Fachbuch, 2011
118 Seiten
Vorwort
Die Frühbronzezeit in der Schweiz
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Die geheimnisvolle Totenstätte
Die Rhône-Kultur von etwa 2200 bis 1600 v. Chr.
Rückkehr an die Seeufer
Die Arbon-Kultur von etwa 1800 bis 1600 v. Chr.
Graubünden war kein Durchgangsland
Die Inneralpine Bronzezeit-Kultur in der Frühbronzezeit von etwa 2300 bis 1600 v. Chr.
Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die rund 700 Jahre währende frühbronzezeitliche Geschichte auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt, die Lebensweise der Menschen und die technologischen Entwicklungen dieser Epoche durch eine detaillierte Analyse der archäologischen Funde und Siedlungsstrukturen verständlich aufzuarbeiten.
Die geheimnisvolle Totenstätte
Der Zufall bescherte 1961 der Archäologie im Kanton Wallis eine Sternstunde: Damals stießen Arbeiter beim Bau einer Wasserleitung in der Avenue du Petit Chasseur von Sitten (Sion) auf eine rätselhafte Totenstätte mit imposanten Großsteingräbern und verzierten Statuenmenhiren. Bei den Ausgrabungen, die von 1961 bis 1972 andauerten, stellte sich heraus, dass an dieser Stelle mehr als 1000 Jahre lang die Menschen verschiedener Kulturen ihre Toten zu Grabe getragen hatten.
Zu den prächtigsten Entdeckungen in dieser Totenstätte gehören die Hinterlassenschaften der jungsteinzeitlichen Glockenbecher-Kultur, die in manchen Gebieten Europas von etwa 2500 bis 2200 v. Chr. existierte. Diese Kultur verdankt den typischen glockenähnlichen Tongefäßen ihren Namen.
Von ebendiesen Glockenbecher-Leuten stammen die Menschen der frühbronzezeitlichen Rhône-Kultur ab, die von etwa 2200 bis 1600 v. Chr. in der Westschweiz und in Ostfrankreich angesiedelt war. In der Totenstätte von Sitten-Petit Chasseur folgen die Bestattungen dieser beiden Kulturen aus unterschiedlichen Zeitaltern der Urgeschichte, nämlich der Stein- und der Bronzezeit, unmittelbar aufeinander.
Vorwort: Einleitende Informationen zur inhaltlichen Ausrichtung des Taschenbuchs und zu den gewürdigten Experten sowie zur Graphikerin.
Die Frühbronzezeit in der Schweiz: Einführung in die zeitliche Einteilung der Epoche sowie einen Überblick über die regionalen Kulturgruppen.
Die geheimnisvolle Totenstätte: Detaillierte Darstellung der archäologischen Funde von Sitten-Petit Chasseur und der kulturellen Kontinuität von der Stein- zur Bronzezeit.
Rückkehr an die Seeufer: Analyse der Siedlungsstrukturen und Funde der Arbon-Kultur im schweizerischen Mittelland und am Bodensee.
Graubünden war kein Durchgangsland: Untersuchung der eigenständigen Entwicklung der Inneralpinen Bronzezeit-Kultur und der Bedeutung von Höhensiedlungen.
Frühbronzezeit, Schweiz, Rhône-Kultur, Arbon-Kultur, Inneralpine Bronzezeit-Kultur, Sitten-Petit Chasseur, Seeufersiedlungen, Metallurgie, Bronze, Grabfunde, Bestattungssitten, Urgeschichte, Archäologie, Höhensiedlungen, Handel
Das Buch behandelt die etwa 700 Jahre umfassende Urgeschichte der Schweiz in der Frühbronzezeit (ca. 2300 bis 1600 v. Chr.) und beschreibt die dort existierenden Kulturen und ihre Lebensweise.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Rhône-Kultur, die Arbon-Kultur sowie die Inneralpine Bronzezeit-Kultur.
Das Ziel ist die wissenschaftliche Rekonstruktion und Dokumentation der Lebensverhältnisse, Siedlungsformen und der materiellen Kultur der frühbronzezeitlichen Bevölkerung in der Schweiz.
Die Arbeit basiert auf der Auswertung und Zusammenführung zahlreicher archäologischer Fundberichte, Grabungsergebnisse und kulturwissenschaftlicher Analysen prähistorischer Artefakte.
Der Hauptteil gliedert sich nach geografischen und kulturellen Gebieten und behandelt detailliert Siedlungswesen, Kleidung, Handwerk, Bestattungsriten und Handelsbeziehungen.
Neben der klassischen Archäologie werden auch Erkenntnisse aus der Archäozoologie, Botanik und Dendrochronologie zur Datierung und Interpretation herangezogen.
Die Aare-Rhône-Gruppe pflegte enge Beziehungen zur technologisch führenden Aunjetitzer Kultur, von der sie sowohl Zinn als auch metallurgische Techniken und Ideen übernahm.
Durch den Fund besonders reich ausgestatteter Gräber, sogenannte "Fürstengräber" mit Prestigeobjekten aus Gold und hochwertiger Bronze, lassen sich klare gesellschaftliche Unterschiede ablesen.
Sie gilt als eine "Sternstunde" der Archäologie, da sie eine lückenlose Abfolge von Bestattungen von der Glockenbecher-Kultur (Jungsteinzeit) bis zur Rhône-Kultur (Frühbronzezeit) an einem Ort dokumentiert.
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