Examensarbeit, 2009
125 Seiten, Note: 1
1. SUPERMAN UND DER 12. SEPTEMBER 2001
2. TRAUMA UND GRAPHIC NARRATIVE - EINE MÉSALLIANCE?
2.1 Graphic Narrative
2.1.1 Über ‚Comics‘ und ‚Graphic Novels‘ zu Graphic Narratives
2.1.2 Graphic Narrative – Ein Medium in Wort und Bild
2.1.3 Die Sprache der Graphic Narrative
2.1.4 Die Interaktion von Wort und Bild
2.2 Trauma
2.2.1 Die Geschichte des Traumas
2.2.2 Individuelles Trauma
2.2.2.1 Ursache und Wirkung einer unsichtbaren Wunde
2.2.2.2 Das individuelle Trauma des Art Spiegelman
2.2.3 Kollektives Trauma
2.2.3.1 Massenhafte Traumatisierungen und Traumatisierung der Masse
2.2.3.2 Das kollektive Trauma des 11. Septembers
2.3 Trauma und Narration
2.3.1 Die dreifache Paradoxie des Traumas
2.3.2 Die Repräsentation von Trauma in Graphic Narratives
2.3.3 Der Closure-Effekt in Peter Milligans The Unshredded Man
3. INDIVIDUELLES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES
3.1 Art Spiegelmans In the Shadow of No Towers
3.1.1 Die Architektur der ‚No Towers‘
3.1.2 Trauma und Visualität in In the Shadow of No Towers
3.1.3 Trauma und Temporalität in In the Shadow of No Towers
3.2 Peter Kupers Stop Forgetting to Remember
3.2.1 Fiktion und Wirklichkeit in Stop Forgetting to Remember
3.2.2 Der 11. September in roter und schwarzer Tinte
3.3 Dean Haspiels 91101
3.3.1 Die Medialität des 9/11-Traumas in 91101
3.3.2 Die Realität des 9/11-Traumas in 91101
4. KOLLEKTIVES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES
4.1 J. Michael Straczynskis The Amazing Spider-Man #36
4.1.1 Der 11. September als ‚narrativer Ground Zero‘
4.1.2 Der 11. September durch die Augen des Superhelden
4.1.3 Der Superheld als stiller Zeuge
4.1.4 Die Helden des 11. Septembers
4.2 9-11 – Artists Respond & Tell Stories
4.2.1 Heroisierende Erzählmuster
4.2.2 Stereotypisierende Erzählmuster
4.2.3 Deeskalierende und homogenisierende Erzählmuster
5. WORDS DON’T DO IT
Die Arbeit untersucht, inwiefern US-amerikanische Graphic Narratives geeignet sind, das Trauma des 11. Septembers 2001 darzustellen und zu verarbeiten, wobei sie als Gegendiskurs zu den medialen Realbildern fungieren.
2.1.3 Die Sprache der Graphic Narrative
Scott McCloud vergleicht die Struktur einer Graphic Narrative mit dem Aufbau einer Sprache. Wie eine Sprache, so haben auch Graphic Narratives einen eigenen Wortschatz und eine eigene Grammatik.
Der Wortschatz der Graphic Narrative beinhaltet nach McCloud jegliche Form von Bildern. Dazu zählt er auch Wörter, denn Buchstaben sind im Grunde nichts anderes als abstrakte Bildzeichen, die erst durch ihre sinnvolle Aneinanderreihung zu Wörtern werden. Außerdem verfügt das Medium der Graphic Narrative über eine enorme Anzahl eigener Bildzeichen, deren symbolischer Charakter durch einfache Darstellungsmethoden komplexe Beschreibungen ersetzen kann. In Abbildung 3 erkennt man zum Beispiel die Gefühlszustände Konfusion, Ohnmacht, Scham und Überraschung (von links nach rechts) auf einfachste Symbolik reduziert. Wie McCloud anmerkt, können Graphic Narratives auf eine nahezu unbegrenzte Anzahl dieser Bildzeichen zurückgreifen.
Eine Graphic Narrative besteht aus vielen verschiedenen Einzelbildern, die durch einen Rahmen voneinander abgegrenzt werden. Ein solches umrahmtes Einzelbild wird als Panel bezeichnet. Die Ausdruckskraft des Panels selbst wird oft unterschätzt. Dabei handelt es sich hier laut McCloud um das wichtigste Bildzeichen einer Graphic Narrative. Die Konzeption des Panels gibt Aufschluss auf die Unterteilung von Zeit und Raum der Narration. In Abbildung 4 kann man gut erkennen, wie sich die Gestalt eines Panels auf die wahrgenommene Zeit auswirkt.
Im oberen Panel scheint viel mehr Zeit zu verstreichen als im unteren. Durch diesen einfachen Trick kann Zeit wirkungsvoll dargestellt werden. Besonders deutlich wird diese Form der ‚Zeitmanipulation‘ wenn die Panels als Teil einer Sequenz gelesen werden.
So wie eine Sprache einzelne Wörter kombiniert, um eine Botschaft zu übermitteln, so müssen auch die einzelnen Panels zu einer Sequenz verbunden werden. Für Sprachen übernimmt die Grammatik diese Aufgabe. Die Grammatik einer Graphic Narrative nennt McCloud „closure“ (McCloud 1993, 63).
1. SUPERMAN UND DER 12. SEPTEMBER 2001: Das Kapitel analysiert die erste kreative Reaktion auf den 11. September in der Superman-Ausgabe #596.
2. TRAUMA UND GRAPHIC NARRATIVE - EINE MÉSALLIANCE?: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen fest, indem es das Medium Graphic Narrative definiert und psychologische Trauma-Konzepte einführt.
3. INDIVIDUELLES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES: Der Fokus liegt auf der Verarbeitung persönlicher Traumata durch autobiografische Graphic Narratives von Art Spiegelman, Peter Kuper und Dean Haspiel.
4. KOLLEKTIVES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES: Untersucht wird, wie kollektives Trauma in Superheldengeschichten und Anthologien dargestellt wird, mit Fokus auf die gesellschaftliche Bewältigung.
5. WORDS DON’T DO IT: Das Fazit stellt fest, dass Graphic Narratives durch ihre visuelle und verbale Hybridität ein einzigartiges Werkzeug zur Repräsentation traumatischer Ereignisse sind, die mit Worten allein nicht greifbar wären.
Graphic Narrative, Trauma, 11. September, Post-Traumatische Belastungsstörung, Comic, Art Spiegelman, In the Shadow of No Towers, Dissoziation, Closure, Gutter, Kollektives Trauma, Superheld, Repräsentation, 91101, Stop Forgetting to Remember
Die Arbeit untersucht, wie das Trauma des 11. Septembers 2001 in US-amerikanischen Graphic Narratives künstlerisch dargestellt und verarbeitet wurde.
Die Arbeit deckt die Struktur des Mediums Graphic Narrative, psychologische Konzepte individueller und kollektiver Traumata sowie deren Anwendung in den gewählten Texten ab.
Das Ziel ist es zu belegen, dass Graphic Narratives aufgrund ihrer hybriden Form aus Bild und Wort besonders geeignet sind, das komplexe, oft unsagbare Phänomen eines Traumas zu fassen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Graphic Narratives durchgeführt, die in einen theoretischen Kontext aus Psychologie und Trauma-Forschung eingebettet ist.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse individueller Traumata in autobiografischen Werken (Spiegelman, Kuper, Haspiel) und die Untersuchung kollektiver Trauma-Darstellungen in Superheldengeschichten und Anthologien.
Wichtige Begriffe sind Trauma, Graphic Narrative, 11. September, Dissoziation, Closure-Effekt und Repräsentationsfähigkeit.
Art Spiegelman wird als einer der zentralen Autoren analysiert; insbesondere sein Werk 'In the Shadow of No Towers' dient als Hauptbeispiel für die Verarbeitung individueller Traumata.
Der Closure-Effekt bei Milligan wird genutzt, um zu illustrieren, wie Leerstellen zwischen Panels oder Ausgaben genutzt werden können, um das traumatische Ereignis des 11. Septembers indirekt und wirkungsvoll zu vermitteln.
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