Diplomarbeit, 2008
91 Seiten, Note: 1
Die Diplomarbeit „Dia-Gnosis des poetischen Subjekts im Opus von Georg Trakl" hat zum Ziel, die psychische Verfassung Georg Trakls und deren Einfluss auf sein dichterisches Werk zu erforschen. Die Arbeit greift dabei auf psychobiographische Ansätze und psychoanalytische Theorien zurück, um die Entstehung und Entwicklung der poetischen Subjektivität Trakls im Kontext seiner Familiengeschichte, seiner Adoleszenzkrise und seiner psychischen Verfassung zu beleuchten.
Der Prolog der Arbeit beleuchtet die Problematik der Interpretation und der Gefahr der Ver- und Entstellung des Untersuchungsobjekts durch die analytische Perspektive. Der erste Teil der Arbeit, „Psychobiographische Annäherung", widmet sich der Familiengeschichte Georg Trakls und den Auswirkungen der frühen Kindheit auf seine psychische Entwicklung. Dabei werden insbesondere die gestörte Beziehung zur Mutter, die missglückte Lösung des Ödipuskomplexes und die inzestuöse Beziehung zur Schwester Grete analysiert. Der zweite Teil, „Überführungen", befasst sich mit der Frage der Phantasie und des Unbewussten im Werk Georg Trakls. Es werden verschiedene Aspekte der Symbolbildung, der Traumdeutung und der Beziehung zwischen Realität und Realem des Begehrens beleuchtet. Der dritte Teil, „Einstellungen", thematisiert die poetische Episteme Georg Trakls und die Frage der Wahrheit des Subjekts. Hier werden die spezifischen Merkmale der poetischen Sprache Trakls, die psychotropischen Andeutungen in seiner Dichtung und die Alchemie als Metapher für seine poetische Praxis erörtert.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Georg Trakl, poetisches Subjekt, psychobiographische Annäherung, Psychoanalyse, Familie, Mutter-Kind-Beziehung, Ödipuskomplex, Inzest, Phantasie, Unbewusstes, Symbolbildung, Traumdeutung, Realität, Begehren, Alchemie, poetische Sprache, psychotropische Andeutungen, poetische Episteme, Wahrheit, Freiheit, Chaosmose, Religion, Gott, Seher, Prophet, Katabasis, Existentialität.
Der Begriff bezieht sich einerseits auf die psychologische Untersuchung des dichterischen Subjekts und andererseits auf Trakls vitale Bezogenheit auf Gott als wesentliches Prinzip seines Weltbildes.
Zentral sind eine dysfunktionale Mutterbeziehung, Destruktionswünsche, Verfolgungsängste und eine problematische Geschwisterbeziehung (Inzestthematik), die oft als Triebfeder seiner Lyrik gesehen werden.
Die Arbeit nutzt Theorien von Sigmund Freud, Melanie Klein und Lawrence Kubie, um Trakls Gedichte als Mittel der Kompensation und als Ausdruck des Unbewussten zu analysieren.
Die Alchemie dient als Symbol für den Transformationsprozess seiner Sprache, in dem Leid und psychische Krisen in hochkomplexe poetische Bilder überführt werden.
Die Untersuchung zeigt die „Perichorese“ (gegenseitige Durchdringung) von realer Wahrnehmung und unbewussten Phantasmen auf, die Trakls Modellierung der „Finsternis“ prägen.
Dies beschreibt Trakl in seiner Rolle als visionärer Dichter, dessen Werk über die reine Ästhetik hinausgeht und existentielle Wahrheiten des Subjekts offenbart.
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