Diplomarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 3
1. Einleitung
2. Grundsätze des Islamic Banking
2.1. Grundlagen einer islamischen Wirtschaft
2.1.1. Islam und Scharia
2.1.2. Regeln der Scharia mit wirtschaftlicher Bedeutung
2.2. Zinsverbot und Wirtschaftsordnung
2.2.1. Zinsverbot im Judentum
2.2.2. Zinsverbot im Christentum
2.2.3. Zinsverbot im Islam
2.2.4. Sonderstellung des islamischen Zinsverbots
2.3. Die Idee einer islamischen Wirtschaftsordnung und eines islamkonformen Bankwesens
2.3.1. Idealvorstellung einer islamischen Wirtschaftsordnung
2.3.2. Versuche der Verwirklichung einer islamischen Wirtschaftsordnung
3. Islamische Wirtschaftsordnung aus der Sicht der ökonomischen Theorie
3.1. Marktwirtschaft und Nutzenmaximierung
3.2. Die Funktion von Zinsen und die Alternative einer zinsfreien Wirtschaft
4. Islamic Banking
4.1. Schariakonforme Finanzprodukte: Beteiligungspapiere
4.1.1. Murabahah und Musharakah
4.1.2. Sukuk
4.1.3. Istisnaa
4.1.4. Mudarabah
4.1.5. Salam
4.1.6. Arbun
4.1.7. Ijarah
4.1.8. Quard-Hasan
4.2. Schariakonforme Finanzprodukte: Annahme von Einlagen
4.2.1 Sparbuch
4.2.2 Investmentkonto
4.3. Gegenüberstellung von Finanzinstrumenten
4.4. Besonderheit des Islamic Banking im Unterschied zum konventionellen Bankwesen
5. Islamkonforme Finanzprodukte in Europa
5.1. Überblick über islamkonforme Finanzprodukte in Europa
5.2 Marktchancen und Kunden in England und Frankreich
5.3 Beurteilung der Finanzprodukte aus ordnungspolitischer und wirtschaftsethischer Sicht
6. Chancen islamkonformer Produkte in Deutschland
6.1. Marktpotenzial des Islamic Banking in deutschsprachigen Ländern
6.2. Angebot islamkonformer Finanzprodukte und islamischer Banken in Deutschland
6.3. Chancen Islamic Banking in Deutschland
6.4. Produktchancen für die Zukunft
7. Islamic Banking: Islamkonform als Marketinginstrument
7.1. Kunden islamkonformer Produkte
7.2. Islamkonform als Etikettierung
8. Islamic Banking: Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Potenzial, die Bedeutung sowie die Chancen und Risiken von Islamic Banking auf dem deutschen Markt, indem sie die theoretischen Grundlagen des Zinsverbots und die Praxis islamkonformer Finanzprodukte analysiert, um daraus innovative Produktansätze für das deutsche Bankwesen abzuleiten.
4.1.1. Murabahah und Musharakah
Murabahah: Ist wie ein Kaufvertrag einer Ware unter Vorbehalt, weil die Bank das Gut für den Kunden kauft und dann an den Kunden mit einem vorher festgelegten Preis (mit einem Gewinnaufschlag) weiterverkauft. Murabahah kann man auf die Finanzierung fast aller Investitionsgüter anwenden wie z.B. Autos, Gebäude oder Maschinen. In der Praxis wird es vor allem für Autofinanzierungen verwendet. Und meistens orientiert sich der Murabahah-Preisaufschlag an dem Referenzzinssatz des Libor (London Interbank Offered Rate).
Bei Murabahah besteht das Risiko darin, dass die Ware zerstört oder beschädigt wird. Bei einem Murabahah ist für die Bank zu beachten, dass der vereinbarte Ertragsanteil nicht auf den Kapitaleinsatz errechnet wird, sondern aus dem erwirtschafteten Ertrag der Unternehmung.
Die Problematik des Murabahah Produktes ist aus Sicht der Bank, das die Gewinn- und Verlustbeteiligung mit erheblichen Risiken verbunden ist. Vor allem in muslimischen Ländern mit schlechter Geschäftsmoral, wenig Transparenz und ungenügend Rechnungslegungsvorschriften besteht hier ein hohes Risiko. Die Bank konzentriert für den Kunden ein hohes Risiko, das für die Bank jedoch nicht mit hohen Gewinnen verbunden ist, daher nicht relevant.
Bei einer Murabahah-Finanzierung trägt die Bank das alleinige Risiko, da der Kapitaleinsatz nur von der Bank geleistet wird. Aufgrund des Relationsproblems von Verlust- und Gewinnbeteiligung konzentriert sich die Bank hauptsächlich auf Finanzierungsformen, deren Grundlage Handelsverträge, Miet- oder Leasinggeschäfte sind, da diese ein nicht so großes Risiko darstellen wie die Beteiligungsfinanzierung.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Islamic Banking angesichts wachsender Zielgruppen und der Suche nach neuen ethischen Anlageformen in Deutschland.
2. Grundsätze des Islamic Banking: Dieses Kapitel legt die religiösen und ökonomischen Fundamente, insbesondere das Zinsverbot (Riba), und die daraus abgeleitete Vision einer islamischen Wirtschaftsordnung dar.
3. Islamische Wirtschaftsordnung aus der Sicht der ökonomischen Theorie: Hier wird untersucht, wie islamische Prinzipien, insbesondere das Zinsverbot, mit marktwirtschaftlichen Theorien und der Funktion des Geldes korrespondieren.
4. Islamic Banking: Dieser umfangreiche Abschnitt erläutert die verschiedenen schariakonformen Finanzinstrumente für Aktiv- und Passivgeschäfte und grenzt diese vom konventionellen Bankwesen ab.
5. Islamkonforme Finanzprodukte in Europa: Das Kapitel bietet einen Überblick über bereits existierende Ansätze und Markterfahrungen mit islamkonformen Produkten im europäischen Kontext.
6. Chancen islamkonformer Produkte in Deutschland: Es wird das Marktpotenzial unter türkischen und arabischen Muslimen in Deutschland analysiert, wobei Gründe für die bisher geringe Nachfrage kritisch hinterfragt werden.
7. Islamic Banking: Islamkonform als Marketinginstrument: Dieses Kapitel erörtert, wie Banken das Attribut "islamkonform" für ihre Kundenansprache nutzen können und welche Rolle religiöse Werte im Marketing spielen.
8. Islamic Banking: Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten für Islamic Banking als Nischenprodukt sowie die Bedeutung ethischer Grundlagen für das gesamte Bankwesen.
Islamic Banking, Scharia, Zinsverbot, Riba, Murabahah, Sukuk, Mudarabah, Finanzprodukte, islamische Wirtschaftsordnung, Banken, Deutschland, Marktpotenzial, ethische Investitionen, Gewinn- und Verlustbeteiligung, Finanzkrise.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung, den Grundlagen und der praktischen Umsetzbarkeit von Islamic Banking im Kontext des deutschen Finanzmarktes.
Zentrale Themen sind die religiösen Grundlagen des Zinsverbots, die Struktur islamischer Finanzinstrumente und die Marktanalyse zur Nachfrage durch muslimische Kunden in Deutschland.
Das Ziel ist es, Bedeutung, Chancen und Risiken des Islamic Banking in Deutschland zu untersuchen und Anknüpfungspunkte für eine Adaption islamkonformer Ansätze in deutsche Finanzinstitute aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zu theoretischen Grundlagen sowie auf die Auswertung empirischer Umfragedaten zum Interesse muslimischer Kunden an islamkonformen Produkten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung des Zinsverbots, die detaillierte Vorstellung der Produktpalette wie Murabahah oder Sukuk sowie die Analyse der Marktchancen und des Marketingpotenzials.
Islamic Banking, Zinsverbot, Scharia, Finanzprodukte, ethische Geldanlage, Deutschland, Marktpotenzial und Beteiligungsfinanzierung.
Aufgrund der laizistischen Prägung vieler in Deutschland lebender Muslime sowie der Skepsis gegenüber der Bezeichnung „islamkonform“, die teilweise mit fundamentalistischem Denken assoziiert wird, ist die Nachfrage bisher begrenzt.
Der Autor schlägt einen transparenten Konsumentenkredit mit festen Gebühren vor, der auf ethischen Grundsätzen wie „Sozialer Verantwortung“ basiert, ohne zwingend die Bezeichnung „islamisch“ zu tragen.
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