Diplomarbeit, 2007
100 Seiten
1. Einleitung
2. Das Unternehmen
2.1 Grundlegende Definition der Organisation
2.2 Rechtsformen, Haftung und Leitungsbefugnis
2.3 Anspruchsgruppen und Unternehmensziele
2.4 Risiken der Unternehmensführung
3. Entscheidungen als Basis unternehmerischen Handelns
3.1 Integration von Organisations- und Entscheidungstheorie
3.2 Individuelles Entscheidungsverhalten unter Unsicherheit
3.3 Entscheidungen in Gruppen
4. Das Management als zentrale Steuerungseinheit
4.1 Verantwortungsbereich und Einfluss des Vorstands
4.2 Die Annahme der „managerial risk aversion“
4.3 Einfluss des Risikoverhaltens auf die Unternehmenspolitik
5. Die Beziehung zwischen Aktionär und Manager
5.1 Konflikte aus der Trennung von Eigentum und Unternehmensführung
5.2 Anreizsetzung durch Risikoübertragung und induzierte Risikoscheu
5.2.1 Harmonisierung der Präferenzen
5.2.2 Kosten der Agency-Beziehung
5.3 Folgerungen aus der Agency-Beziehung
6. Variable Risikopräferenzen des Managements
6.1 Individuelle Verhaltensabweichungen
6.1.1 Irrationales Verhalten und Managemententscheidungen
6.1.2 Probleme der Informationswahrnehmung
6.1.3 Probleme der Informationsverarbeitung
6.1.4 Entscheidungen im deskriptiven Modell
6.1.5 Situationsabhängigkeit des Entscheidungsverhaltens
6.2 Risikoverhalten in Gruppen
6.2.1 Das Phänomen des Groupthink
6.2.2 Risikopräferenz der Entscheidungsgruppe
6.2.3 Qualität und Rationalität kollektiver Entscheidungen
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Einfluss individueller und kollektiver Risikopräferenzen von Managern auf unternehmerische Entscheidungen unter Unsicherheit. Im Zentrum steht dabei der Interessenkonflikt zwischen Eigentümern und Management, der aus der Trennung von Unternehmenseigentum und -führung resultiert. Es wird analysiert, wie sich unterschiedliche Anreizsysteme und psychologische Verhaltensanomalien auf die Risikopolitik von Großunternehmen auswirken.
3.2 Individuelles Entscheidungsverhalten unter Unsicherheit
Zunächst gilt es, eine Entscheidungssituation und deren Merkmale zu charakterisieren. Bei nachfolgender Schilderung handelt es sich um ein Entscheidungsmodell. In jenem Rahmen werden Entscheidungsregeln formuliert, die Entscheidungsträgern als Grundlage rationaler Entscheidungen dienen sollen.37
Ein Entscheidungsmodell ist aus dem Entscheidungsfeld und aus der Zielfunktion des Entscheidungsträgers zusammengesetzt. Das Entscheidungsfeld umfasst mindestens zwei Handlungsalternativen, welche vom Entscheider wählbar sind. Jede Handlung zieht gewisse Folgen nach sich, wobei für eine Entscheidung nur jene Folgen relevant sind, die Einfluss auf die Zufriedenheit des Entscheiders haben. Ist der Entscheider etwa mit dem Gewinn nur an einer Zielgröße orientiert, so entspricht jede Folge bzw. jedes Ergebnis einer Ausprägung dieser Zielgröße. Auch das Ergebnis ist Teil des Entscheidungsfeldes. Darüber hinaus umfasst das Entscheidungsfeld mögliche Realisierungen von Umweltzuständen mit Wirkung auf die Ergebnisausprägungen, welche außerhalb des Einflusses des Entscheiders liegen. Diese beeinflussen also die Ergebnisse der Alternativen, stellen aber keine Entscheidungsvariablen für den Entscheider dar, dieser orientiert sich lediglich an den möglichen Zielgrößenausprägungen.38
Abhängig vom Kenntnisstand des Entscheidungsträgers lassen sich Entscheidungssituationen wie folgt unterscheiden: Bei Sicherheit ist dem Entscheider der eintretende Umweltzustand bekannt, die aus alternativen Handlungen jeweils resultierenden Ergebnisse sind folglich direkt ersichtlich. Im Regelfall gilt für betriebliche Entscheidungen allerdings, dass beim Entscheider Unsicherheit über die eintretenden Umweltzustände besteht, man spricht von Entscheidung unter Unsicherheit. Stehen dem Entscheidungsträger dann subjektive oder objektive Wahrscheinlichkeiten bezüglich der eintretenden Umweltzustände zur Verfügung, so spricht man von einer Entscheidung bei Risiko. In
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Top-Manager als Repräsentanten eines Unternehmens maßgeblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen ausüben, wobei persönliche Präferenzen und Risikoeinschätzungen das Unternehmenshandeln prägen.
2. Das Unternehmen: Dieses Kapitel definiert das Unternehmen als organisatorische Einheit und rechtliches Konstrukt, wobei insbesondere die Trennung von Eigentum und Führung sowie das Shareholder-Value-Konzept als Basis für das Handeln herausgearbeitet werden.
3. Entscheidungen als Basis unternehmerischen Handelns: Hier werden die theoretischen Grundlagen der normativen Entscheidungstheorie sowie der Einfluss von Delegation und individuellen oder kollektiven Entscheidungsprozessen in Unternehmen beleuchtet.
4. Das Management als zentrale Steuerungseinheit: Der Fokus liegt hier auf dem Verantwortungsbereich des Vorstands, dem Haftungsrahmen und der empirischen Evidenz für eine „managerial risk aversion“ sowie deren Einfluss auf die Unternehmenspolitik.
5. Die Beziehung zwischen Aktionär und Manager: Dieses Kapitel analysiert mittels eines Principal-Agent-Modells den Interessenkonflikt zwischen Aktionären und Management sowie die Gestaltung optimaler Anreizverträge.
6. Variable Risikopräferenzen des Managements: Es werden individuelle Verhaltensanomalien sowie gruppendynamische Prozesse wie Groupthink oder der „risky shift“ diskutiert, die zu Abweichungen vom rationalen Standardmodell führen.
7. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zur Komplexität menschlicher Entscheidungsprozesse zusammen und identifiziert Forschungsbedarf für die Integration psychologischer Erkenntnisse in ökonomische Entscheidungsmodelle.
Risikoaversion, Principal-Agent-Modell, Unternehmensführung, Entscheidungsverhalten, Shareholder-Value, Risikopräferenzen, Management, Verhaltensanomalien, Groupthink, Anreizsysteme, Unsicherheit, Rationalität, Diversifikation, Agency-Kosten, Risikomanagement.
Die Arbeit untersucht, wie das individuelle und kollektive Entscheidungsverhalten von Managern unter Unsicherheit das Handeln von Unternehmen beeinflusst, insbesondere im Hinblick auf den Interessenkonflikt zwischen Anteilseignern und Management.
Die zentralen Felder umfassen die Principal-Agent-Theorie, normative Entscheidungstheorie, die Auswirkungen von Risikopräferenzen auf die Unternehmenspolitik sowie psychologische Verhaltensanomalien und Gruppendynamiken in der Führungsetage.
Das Ziel ist die Erforschung der Ursachen und Wirkungen der Risikoscheu von Managern sowie der Möglichkeiten, durch adäquate Anreizstrukturen eine Harmonisierung der Interessen zwischen Management und Eigentümern zu erreichen.
Es wird primär ein modelltheoretischer Ansatz verfolgt (u.a. LEN-Modell, Principal-Agent-Modell), ergänzt durch die Diskussion verhaltensökonomischer Studien und empirischer Erkenntnisse zum individuellen und kollektiven Entscheidungsverhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des unternehmerischen Handelns, die Modellierung der Principal-Agent-Beziehung, die Analyse von Verhaltensabweichungen (Prospect Theory) und die Untersuchung von Entscheidungsprozessen in Gruppen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Risikoscheu, Principal-Agent-Problematik, Unternehmenssteuerung, Behavioral Finance und Entscheidungsrationalität beschreiben.
Die Regel bietet Vorstandsmitgliedern einen Haftungsfreiraum bei unternehmerischen Ermessensentscheidungen, sofern diese auf angemessener Informationsbasis und zum Wohl der Gesellschaft getroffen wurden.
Durch die gemeinsame Diskussion entsteht häufig ein gesteigertes Sicherheitsgefühl oder eine geteilte Verantwortungsübernahme, die dazu führen kann, dass die Gruppe insgesamt zu einer höheren Risikobereitschaft tendiert als die einzelnen Mitglieder für sich genommen.
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