Magisterarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Amina Wadud – eine Lebensgeschichte hinter der Sensation
1.1 Die Sensation – das Freitagsgebet in New York
1.2 Die Lebensgeschichte I - Zum Zusammenhang von Biografie und Konversion
1.3 Die Lebensgeschichte II – ‚Gender Jihad’ in Theorie und Praxis
2. Diskussionsfelder
2.1 Islamischer Feminismus – What’s in a name?
2.2 Progressive Muslime und die Frage nach dem „wahren“ Islam
3. Analyse des Ansatzes Amina Waduds
3.1 Historizität, Sprache und Wahrheit bei Amina Wadud
3.2 Ethik des Koran und Maqsid a-ara
3.3 Zu den ethischen und theologischen Grundlagen sozialer Gerechtigkeit bei Wadud – taqw, ilfa und tawd als zentrale theoretische Konzepte
4. Gender-Konzeption bei Wadud
4.1 Die transzendente Dimension von Gleichheit und Ungleichheit
4.2 Die Interpretation des Koranverses 4:34
4.3 Rollenverteilung von Mann und Frau in Familie und Gesellschaft
III. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten einer feministischen Interpretation des Koran am Beispiel der afroamerikanischen Islamwissenschaftlerin Amina Wadud. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, unter welchen theoretischen Prämissen eine solche Neuinterpretation möglich ist und wie Wadud das Spannungsfeld zwischen traditionellen koranischen Texten und zeitgenössischen Anforderungen an Geschlechtergerechtigkeit bewertet.
1.1 Die Sensation – das Freitagsgebet in New York
Etwa einhundert Menschen versammelten sich am 18. März 2005 im Synodenhaus der anglikanischen St. John the Divine-Kirche in der 110. Straße Ecke Amsterdam Avenue in Upper Manhattan, um das islamische Freitagsgebet zu begehen. Auf den Fotos in der Presse sieht man Männer und Frauen nebeneinander sitzend, sogar Frauen, die ihr Haar offen tragen. Einige waren über Hunderte Kilometer angereist, aus der Türkei, aus Ägypten. Sie wollten Geschichte schreiben, eine Geschichte, die zwar schon andere vor ihnen geschrieben hatten - jedoch ohne das entsprechende Medienaufgebot. Kein Mann, der zum Gebet ruft, kein Mann, der die uba hält, kein Mann, der das Gebet leitet. Stattdessen vier Frauen. Asra Nomani las die sogenannte „Bill of Rights for Women in the Mosques“ vor, in der sie unter anderem forderte, dass Frauen in der Moschee neben Männern beten, alle Ämter in der Moschee bekleiden und die Moschee durch den Vordereingang betreten dürfen. Nachdem Suheyla al-Attar in der Moschee zum Gebet gerufen hatte (iqma), hielt Amina Wadud, afroamerikanische Muslima und Wissenschaftlerin, die eigentliche uba und führte das Gebet an. Saleemah Abu’l-Ghafur leitete das ikr. Der Inhalt der uba ist wohl das Einzige, was nicht den Weg in die Medien gefunden hat, abgesehen von ihrer Benennung Gottes mit He/She/It. Die restlichen Aussagen hätten sich auch kaum für eine Sensationalisierung geeignet, da sie lediglich verschiedene Lobpreisungen Gottes enthalten sowie einige Koranzitate, darunter die Verse 4:1 und 33:35, mit denen Wadud die Gleichheit von Mann und Frau und ihren gemeinsamen Ursprung in Gott hervorhebt.
I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation und den Aufbau der Arbeit vor, bettet das Freitagsgebet Amina Waduds in den medialen Diskurs ein und skizziert die methodischen Zielsetzungen.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Amina Waduds Lebensgeschichte und methodischen Ansatz, erörtert Diskussionsfelder wie den islamischen Feminismus und den progressiven Islam und untersucht detailliert Waduds Koraninterpretation sowie ihre Gender-Konzeption.
III. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert Waduds Ansatz als eine Form der feministischen Koraninterpretation, die auf einer direkten Beziehung zum Text und einer radikalen Gleichheitsethik basiert.
Amina Wadud, Islamischer Feminismus, Progressive Muslime, Koraninterpretation, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Jihad, Hermeneutik, Patriarchat, Taqw, Tawhd, Scharia, Religion und Feminismus, Rollenverteilung, Kontextualisierung, Offenbarung.
Die Arbeit analysiert die feministische Koraninterpretation am Beispiel der US-amerikanischen Wissenschaftlerin Amina Wadud und beleuchtet deren theoretische Begründungen sowie deren praktische Umsetzung.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Biografie von Amina Wadud, der Definition des islamischen Feminismus und des progressiven Islam sowie der methodischen Analyse von Koranversen mit Bezug auf Gender-Themen.
Das Ziel ist es, die methodischen Prämissen von Waduds feministischer Koranexegese darzustellen und zu zeigen, wie sie eine geschlechtergerechte Auslegung innerhalb des islamischen Referenzrahmens rechtfertigt.
Die Arbeit nutzt einen hermeneutischen Ansatz, der den historischen und textualen Kontext von Koranversen analysiert und sie in Bezug zu aktuellen ethischen Diskursen über Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Waduds Biografie, eine theoretische Einordnung in verschiedene muslimische Diskussionsfelder sowie eine detaillierte Auswertung von Waduds Koraninterpretation zu Themen wie Gleichheit, Ehe und Rollenverteilung.
Wichtige Schlüsselwörter sind Amina Wadud, islamischer Feminismus, Koraninterpretation, Gender-Konzeption, Geschlechtergerechtigkeit, Hermeneutik und sozialer Wandel.
Die Biografie hilft zu verstehen, welche persönlichen Erfahrungen von Ausgrenzung und Identitätssuche Waduds Motivation für ihr Engagement und ihre wissenschaftliche Herangehensweise an islamische Quellen maßgeblich geformt haben.
Das Gebet dient als Ausgangspunkt der Untersuchung, da es die mediale Sensationalisierung und die darauf folgenden innermuslimischen Debatten um die Legitimität von Frauen als Vorbeterinnen exemplarisch verdeutlicht.
Die Arbeit sieht in Waduds Ansatz einen Versuch, über eine rein theoretische Koraninterpretation hinauszugehen und durch eine direkte, kontextualisierte Lesart Prinzipien der Gerechtigkeit als universellen Kern der Religion zu etablieren.
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