Diplomarbeit, 2009
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen des islamischen Finanzwesens
2.1 Grundsätzliches zum Islam
2.1.1 Quellen des Islams
2.1.2 Der Rechtsrahmen - Die Scharia und Fiqh
2.2 Islamic Banking
2.2.1 Islamische Wirtschaftsordnung
2.2.2 Rahmenbedingungen
2.2.2.1 Zinsverbot und Wucher = Riba
2.2.2.2 Verbot der Unsicherheit, Risiko und Spekulation = Gharar
2.2.2.3 Verbot des Glücksspiels = Maysir
2.2.3 Das Scharia Board
2.2.4 Wichtige Organisation im Überblick
2.2.4.1 AAOIFI
2.2.4.2 Islamic Development Bank
2.2.5.3 Financial Service Board
2.3 Produkte im Islamic Banking
2.3.1 Kreditprodukte
2.3.1.1 Mudaraba
2.3.1.2 Sukuk
2.3.2 Wertpapiere als Anlageprodukte
3. Finanzanalyse islam-konformer Wertpapiere
3.1 Aktienscreening
3.2 Fundamentalanalyse
3.2.1 Herangehensweise der Fundamentalanalyse
3.2.1.1 Bottum-up-Absatz
3.2.1.2 Top-down-Ansatz
3.2.2 Analysebereiche der FA
3.2.2.1 Global- und Branchenanalyse
3.2.2.2 Unternehmensanalyse
3.3 Technische Analyse
3.3.1 Chartanalyse
3.3.1.1 Chartdarstellungen
3.3.1.2 The Trend is your Friend
3.3.2 Markttechnische Analyse
3.3.2.1 Vorauseilende Indikatoren
3.3.2 2 Nachlaufende Indikatoren
3.4 Fazit
4. Ausblick
4.1 Zusammenfassung
4.2 Aktuelle Situation und Perspektiven des Islamic Finance
4.3 Herausforderungen
Ziel dieser Arbeit ist es, die grundlegenden Prinzipien des islamischen Finanzwesens (Islamic Finance) darzustellen, um ein besseres Verständnis für dieses alternative Wirtschaftsmodell zu schaffen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, wie Methoden der klassischen Finanzanalyse unter den strengen Scharia-konformen Rahmenbedingungen, die Zins- und Spekulationsverbote beinhalten, angewendet werden können.
2.2.2.1 Zinsverbot und Wucher = Riba
Zinsen sind der Preis für das Überlassen von Kapital (Geld- oder Sachkapital). Der Kapitalnehmer zahlt dem Kapitalgeber einen Zins als Vergütung für den Verzicht auf gegenwärtige Verfügbarkeit desselben (Konsumverzicht), für das Ausfallrisiko und die Realminderung durch Inflation. Je nach Kapitalanlage oder Kreditart lassen sich verschiedene Zinsbegriffe unterscheiden.
Das Zinssystem war und ist nie frei von Kritik seitens der Wissenschaft. Generell wurde der Zins in historischen Zeugnissen aus Philosophie und Theologie sowie in den heiligen Schriften beziehungsweise den literarischen Zeugnissen immer kritisch betrachtet. So heißt es schon im Lukasevangelium (6,35): „Gebt ein Darlehen, aber erhofft euch keinen Gewinn davon!” Dennoch ist der Islam heute die einzige Religion, die den Zins weiterhin verbietet.
Zins und Zinszahlungen sind in der westlichen Wirtschaft fest in das Finanzsystem der jeweiligen Staaten eingebunden und werden volkswirtschaftlich betrachtet zur Beständigkeit und Regulierung der Währungs- und Wirtschaftsstabilität eingesetzt. Darüber hinaus werden Zinsen in der politischen Öffentlichkeit nicht selten als Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wahrgenommen.
Gemeinhin werden die Begriffe Riba und Zinsen synonym verwendet. Der Terminus Zins hat aber eine andere Bedeutung und weist divergente Konnotationen auf. Darum ist hier der Begriff Riba weiter zu definieren, da eine Übersetzung im Sinne von Zins ist nicht zutrifft. Dieser Begriff ist - mit Folgen für das islamische Finanzwesen und die damit einhergehende Konstruktion islamischer Finanzprodukte - weitreichender und zugleich einschränkender. Schließlich sind Ertragsarten, die typischerweise als Zins bezeichnet werden wie zum Beispiel Mietzins nicht verboten. Zudem beinhaltet Riba mehrere Austauschgeschäfte, die von dem Wort „Zins“ nicht erfasst werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung des islamischen Finanzwesens ein, erläutert die Beweggründe für die zunehmende Aufmerksamkeit und steckt das Ziel sowie den Aufbau der Diplomarbeit ab.
2. Grundlagen des islamischen Finanzwesens: In diesem Kapitel werden die religiösen Wurzeln des islamischen Finanzwesens sowie die zentralen Verbotsprinzipien (Riba, Gharar, Maysir) und die Rolle der Scharia-Boards erläutert, ergänzt durch eine Übersicht wichtiger Institutionen und Finanzprodukte wie Mudaraba und Sukuk.
3. Finanzanalyse islam-konformer Wertpapiere: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Anforderungen an die Finanzanalyse von Aktien unter islamischen Bedingungen, insbesondere durch einen Screening-Prozess sowie die Anwendung von Fundamentalanalyse und technischer Analyse.
4. Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, analysiert die aktuelle Situation und die zukünftigen Entwicklungsperspektiven des Islamic Finance und arbeitet die noch bestehenden Herausforderungen für die Praxis heraus.
Islamic Finance, Scharia, Riba, Gharar, Maysir, Mudaraba, Sukuk, Aktienscreening, Fundamentalanalyse, Technische Analyse, Finanzanalyse, Scharia Board, AAOIFI, IFSB, Kapitalmarkt.
Die Arbeit untersucht das Konzept des islamischen Finanzwesens, seine ethisch-religiösen Grundlagen und wie diese auf moderne Finanzprodukte und die Finanzanalyse angewendet werden können.
Zu den zentralen Themen gehören die islamische Wirtschaftslehre, die Verbote von Zins, Spekulation und Unsicherheit, die Rolle religiöser Aufsichtsräte (Scharia Boards) sowie Methoden der Aktienbewertung.
Das primäre Ziel ist es, die Philosophie des islamischen Finanzwesens zu klären und zu untersuchen, ob und wie klassische Finanzanalysen mit den islamischen Prinzipien vereinbar sind.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Analyse-Methodik, indem sie islamische Prinzipien den Finanzmärkten gegenüberstellt und die Integration beider Bereiche durch Screening-Prozesse sowie fundamentale und technische Analyse untersucht.
Der Hauptteil erstreckt sich von den religiösen Grundlagen (Quellen des Islams, Scharia-Prinzipien) über konkrete Produkte wie Mudaraba und Sukuk bis hin zur detaillierten Anwendung von Aktienscreening und Finanzmarktanalyse.
Islamic Finance, Scharia, Riba, Gharar, Mudaraba, Sukuk und Finanzanalyse.
Riba ist weiter gefasst als der rein geldliche Zins; es bezeichnet jegliche Art von ungerechtfertigtem Zuwachs bei Tauschgeschäften und ist im islamischen Recht fundamental verboten, während Zinsen im westlichen Finanzwesen als Standardinstrument gelten.
Da viele Unternehmen in Bereichen tätig sind, die gegen die Scharia verstoßen (z. B. Glücksspiel, Rüstung, Alkohol) oder die finanzielle Kennzahlen aufweisen, die nicht schariakonform sind, müssen sie vor einer Investition durch ein Screening gefiltert werden.
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