Examensarbeit, 2011
77 Seiten, Note: 2,5
1. Begriffsklärungen
1.1 Was ist Gewalt?
1.2 Was ist Aggression?
1.2.1 Arten von Aggression
1.3 Zum Verhältnis der Begriffe ‚Gewalt’ und Aggression’
2. Ausmaß und Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt in der Schule
3. Ursachen für Gewalt an Schulen
4. Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt
4.1 Psychologische Theorien
4.1.1 Instinkt- und Triebtheorien
4.1.1.1 Psychoanalytische Triebtheorie
4.1.1.2 Ethologische Triebtheorie
4.1.2 Frustrations-Aggressions-Hypothese
4.1.3 Lernpsychologische Theorien
4.1.3.1 Klassisches Konditionieren
4.1.3.2 Operantes Konditionieren
4.1.3.3 Lernen am Modell
4.2 Soziologische Theorien
4.2.1 Anomietheorie
4.2.2 Subkulturtheorie
4.2.3 Etikettierungstheorie
5. Schlussfolgerungen aus den Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt
6. Begriffsklärungen
6.1 Was ist Gewaltintervention?
6.2 Was ist Gewaltprävention?
7. Zum Umgang mit schulischer Aggression
7.1 Interventionsprogramm nach Olweus
7.2 Konzept ‚Gestaltung – Öffnung – Reflexion’ nach Schirp
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Aggression und Gewalt im schulischen Kontext. Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für die Ursachen dieser Problematik zu entwickeln, verschiedene theoretische Erklärungsansätze kritisch zu beleuchten und daraus konkrete pädagogische Handlungsoptionen sowie Interventions- und Präventionsmaßnahmen abzuleiten, um ein sichereres und sozialeres Lernumfeld zu fördern.
4.1.1.1 Psychoanalytische Triebtheorie
Als wichtigster Vertreter dieser Aggressionstheorie kann Sigmund Freud genannt werden. Laut FREUD wird der Mensch als triebbestimmtes Wesen geboren, das im Prozess der Sozialisation mühsam lernen muss, seine Triebe zu kontrollieren bzw. zu unterdrücken. Nach Freud steht der Todestrieb (der Destruktionstrieb) dem Liebestrieb (dem Lebens- und Sexualtrieb) gegenüber, damit handelt es sich um ein dualistisches Modell. Freud nahm an, „dass die Triebe des Menschen von zweierlei Art sind, entweder solche, die erhalten und vereinigen wollen, - wir heißen sie erotische, … oder sexuelle, - und andere, die zerstören und töten wollen; wir fassen diese als Aggressionstrieb oder Destruktionstrieb zusammen.“ Dieser angeborene Trieb bringt jedoch den Menschen nicht dazu, sich selbst zu töten, sondern wird auf die Mitmenschen umgelenkt, so ergibt sich aus dem Todestrieb ein Destruktionstrieb. Der Todestrieb wurde an sich erst spät von Freud entwickelt, vermutlich unter dem Eindruck der exzessiven Gewalt im Ersten Weltkrieg. Freud war der Meinung, dass dieser Destruktionstrieb nie ausgeschaltet, sondern nur kontrolliert werden kann. Zudem ist Freud der Ansicht, dass der Aggressionstrieb nicht abgestellt werden darf, da er genau so unerlässlich ist, wie der Lebenstrieb und nur aus dem Zusammenspiel dieser beider Triebe „die Erscheinungen des Lebens hervorgehen.“
1. Begriffsklärungen: Definition der zentralen Begriffe Gewalt und Aggression sowie deren Abgrenzung und Verknüpfung zueinander.
2. Ausmaß und Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt in der Schule: Darstellung der empirischen Datenlage zur schulischen Gewalt und Diskussion von Formen wie Mobbing und Gewalt unter Schülern.
3. Ursachen für Gewalt an Schulen: Untersuchung familiärer, gesellschaftlicher und innerschulischer Faktoren, die als Auslöser für aggressives Verhalten fungieren.
4. Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt: Umfassender Überblick über psychologische und soziologische Erklärungsansätze für die Entstehung aggressiven Verhaltens.
5. Schlussfolgerungen aus den Theorien zur Erklärung von Aggression und Gewalt: Synthese der theoretischen Erkenntnisse zur Ableitung von Anforderungen an pädagogische Präventionsarbeit.
6. Begriffsklärungen: Differenzierung und theoretische Einordnung der Fachbegriffe Gewaltintervention und Gewaltprävention.
7. Zum Umgang mit schulischer Aggression: Konkrete Vorstellung und Bewertung zweier pädagogischer Modelle (Olweus und Schirp) zur schulischen Gewaltprävention.
Gewalt, Aggression, Schule, Prävention, Intervention, Mobbing, Triebtheorie, Sozialisation, Pädagogik, Lernpsychologie, Schulkultur, Erziehung, Konfliktlösung, Identitätsbildung, Soziale Kompetenz
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Gewalt und Aggression im schulischen Alltag, beleuchtet deren Ursachen aus wissenschaftlicher Sicht und evaluiert Möglichkeiten zur Prävention und Intervention durch die Institution Schule.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Begriffsbestimmung, die empirische Analyse von Gewaltformen, die theoretische Erklärung von Aggression sowie die praktische Umsetzung von Präventionskonzepten im schulischen Umfeld.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule durch ein professionelles pädagogisches Handeln und die Implementierung von Präventionskonzepten das Gewaltaufkommen reduzieren und ein positives Lernklima schaffen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und theoretischer Ansätze (psychologische und soziologische Theorien), die in den schulischen Kontext übertragen und diskutiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Aggressionsursachen und eine praktische Darstellung, wie Programme nach Olweus oder Schirp zur Gewaltprävention eingesetzt werden können.
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Aggression, Prävention, Interventionsprogramme, Sozialisation und Schulentwicklung.
Die Autorin betont, dass Lehrkräfte eine entscheidende Vorbildfunktion haben, jedoch oft nicht ausreichend auf die Herausforderungen der Gewaltprävention in der Lehrerausbildung vorbereitet werden.
Die Arbeit weist auf die Gefahr hin, dass durch exzessiven Medienkonsum, insbesondere aggressionsverherrlichender Inhalte, das Empathievermögen verkümmert und das Risiko für aggressives Verhalten steigen kann.
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