Bachelorarbeit, 2008
45 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Thema, Fragestellung und Vorgehen
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
2. Griechen und Perser bei Herodot
2.1 Herodot als Quelle
2.2 Ereignisse: die Schlacht an den Thermopylen und die Eroberung Athens
2.3 Charaktere: Leonidas, Ephialtes, Megistias, Xerxes
2.4 Strukturen: die Griechen-Barbaren-Antithese
2.4.1 Die Polysemie der Überlieferung - Textaussagen und Deutungsspielräume in den 1950er Jahren und heute
2.4.2 Die Funktionalisierung der Gegenbegriffe
3. Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon ,Thermopylae‘
3.1 Exkurs zur Methode der Bildanalyse und -interpretation
3.2 Oskar Kokoschka: ,Thermopylae oder der Kampf um die Errettung des Abendlandes‘
3.2.1 Genese, Urheberschaft und Zweck des Bildes
3.2.2 Bildbeschreibung
3.2.3 Bildanalyse und -interpretation
4. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Triptychon „Thermopylae“ von Oskar Kokoschka als visuelle Interpretation antiker Überlieferungen, insbesondere vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Dabei wird analysiert, wie der Maler historische Stoffe des Herodot verändert, um sie für eine politische Botschaft im akademischen Milieu der 1950er Jahre zu instrumentalisieren und das Konzept des „Abendlandes“ zu propagieren.
3.2.1 Genese, Urheberschaft und Zweck des Bildes
Die Entstehungsgeschichte des ‚Thermopylae’-Triptychons führt in das engmaschige Netz von Kunst und Politik in der Ära des Kalten Krieges. So sorgte der 1896 in Österreich geborene Kokoschka bereits vor und während seiner Zeit im Londoner Exil, in das der von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamierte Maler 1938 fliehen musste, mit politischen Bildern für Aufsehen. Damals drückte er noch in Plakaten und mit politischen Allegorien seine Sympathien für den Kommunismus aus. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und vor allem in den vom Kalten Krieg bewegten 1950er Jahren vollzog der politische Kokoschka indes eine Wandlung zum Konservativen.
Hinzu kommt die wachsende Kritik des Malers an der modernen, rationalistischen Massengesellschaft. Unter dem Eindruck der Destruktionskraft zweier Weltkriege, den Erfahrungen von Totalitarismus, Exil und Heimatverlust wird sie zu einem Grundmotiv, das sich an vielen Stellen im Spätwerk Kokoschkas wiederfindet. 1944 äußert er in einem Gespräch seine Furcht davor, dass der „Europäer werde wie der asiatische Millionenmensch, der ohne Erfahrung sei und ohne Bewußtsein“. In dieser Situation könne nur der an humanistische Traditionen anknüpfende Künstler helfen. Diese Sehnsucht nach dem humanistischen Erbe Europas verband sich mit einem Feldzug gegen die abstrakte Kunst der Moderne, welchen Kokoschka in der Nachkriegszeit insbesondere gegen den nach wie vor vom Kommunismus überzeugten Picasso führte.
In Hinblick auf die zeitgenössische Herodot-Rezeption und deren politische Instrumentalisierung wurde auf die Bedeutung des Abendland-Begriffs bereits hingewiesen. Wenig verwunderlich ist es daher, wenn nun auch bei der Genese des ‚Thermopylae’-Triptychons Kokoschkas Vorstellung des Abendlandes eine tragende Rolle spielt. Denn wie viele seiner Zeitgenossen sehnte der Maler sich in der Nachkriegszeit nach dem Erbe des Abendlandes, das als Völker verbindender Bezugspunkt den Weg in eine gemeinsame europäische Zukunft weisen sollte.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Forschungsfrage zur Interpretation Herodots durch Kokoschka und die methodische Vorgehensweise.
2. Griechen und Perser bei Herodot: Analyse des historischen Stoffes bei Herodot, der Charakterzeichnungen und der Funktionalisierung der Griechen-Barbaren-Antithese.
3. Griechen und Perser in Oskar Kokoschkas Triptychon „Thermopylae“: Detaillierte semiotische Analyse des Gemäldes, seiner Entstehungsgeschichte sowie der politischen Symbolik des „Abendlandes“.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Bildkontextes und der instrumentellen Verformung des antiken Mythos.
Oskar Kokoschka, Thermopylae, Herodot, Antike, Perserkriege, Kalter Krieg, Abendland, Bildanalyse, Semiotik, Geschichtsbild, Politische Kunst, Ideologie, Griechen-Barbaren-Antithese, Leonidas, Xerxes.
Die Arbeit untersucht, wie der Maler Oskar Kokoschka antike Ereignisse aus dem Herodot-Bericht in seinem Triptychon „Thermopylae“ verarbeitet und politisch umdeutet.
Zentrale Felder sind die antike Geschichtsschreibung des Herodot, die künstlerische Bildanalyse sowie die Ideengeschichte des westlichen „Abendland“-Begriffs während des Kalten Krieges.
Die Arbeit fragt, wie Kokoschka Griechen und Perser im Triptychon abbildet, inwiefern er vom antiken Original abweicht und welche spezifische politische Botschaft er damit transportieren wollte.
Die Arbeit nutzt einen kommunikativ orientierten, auf der strukturalen Semiotik basierenden Ansatz, um Bedeutungsebenen im Bild zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert zunächst das Herodot-Bild der damaligen Zeit und untersucht anschließend die Genese, Beschreibung und semiotische Interpretation des „Thermopylae“-Triptychons.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kokoschka, Thermopylae, Herodot, Kalter Krieg, Abendland-Ideologie und politische Instrumentalisierung.
Der Zauderer fungiert als direkter Appell an den Betrachter, sich in der damaligen politischen Situation aktiv für Freiheit und Kultur gegen totalitäre Tendenzen zu entscheiden.
Kokoschka erfindet Figuren (wie den Zauderer) und Szenen (wie die Familienidylle), die bei Herodot nicht existieren, um eine antithetische Struktur zwischen „gutem“ Abendland und „bösem“ asiatischem Osten zu konstruieren.
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