Diplomarbeit, 2011
105 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Not Invented Here Syndrom
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Einordnung in die Betriebswirtschaftslehre
2.3 Einflussfaktoren auf die Entstehung
2.4 Konsequenzen für die Performance von Innovationsprojekten
2.5 Interventions- und Präventionsinstrumente
2.6 Forschungslücken und Einordnung der Studie
3 Theoretische Grundlage der empirischen Studie
3.1 NIH-Syndrom auf der Einstellungsebene
3.1.1 Einordnung in die Sozialpsychologie
3.1.2 Bestimmung der Betrachtungsebene
3.1.3 Entstehung und Wirkung von Einstellungen
3.2 Explizite versus implizite Verfahren zur Messung von Einstellungen
3.2.1 Notwendigkeit verschiedener Messverfahren
3.2.2 Nachteile expliziter Messverfahren
3.2.3 Ursprung und Vorteile impliziter Messverfahren
3.3 Einstellungsmessung mit dem Impliziten Assoziationstest
3.3.1 Idee und Ziel
3.3.2 Technische Hilfsmittel und Messverfahren
3.3.3 Aussagekraft des IAT-Effekts
4 Empirische Studie
4.1 Datengrundlage
4.1.1 Grundgesamtheit
4.1.2 Gesamtstichprobe
4.1.3 Umgang mit Daten
4.2 Studiendesign
4.2.1 Hypothese
4.2.2 Eingesetzte technische Hilfsmittel und Materialien
4.2.3 Aufbau des Impliziten Assoziationstests
4.2.4 Durchführung des Impliziten Assoziationstests
4.3 Ergebnisse des Impliziten Assoziationstests
4.3.1 Auswertung und Diskussion der Studentenergebnisse
4.3.1.1 Deskriptive Statistik
4.3.1.2 Statistische Prüftests
4.3.2 Auswertung und Diskussion der Doktorandenergebnisse
4.3.2.1 Deskriptive Statistik
4.3.2.2 Statistische Prüftests
4.3.3 Gegenüberstellung der Hauptgruppenergebnisse
4.3.3.1 Deskriptive Statistik
4.3.3.2 Statistische Prüftests
5 Schlussbetrachtung
5.1 Kritische Beurteilung der Erkenntnisse
5.2 Implikationen für zukünftige Forschungsvorhaben
5.3 Implikationen für technologieintensive Unternehmen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das „Not-Invented-Here“-Syndrom (NIHS) mittels des Impliziten Assoziationstests (IAT) als psychologisches Konstrukt messbar gemacht werden kann. Das primäre Ziel ist es, eine valide Operationalisierung von NIHS-Tendenzen bei Ingenieuren zu finden, um der sozialen Erwünschtheit bei herkömmlichen Befragungen entgegenzuwirken und eine objektivere Messung von Einstellungen gegenüber externem Wissen zu ermöglichen.
Begriffsbestimmung
Der Begriff ,Not Invented Here‘ wird von Mitarbeitern in Unternehmen und Forschungsinstituten spätestens seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts als Synonym für die Abneigung gegenüber einer nicht intern erfundenen Innovation verwendet. Erstmals wird der ,NIH‘-Begriff von Clagett (1967) im Rahmen seiner Masterarbeit am Massachusetts Institute of Technology einer empirischen Untersuchung unterzogen. Dabei fällt ihm auf, dass im Zusammenhang mit dem NIH-Begriff oft von einer Art Leiden bzw. Erkrankung die Rede ist:
„Not Invented Here (N.I.H.) has been used among technical organizations as a shorthand to describe the attitude (often spoken of as if it were a diseas) of technical organizations who resist adoption of an innovation proposed from a source outside of the organization.“
Entsprechend der negativen Charaktereigenschaften einer Erkrankung, herrscht seither weitgehende Einigkeit darüber, dass das NIH-Syndrom einen Zustand beschreibt, der unvorteilhafte Auswirkungen auf die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen haben kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des „Not-Invented-Here“-Syndroms ein und legt das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau dar.
2 Not Invented Here Syndrom: In diesem Kapitel werden der Begriff definiert, in die BWL eingeordnet und Einflussfaktoren auf die Entstehung sowie Konsequenzen für die Projektperformance beleuchtet.
3 Theoretische Grundlage der empirischen Studie: Hier werden die sozialpsychologischen Hintergründe der Einstellungsforschung erörtert und die Eignung des IAT als Messinstrument begründet.
4 Empirische Studie: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Datengrundlage sowie die detaillierten Ergebnisse der IAT-Messungen bei Studenten und Doktoranden.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse sowie Implikationen für die zukünftige Forschung und die Managementpraxis.
Not-Invented-Here-Syndrom, NIHS, Impliziter Assoziationstest, IAT-Effekt, Innovationsmanagement, Wissensmanagement, Einstellungsforschung, Vorurteile, Sozialpsychologie, Ingroup-Outgroup-Phänomen, F&E-Einrichtungen, Technologieorientierte Unternehmen, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten „Not-Invented-Here“-Syndrom (NIHS) und untersucht, wie dieses Phänomen – die Ablehnung von externem Wissen durch interne F&E-Mitarbeiter – psychologisch gemessen werden kann.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des NIHS in der Betriebswirtschaftslehre ab, verknüpft diese mit sozialpsychologischen Erkenntnissen über Vorurteile und Einstellungen und führt eine empirische Messung mittels moderner Testverfahren durch.
Ziel ist es, den Impliziten Assoziationstest (IAT) als valides und gegenüber Manipulationsversuchen robustes Messinstrument für NIHS-Tendenzen zu etablieren.
Es wird eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, bei der der IAT am Computer genutzt wird, um Antwortlatenzen zwischen kompatiblen und inkompatiblen Assoziationsbedingungen zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Einstellungsebene und eine anschließende empirische Auswertung der Daten von 140 Probanden, aufgeteilt in Studenten und Doktoranden der Disziplinen Maschinenbau und Elektrotechnik.
Die zentralen Begriffe sind Not-Invented-Here-Syndrom, Impliziter Assoziationstest (IAT), Innovationsmanagement und Einstellungsforschung.
Die Studie deutet darauf hin, dass die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen sozialen oder akademischen Umfeldern (Studenten vs. Doktoranden) die Ausprägung des NIHS beeinflussen kann, da Einstellungen durch kontinuierliche Lernprozesse und Erfahrungen gebildet werden.
Es zeigt sich, dass Mitglieder beider Disziplinen eine Tendenz aufweisen, ihre „eigene“ Disziplin positiver zu bewerten als die jeweils andere, was das NIHS als ein durch Disziplinengrenzen induziertes Phänomen bestätigt.
Das Syndrom führt dazu, dass Innovationen von außen systematisch ignoriert oder abgewertet werden, was die Innovationsfähigkeit einschränkt und zu unnötig hohen Kosten oder dem Scheitern von Projekten führen kann.
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