Diplomarbeit, 2009
98 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Konzept
2.1 Unternehmensebene
2.2 Länderebene
2.3 Dimensionen und Variablen
2.4 Fragenkomplexe
3 Literaturüberblick
3.1 Globalisierung
3.2 Einzelhandel
3.3 Segmentvergleich Lebensmittel / Textilien
3.4 Vergleich nationaler und internationaler Handelsunternehmen
3.5 Internationalisierungsprozess
3.6 Marktkonzentration
3.7 Profitabilität
4 Empirische Datenanalyse
4.1 Datenquellen
4.1.1 Planet Retail
4.1.2 Weltbank
4.1.3 Hofstede
4.1.4 Google Earth
4.2 Datenbeschreibung
4.2.1 Unternehmensbezogene Variablen
4.2.2 Länderbezogene Variablen
4.2.3 Erstellte Datenbanken
4.3 Methodik
4.3.1 Deskriptive Analyse mit Ergänzungen
4.3.2 Multivariates Regressionsmodell
4.4 Annahmen und Restriktionen
4.4.1 Daten
4.4.2 t-Tests
4.4.3 Random Effects Modell
4.5 Ergebnisse
4.5.1 Deskriptive Datenanalyse mit Ergänzungen
4.5.2 Multivariates Regressionsmodell
4.5.3 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse
5 Expertenbefragung
6 Diskussion
7 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die umfassende Analyse der Globalisierungseffekte im Einzelhandelssektor durch eine Verknüpfung von Literaturstudie und einer zweiteiligen empirischen Datenanalyse, um die Gründe für die lokale Ausrichtung der Branche sowie die Auswirkungen internationaler Strategien auf Profitabilität und Marktkonzentration zu untersuchen.
3.2 Einzelhandel
Der Handel wird dem tertiären Sektor einer Volkswirtschaft und damit den Dienstleistungen zugeordnet. “Handel liegt im funktionellen Sinne vor, wenn Marktteilnehmer Güter, die sie in der Regel nicht selbst be- oder verarbeiten (Handelswaren), von anderen Marktteilnehmern beschaffen und an Dritte absetzen” (Ausschuss für Begriffsdefinitionen aus der Handels- und Absatzwirtschaft 1995, S.28). Händler stehen damit zwischen den produzierenden Unternehmen und den Kunden. Im Falle der Einzelhändler sind die Kunden die Endverbraucher. 236 der größten 250 Unternehmen des Sektors stammen derzeit aus Nordamerika, Asien oder Europa (Deloitte 2009, S. 29). Die meisten erfolgreichen transnationalen Handelsunternehmen kommen aus dem Lebensmittel- oder Massenwarenbereich (Coe und Hess 2005, S. 450). Multinationale Spezialisten sind hingegen wesentlich seltener zu finden. Der Handelssektor ist weitaus weniger internationalisiert als beispielsweise die Industrie (sekundärer Sektor). Während produzierende Unternehmen nicht selten Auslandsquoten von über 70 % vorweisen, gibt es nur wenige Einzelhandelsunternehmen, die den überwiegenden Teil ihres Umsatzes im Ausland erzielen (Greipl, Müller und Gelbrich 1999, S. 100). Dieser Unterschied begründet sich durch die unterschiedlichen Anforderungen, die an Handelsunternehmen im Kontext der Internationalisierung gestellt werden.
Insbesondere große Handelsunternehmen unterliegen zur Sicherung ihrer Überlebensfähigkeit dem Diktat des Wachstums. “For large mass market retailers the message is simple: Expand or perish” (A.T. Kearney 2008, S. 19). Wachstum lässt sich grundsätzlich durch Diversifikation oder räumliche Expansion erreichen (Conradi 1999, S. 40-42). Diversifikation ist insbesondere für große Einzelhandelsunternehmen aufgrund der Versorgung von Massenmärkten mit weitgehend substituierbaren Produkten vorerst keine adäquate Strategie. Es müssen daher im Ausland neue Märkte erobert werden. Industrieunternehmen können weitgehend ohne Kontakt zur Gesellschaft in andere Länder expandieren, um dort eventuell günstiger zu produzieren oder auf der Geschäftsebene (B2B) mit anderen Unternehmen in Kontakt zu treten. Einzelhandelsunternehmen sind hingegen ein “integraler Bestandteil des Gemeinwesens” (Conradi 1999, S. 44) und können nur über den Kontakt mit der ausländischen Gesellschaft erfolgreich in fremden Märkten agieren.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Globalisierung im Einzelhandel ein, benennt die Problemstellung der lokalen Ausrichtung der Branche und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Konzept: Dieses Kapitel stellt den konzeptionellen Rahmen der Untersuchung dar und unterteilt die Analyse in die Ebenen Unternehmen, Länder, Dimensionen und Fragenkomplexe.
3 Literaturüberblick: Hier erfolgt eine systematische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands zu Globalisierung, Einzelhandel sowie den spezifischen Faktoren der Internationalisierung und Marktkonzentration.
4 Empirische Datenanalyse: Dieses Kernkapitel beschreibt die verwendeten Datengrundlagen, die methodischen Ansätze (deskriptive Analyse und Panel-Regression) sowie die empirischen Ergebnisse der Hypothesentests.
5 Expertenbefragung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Expertenbefragung, die dazu dient, die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Sicht von Branchenvertretern abzugleichen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungsteile werden hier zusammengeführt, interpretiert und kritisch im Kontext der Besonderheiten des Einzelhandels diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf im Bereich der Internationalisierung des Einzelhandels.
Globalisierung, Einzelhandel, Internationalisierung, Marktkonzentration, Profitabilität, Umsatzrendite, Auslandsexpansion, Triade, Schwellenländer, Marktsättigung, Unternehmenswachstum, Handelshemmnisse, geografische Distanz, kulturelle Distanz, Panelanalyse.
Die Arbeit analysiert die Effekte der Globalisierung auf den Einzelhandelssektor. Dabei wird untersucht, warum sich der Einzelhandel anders als die Industrie verhält und welche Faktoren den Internationalisierungsprozess sowie die Profitabilität von Einzelhandelsunternehmen beeinflussen.
Die Arbeit fokussiert sich auf vier Hauptbereiche: den Vergleich zwischen nationalen und internationalen Handelsunternehmen, den Prozess der Internationalisierung, die Marktkonzentration in verschiedenen Regionen und die Bestimmungsfaktoren der Profitabilität von Einzelhändlern.
Das primäre Ziel ist es, durch eine umfassende empirische Analyse die Lücke in der Forschungsliteratur zu schließen und zu klären, inwiefern internationale Strategien tatsächlich zu einer höheren Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit führen.
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche und einer zweiteiligen empirischen Sekundärdatenanalyse. Letztere umfasst deskriptive statistische Methoden sowie ein multivariates Regressionsmodell in Form einer Panelanalyse zur Identifikation von Einflussfaktoren.
Im Hauptteil werden zunächst das Konzept und die theoretischen Grundlagen erarbeitet. Anschließend erfolgt die empirische Datenanalyse mit einer detaillierten Beschreibung der Datenquellen (u.a. Planet Retail, Weltbank), der Methodik und der Ergebnisse, gefolgt von einer qualitativen Expertenbefragung.
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Internationalisierung, Einzelhandel, Profitabilität (Umsatzrendite), Marktkonzentration und das strukturelle Paradoxon zwischen Standardisierung und lokaler Anpassung.
Der Heimatmarkt fungiert als unverzichtbares "Kraftzentrum" bzw. "Safe Harbour". Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass eine starke Heimatbasis eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche internationale Expansion darstellt.
Die Analyse zeigt, dass der Großteil der Umsätze innerhalb der jeweiligen Heimatkontinente erwirtschaftet wird. Eine echte Globalisierung über die Triade (Nordamerika, Europa, Asien) hinaus findet kaum statt, da Einzelhändler stark standortgebunden sind.
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