Bachelorarbeit, 2011
23 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Was ist Sünde heute?
3. Sünde in der Erzählung von Kain und Abel
3.1. Einleitung, Geburt der Söhne Gen 4,1-2
3.2. Opferdarbringung Gen 4,3-5a
3.3. Kain ist zornig Gen 4,5b
3.4. Warnung Gottes Gen 4,6-7
3.5. Brudermord Gen 4,8
3.6. Verhör, Fluchspruch und Gnade Gottes Gen 4,9-16
3.7. Nachkommen Kains Gen 4,17
3.8. Fazit zur Sünde in der Erzählung von Kain und Abel
4. Theologische Reflexion Dorothee Sölles zur Sünde
4.1. Christliches Konzept der Sünde
4.2. Das Sündenverständnis im Rahmen der drei Paradigmen
4.3. Feministische Sündenverständnis nach Valerie Saiving Goldstein
5. Mein eigenes Urteil zur Sünde
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sündenbegriff im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verharmlosung und theologischer Deutung. Dabei wird analysiert, wie sich das Verständnis von Sünde von einer biblischen Urgeschichte bis hin zu modernen, strukturellen Entfremdungskonzepten entwickelt hat, um ein fundiertes eigenes Urteil zu bilden.
3.2. Opferdarbringung Gen 4,3-5a
Im nächsten Vers wird von der Opfergabe berichtet. Beide Brüder bringen ein Opfer dar. Interessant jedoch ist, dass Abels Opfer mit dem Wort „Erstlingsopfer“ benannt wird und Kains nicht weiter erwähnt. Dies lässt darauf schließen, dass die Ausbeute Kains in diesem Jahr nicht so gut war wie die von Abel. „So konnte man am ökonomischen Ertrag der Arbeit die Annahme des Opfers durch Gott gleichsam ablesen.“
Der Erzähler berichtet kurz, dass Gott das Opfer Abels gnädig ansieht, das des Kain aber nicht. Somit ist der Anfang des Dramas geprägt durch die bittere Erkenntnis Kains, dass Gott nicht sein, sondern nur Abels Opfer annimmt.
Hier stellen sich einige Fragen, die vom Text nicht beantwortet werden: Woran konnte man erkennen, dass Gott nur Abels Opfer ansah? Warum sah er Kains Opfer nicht an?
Die Antwort auf die erste Frage lässt sich durch Bilder erschließen, die diese Szene der Opfergabe darstellen. Auf den Bildern wird die Annahme Abels verbildlicht durch emporsteigenden Rauch beim „Erstlingsopfer“. Der Rauch bei Kains Opfer hingegen schleicht am Boden entlang.
Auf die zweite Frage gibt es mehrere Antwortmöglichkeiten und Spekulationen, die ich hier jedoch nicht erläutern möchte, da es einerseits den Umfang meiner Arbeit sprengen würde und zum anderen zu sehr von meinem Thema abweicht. Denn die Erzählung befasst sich nicht mit der Frage nach dem Warum, sondern beschreibt „ein Faktum, das jeder Mensch erleben kann.“ Manchmal ist man erfolgreich, doch manchmal muss man auch Misserfolge durchstehen. Es geht also nicht darum einen Grund für Nichterfolg bzw. Erfolg zu finden, sondern es geht um die Frage: Wie geht der Mensch damit um, dass ein anderer Erfolg hat, während man selber gescheitert ist?
1. Einleitung: Hinführung zum Thema Sünde, begründet durch die Beobachtung einer gesellschaftlichen Entfremdung vom ursprünglichen theologischen Sündenverständnis.
2. Was ist Sünde heute?: Analyse der gegenwärtigen, oft ironischen oder verharmlosenden Verwendung des Sündenbegriffs in den Medien und im Alltag.
3. Sünde in der Erzählung von Kain und Abel: Biblische Untersuchung der Erzählung als Ausgangspunkt für das Verständnis von Sünde als Verletzung von Gemeinschaft und als machtvolle Dynamik.
4. Theologische Reflexion Dorothee Sölles zur Sünde: Auseinandersetzung mit der Sölleschen Theologie, insbesondere der Trennung von Gott, den Entfremdungsformen und den verschiedenen theologischen Paradigmen.
5. Mein eigenes Urteil zur Sünde: Reflexion der Autorin, die Sölle-Ansätze kritisch würdigt und das eigene Verständnis als Verbindung von Tatsünde und einem unverschuldeten, aber verantworteten Zustand beschreibt.
Sünde, Ursünde, Kain und Abel, Dorothee Sölle, Trennung von Gott, Entfremdung, Erbsünde, Moral, Befreiungstheologie, Struktur, Verantwortung, Individuum, Gesellschaft, Theologie, Tatsünden.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Sündenbegriffs und dessen Wandel von biblischen Zeiten bis heute, wobei ein besonderer Fokus auf der theologischen Reflexion Dorothee Sölles liegt.
Die Arbeit deckt die Bereiche Bibelauslegung (Kain und Abel), systematische Theologie (Sündenbegriff, Erbsünde) und die soziologische Analyse von Moralvorstellungen ab.
Ziel ist es, ein eigenes, reflektiertes Urteil zur Bedeutung der Sünde zu formulieren, das sowohl biblische als auch zeitgenössische theologische Erkenntnisse integriert.
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Methode zur Textauslegung sowie eine vergleichende Analyse theologischer Paradigmen.
Der Hauptteil gliedert sich in die exegetische Arbeit an der Kain-und-Abel-Erzählung und die systematische Auseinandersetzung mit Dorothee Sölles Sündenverständnis.
Wichtige Begriffe sind Sünde, Entfremdung, Ursünde, Gottesbeziehung und gesellschaftliche Verantwortung.
Sie betont, dass für Frauen oft nicht Stolz, sondern Selbstverleugnung und Unterwürfigkeit die zentrale Herausforderung im Kontext von Sündenstrukturen darstellen.
Es symbolisiert die barmherzige Zuwendung Gottes, die den Mörder trotz seiner Schuld unter Schutz stellt und die Trennung von Gott nicht endgültig werden lässt.
Sünde wird hier nicht mehr nur als rein moralisches Versagen gesehen, sondern als strukturelle Isolation in den Dimensionen Arbeit, Nächster, Natur und eigene Person.
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