der Ursprung des Rassismus
2.1.4 Der universelle Rassismus
2.1.5 Der superiore Rassismus
2.1.6 Differentieller Rassismus
2.2 INSTITUTIONELLER RASSISMUS
2.2.1 Deutsche Integrationspolitik als Fortsetzung kolonialer Praxis?
2.2.2 Arbeitsmarkt – Instrument der Diskriminierung
2.2.3 Staatsbürgerschaft als Instrument sozialer Schließung
2.2.4 Ausgrenzung durch kulturelle Hegemonie
2.3 INTEGRATION UND SICHTBARKEIT
3 NEOLIBERALER LEGITIMATIONSBEDARF
3.1 BEGRIFFSKLÄRUNG NEOLIBERALISMUS
3.2 HERABSETZUNG DES WERTES VON ARBEIT
3.2.1 Der Sonderstatus des Arbeitsrechts
3.2.2 Befristete Arbeitsverträge und Leiharbeit
3.2.3 Unbezahlte Arbeitstunden als Wertschöpfung von Unternehmen
3.2.4 Gelbe Gewerkschaften zur Unterwanderung von Tarifverträgen
3.2.5 Bespitzelung und Ausforschung von Beschäftigten
3.2.6 Der Status des arbeitslosen Bürgers
3.3 VERTEILUNGSUNGERECHTIGKEIT IN DEUTSCHLAND IN ZAHLEN
3.3.1 „Working poor“
3.3.2 Aufstiegschancen, Abstiegsrisiken
3.3.3 Vermögensungleichheit:
3.4 UNGERECHTIGKEIT BRAUCHT SICHERHEIT
3.4.1 Die Entwicklung eines europäischen Überwachungs- und Sicherheitssystems
3.4.2 Bertelsmann
3.5 UMGANG MIT MENSCHENRECHTEN IM ZEITALTER NEOLIBERALISTISCHER EXPANSION
3.6 SUPERMACHT USA – DIE FAUST DER FREIHEIT
3.7 BEHIND 9/11: PRIVATISIERUNG VON KRIEGEN
4 DIE ROLLE DER MEDIEN IM DISKURS
5 FAZIT:
5.1.1 Handlungsspielräume der Sozialen Arbeit zwischen Systembefriedung und Widerständigkeit
5.1.2 Eine gerechtere Markt- und Finanzwirtschaft
5.1.3 Z wie Zins
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der medialen und gesellschaftlichen Problematisierung von Muslimen bzw. dem Islam und der zunehmenden ökonomischen Verteilungsungerechtigkeit sowie Machtkonzentration unter neoliberalen Bedingungen. Die Forschungsfrage lautet, ob die Konstruktion rassistischer Feindbilder als Instrument dient, um soziale Missstände zu kaschieren, die nationale Identität zu homogenisieren und imperialistische Interessen zu legitimieren.
1 Einleitung: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“
Unter diesem Motto, aufgegriffen vom „Bild“-Titelblatt, stand das Jahr 2010, gekrönt von einem, der das aussprach, was sich die vermeintlich schweigende Mehrheit angesichts in Deutschland herrschender „Denkverbote“ nicht wagte. Thilo Sarrazin– obgleich nur einer von vielen erfolgreichen Teilnehmern des aktuellen öffentlichen Ausgrenzungsdiskurses - und sein rotes Kultbuch haben 2010 einen vorläufigen Höhepunkt markiert. Er gilt als „Tabubrecher“, einer der gegen die Vorherrschaft der 68er und ihrer political-correctness Gebote verstößt. Kritiker werden abgewürgt, mit dem Argument die „Meinungsfreiheit“ der Bürgerinnen und Bürger einzuschränken, Sprechverbote erteilen zu wollen. Auch führende Politiker schlüpften behände durch die geöffneten Türen und forderten den Abbau von Tabus in der Debatte um die Integration muslimischer Migranten, erklärten Multi-Kulti, (als hätte es ein derartiges Konzept in Deutschland jemals gegeben) für tot und gescheitert. Und in der Tat, „man“ sagt dann auch wieder, was lange Zeit als unsäglich galt: Beispielsweise, dass bestimmte Ethnien aufgrund ihrer genetischen Merkmale dümmer seien als andere. Oder eine Gruppe von Menschen unnützlich im Gegensatz zu anderen nützlicheren. Und dass sich die „weniger wertvollen“ Bevölkerungsgruppen auch weniger vermehren sollten. Rasse, Sozialdarwinismus und Zuchtwahl sind also wieder salonfähig. Die die vermeintliche Volksmeinung vertretenden Medien erhoben Sarrazin zum Volkshelden, auch wenn seine sozialdarwinistischen und eugenischen Gedanken wesentlich auf Theorien beruhen, derer sich auch die Nationalsozialisten bedient haben. Dabei spielte auch schon früher der Tabubruch als Moment eines funktionalen Ausgrenzungszyklus wichtige Rolle.
1 EINLEITUNG: „DAS WIRD MAN JA WOHL NOCH SAGEN DÜRFEN“: Dieses Kapitel führt in die Debatte um Sarrazin und den modernen Ausgrenzungsdiskurs in Deutschland ein, der durch ein vermeintliches Tabubruch-Motto gekennzeichnet ist.
2 RASSISMUS – THEORETISCHER ANSATZ: Hier werden theoretische Grundlagen des Rassismus, insbesondere nach Terkessidis und Miles, analysiert, um koloniale Kontinuitäten und institutionelle Machtmechanismen aufzuzeigen.
3 NEOLIBERALER LEGITIMATIONSBEDARF: Dieses Kapitel beleuchtet die ökonomischen Grundlagen des Neoliberalismus und wie durch Arbeitsmarktsegmentierung, Lohndumping und Privatisierung soziale Ungleichheiten massiv verschärft werden.
4 DIE ROLLE DER MEDIEN IM DISKURS: Hier wird untersucht, wie Medien als Motoren für Ethnisierung und Kulturalisierung fungieren und rassistischen Ressentiments eine Plattform bieten, um gesellschaftliche Krisen zu verschleiern.
5 FAZIT:: Das Fazit fasst den funktionalen Zusammenhang zwischen neoliberaler Marktwirtschaft und der Ausgrenzung von Muslimen zusammen und fordert eine kritische Auseinandersetzung der Sozialen Arbeit mit diesen Machtverhältnissen.
Islamophobie, Rassismus, Neoliberalismus, soziale Ungleichheit, Ausgrenzung, Integration, Medien, Machtungleichgewicht, koloniale Kontinuität, Prekariat, Staatsbürgerschaft, Arbeitsmarktsegmentierung, Islam, soziale Gerechtigkeit, soziale Arbeit
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Spaltung, Rassismus und Islamophobie gezielt eingesetzt werden, um neoliberale ökonomische Interessen und Machtstrukturen zu schützen.
Die zentralen Themen umfassen die neoliberale Wirtschaftspolitik, die Theorie des Rassismus, die Rolle der Medien bei der Feindbildkonstruktion sowie die Auswirkungen von Prekarisierung und Arbeitsmarktsegmentierung.
Das Ziel ist es darzustellen, dass die Problematisierung des Islam als systematischer Rassismus fungiert, der dazu dient, Verteilungsungerechtigkeiten und Machtungleichgewichte zu verschleiern und abzulenken.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse rassismuskritischer Ansätze (u.a. nach Terkessidis und Miles) und der Verknüpfung mit politökonomischen Analysen des neoliberalen Kapitalismus.
Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Dimensionen des Rassismus, die ökonomischen Auswirkungen neoliberaler Reformen (z.B. Arbeitsrecht, Leiharbeit) sowie die Rolle der Medien und Think-Tanks bei der Durchsetzung dieser Agenda.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Islamophobie, Neoliberalismus, soziale Ungleichheit, kulturelle Hegemonie und soziale Arbeit.
Die Arbeit identifiziert die Bertelsmann-Stiftung als einflussreichen Think-Tank, der aktiv an der neoliberalen Umgestaltung von Gesellschaft und Politik mitwirkt und durch gezielte Strategiepapiere und Netzwerke militärische sowie wirtschaftliche Interessen vorantreibt.
Die Arbeit fordert die Soziale Arbeit auf, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und stattdessen eine kritische Gegenöffentlichkeit herzustellen, um rassistischen Zuschreibungen und neoliberalen Zwängen entgegenzuwirken.
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