Magisterarbeit, 2010
103 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen: Tourismus als ethnologisches Forschungsfeld
2.1 Ethno-Tourismus und Nachhaltigkeit - "Come and discover the undiscovered"
2.2 Theoretische Grundlagen: Kulturell Fremde im Kontakt
2.3 Afrikanische Länder als Reiseziel
3 Tourismus in der South Omo Zone Südwestäthiopiens
3.1 Entwicklung des Tourismus in der South Omo Zone
3.2 Die touristische Vermarktung der Region
3.3 Die staatliche Verwaltung des Tourismus in der South Omo Zone
3.4 Zusammenfassung
4 Die ethnische Gruppe der Kara
4.1 Siedlungsgebiet und Wirtschaft
4.2 Ethnische Gliederung und Sozialstruktur
4.3 Ritual und Religion
4.4 Das spezielle Verhalten der Kara - paxalmamo - Ironie und Cleverness
4.5 Einflusssphären innerhalb der "Kulturellen Nachbarschaft"
4.6 Einflusssphären außerhalb der "Kulturellen Nachbarschaft"
4.6.1 Staat und Stadt
4.6.2 Schule - „a key of life“
4.6.3 Wasserkraftprojekt Gilgel Gibe
5 Der Tourismus bei den Kara
5.1 Das Community Based Tourism - Projekt in Korcho
5.1.1 Die lokale Verwaltung und Umsetzung
5.1.2 Rolle der lokalen Guides als Mittler
5.1.3 Die ökonomische und kulturelle Bedeutung
6 Die Touristen und die Kara - Kontakt und Kommunikation
6.1 Die Strukturen der Touristenbesuche
6.2 Die Interaktion - Das Verhalten der Kara, die Reaktion der Touristen und umgekehrt
6.3 Das Foto und das Geld
6.4 Von Farben, Tänzen und Sprüngen - das touristische Unterhaltungsprogramm
6.5 Die Meinung der Kara zum Tourismus
6.6 Das Eigene und das Andere - Was ist ein Tourist?
6.7 Die Nationalität von Touristen als Zuordnungskriterium
6.8 Zusammenfassung: Die Bedeutung des Tourismus für die Kara
7 Auswertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen und die Wahrnehmung des Tourismus bei der ethnischen Gruppe der Kara im Südwesten Äthiopiens. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die Bewohner von Korcho auf die zunehmende touristische Vermarktung reagieren, welche Rolle der Tourismus für ihr Selbstverständnis spielt und wie der interkulturelle Kontakt zwischen den Einheimischen und den Besuchern gestaltet wird.
Die ethnische Gruppe der Kara
Die Kara leben entlang den Ufern des südlichen Omo-Flusses im Tiefland Südwestäthiopiens. Anfang des 19. Jahrhunderts migrierten sie in dieses Gebiet, in dem ihre Gruppe und ihr Viehbestand bald durch die Tsetse-Fliege und die Schlafkrankheit dezimiert wurde. Die vormaligen Viehhirten stellten ihre Wirtschaftsweise auf Kleintierhaltung und Agrarwirtschaft um und richteten dauerhafte Siedlungen ein. Heute betreiben sie eine gemischte Wirtschaft, die auf Landwirtschaft (Anbau von verschiedenen Hirse-Arten, Bohnen und Mais), Pastoralismus (Schafe, Ziegen), Apiculture (Bienenzucht), Fischerei und Jagen basiert.
Die segmentäre Gesellschaftsform der Kara wird durch ein Lineage- und Altersklassensystem gestützt. Ihre Sprache gehört neben denen der Aari, Hamar, Banna und Dime der südomotischen Sprachfamilie an. Die Alphabetisierungsrate der ca. 1400 Kara wird mit 1.5% angegeben. Die Kara stellen eine kleine Gruppe dar im Angesicht der benachbarten Hamar, den nilotische Sprachen sprechenden Nyangatom und Mursi und den zur kuschitischen Sprachfamilie gehörenden Arbore und Dassanech.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert die Bedeutung des Tourismus für die Region sowie die Relevanz der ethnologischen Untersuchung der Kara.
2 Theoretische Grundlagen: Tourismus als ethnologisches Forschungsfeld: In diesem Kapitel werden grundlegende tourismustheoretische Ansätze und Begriffe wie Ethno-Tourismus, Authentizität und interkulturelle Begegnungen diskutiert.
3 Tourismus in der South Omo Zone Südwestäthiopiens: Hier wird die touristische Erschließung der gesamten Region, die staatliche Verwaltung und der wachsende Strom an Besuchern dargestellt.
4 Die ethnische Gruppe der Kara: Dieses Kapitel liefert ein detailliertes Porträt der Kara, ihrer sozialen Organisation, ihrer Religion, ihrer Siedlungsweise und ihrer Interaktionsformen mit anderen Ethnien.
5 Der Tourismus bei den Kara: Fokus liegt hier auf dem spezifischen Community Based Tourism Projekt in Korcho sowie den verschiedenen touristischen Institutionen vor Ort.
6 Die Touristen und die Kara - Kontakt und Kommunikation: Dieses Hauptkapitel analysiert die konkrete Begegnung, die Rolle von Guides, die Bedeutung des Fotografierens und die wechselseitigen Stereotype zwischen Kara und Touristen.
7 Auswertung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Zukunftsperspektiven der Kara im Kontext von Globalisierung und Tourismus diskutiert.
Kara, Südwestäthiopien, Ethno-Tourismus, Community Based Tourism, Korcho, Omo-Fluss, kulturelle Identität, paxalmamo, Authentizität, Interkulturelle Kommunikation, Altersklassensystem, Tourismus-Forschung.
Die Magisterarbeit untersucht aus ethnologischer Sicht, wie der Tourismus die Lebensweise und das soziale Gefüge der ethnischen Gruppe der Kara in Südwestäthiopien beeinflusst.
Zentral sind die Themen Tourismusforschung, kulturelle Identität, soziale Strukturen der Kara, interkulturelle Interaktion sowie die Auswirkungen touristischer Projekte auf lokale Gemeinschaften.
Das Ziel ist es, die Sicht der Kara auf den Tourismus darzulegen und zu analysieren, wie sie mit den Besuchern interagieren und ihre kulturelle Identität im Kontext des Tourismus verhandeln.
Die Arbeit basiert auf einer ethnologischen Feldforschung, die teilnehmende Beobachtung, Interviews mit den Bewohnern von Korcho sowie die Analyse lokaler und offizieller Berichte umfasst.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Ethno-Tourismus, die geografische und soziale Einordnung der Kara, die spezifischen Auswirkungen des Tourismus in Korcho und die Analyse der Kommunikationsprozesse zwischen Touristen und Einheimischen.
Zu den Schlüsselwörtern zählen Ethno-Tourismus, Kara, Südwestäthiopien, Community Based Tourism, Authentizität, paxalmamo und soziale Organisation.
Die Kara haben Strategien entwickelt, die als "paxalmamo" beschrieben werden – eine Art kluge Anpassung, um ihre wirtschaftliche Lage durch Tourismus zu verbessern, ohne dabei ihre kulturelle Autonomie vollständig aufzugeben.
Das Projekt dient dazu, den Tourismus stärker lokal zu steuern, Einnahmen für die Gemeinschaft (z.B. für Medizin oder Schule) zu generieren und die Interaktion mit den Touristen geordneter zu gestalten.
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