Magisterarbeit, 2008
132 Seiten
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Was ist Bilingualismus?
2.1.1 Bilingualismus aus psycholinguistischer Sicht
2.1.2 Verschiedene Formen von Bilingualismus
2.2 Was ist Codeswitching?
2.2.1 Beschreibungsmodelle zur Oberflächenstruktur
2.2.1.1 Das Two-Constraints-Modell
2.2.1.2 Das Matrix-Language-Frame-Modell
2.2.1.3 Muyskens Code-mixing-Typologie
2.2.2. Was ist ein Code?
2.2.3 Die Abgrenzung von Codeswitching und Entlehnung
3. Motive für Codeswitching
3.1. Verschiedene Sprachen für verschiedene Domänen
3.2 Codeswitching als Mittel der Gesprächorganisation
3.2.1 Die Klassifikation von Peter Auer
3.2.2 Weitere Forschung zu Codeswitching zur Gesprächsorganisation
3.3 Zwischen Domäne und Gesprächsstrategie: Das Markiertheitsmodell von Myers-Scotton
3.4 Clynes Entdeckungen am Rande der Soziolinguistik: Triggering und Sprachökonomie
3.4.1 Triggering als psycholinguistischer Auslöser für Codeswitching
3.4.2 Sprachökonomie als Grund für Codeswitching
3.5 Kindlicher Bilingualismus: Codeswitching aus Sicht der Spracherwerbsforschung
3.6 Klassifikation der Gründe für Codeswitching
3.6.1 Zusammenstellungen und Typologien in der bisherigen Literatur
3.6.2 Eigene Einteilung
4. Eigene Untersuchung
4.1 Zielsetzung
4.2 Methode
4.3 Die untersuchten Personen
4.4 Analyse
4.4.1 Ermittlung des zugrunde liegenden Codes
4.4.2 Die Zuordnung von Gründen
4.4.2.1 Zuordnung von Echo-Verhalten
4.4.2.2 Kongruente Lexikalisierung
4.4.2.3 Probleme mit Codeswitching aufgrund eines Adressatenwechsels
4.4.2 Analyse der einzelnen Personen
4.4.3 Zusammenfassung: Die Untersuchungsgruppen im Vergleich
4.5 Mögliche Kritikpunkte
5. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, empirisch zu untersuchen, inwieweit die Art des Spracherwerbs das Codeswitching-Verhalten beeinflusst und welche Gründe für den Sprachwechsel bei verschiedenen Formen von Bilingualismus ausschlaggebend sind. Dabei soll insbesondere geklärt werden, ob sich durch eine einheitliche Methode verschiedene Sprechergruppen gezielt miteinander vergleichen lassen.
3.1. Verschiedene Sprachen für verschiedene Domänen
Wie bereits in Kapitel 2.2 erwähnt, bildet die Untersuchung von Jan-Petter Blom und John J. Gumperz aus dem Jahr 1972 einen Wendepunkt in der linguistischen Sicht auf Codeswitching-Verhalten. Was vormals auf mangelnde Kompetenz zurückgeführt und nicht als eigenständiger Untersuchungsgegenstand angesehen wurde, wurde hier ins Zentrum einer Studie gestellt, die damit eine ganz eigene Forschungsrichtung begründete (vgl. Myers-Scotton 1995a, S. 46). Insbesondere die Frage nach Motiven für Codeswitching wurde hier aus ethnolinguistischer Sicht zum ersten Mal beleuchtet.
Blom & Gumperz untersuchen in dieser Studie das sprachliche Verhalten in dem norwegischen Ort Hennesberget, in dem die meisten Bewohner zweisprachig sind. Die gesprochenen Sprachen sind der bodenständige Dialekt Ranamål sowie die norwegische Standardsprache Bokmål. Die meisten Sprecher sind in beiden Sprachen gleichermaßen kompetent, da Ranamål die innerhalb der Familie gebräuchliche Sprache ist und die Kinder sie beim Erstspracherwerb lernen, sie aber von Kindheit an auch mit Bokmål konfrontiert sind, da der Schulunterricht auf Bokmål abgehalten wird und es auch durch die Massenmedien, als Sprache des öffentlichen Raums und der Kirche ständig präsent ist. Mangelnde Kompetenz kann daher als Motiv für Codeswitching praktisch ausgeschlossen werden. Beide Sprachen haben gleichermaßen ein hohes Prestige und werden im Alltag häufig gebraucht (vgl. Blom & Gumperz 1973, S.408 und 411).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen des Codeswitching im Alltag und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen des Sprachwechsels bei unterschiedlichen Formen von Bilingualismus.
2. Definitionen: Dieses Kapitel klärt die Kernbegriffe Bilingualismus und Codeswitching und bietet einen Überblick über die Forschungsgeschichte sowie verschiedene theoretische Beschreibungsmodelle.
3. Motive für Codeswitching: Hier werden die wichtigsten soziolinguistischen und psycholinguistischen Ansätze zur Erklärung von Codeswitching-Anlässen, wie Domänenzugehörigkeit, Diskursstrategien und Triggering, detailliert diskutiert.
4. Eigene Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise der Pilotstudie, die Analyse der Daten aus den Familien und präsentiert die Ergebnisse im Vergleich der Untersuchungsgruppen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und reflektiert über die Eignung der gewählten Methode zur Untersuchung von Codeswitching-Motive bei verschiedenen bilingualen Sprechergruppen.
Bilingualismus, Codeswitching, Sprachkontakt, Diskursstrategie, Domänen, Triggering, Sprachökonomie, Spracherwerbsforschung, Sprachwechsel, Intersententiales Codeswitching, Intrasententiales Codeswitching, Pilotstudie, Sprachproduktion, Soziolinguistik, Psycholinguistik
Die Arbeit untersucht die Gründe und Auslöser für das Phänomen des Codeswitching bei verschiedenen Arten von bilingualen Sprechern in einer monolingualen Gesellschaft.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Definitionen von Bilingualismus, gängige Erklärungsmodelle für Codeswitching (z.B. Domänen, Gesprächsstrategien) und die empirische Untersuchung von Sprachwechseln in alltäglichen Gesprächssituationen.
Das primäre Ziel ist es, durch einen direkten Vergleich unterschiedlicher bilingualer Sprechergruppen herauszufinden, ob die Art des Spracherwerbs charakteristische Muster für das Codeswitching-Verhalten vorgibt.
Es handelt sich um eine Pilotstudie, die eine Kombination aus Korpusanalyse von Alltagsgesprächen und einer gezielten Befragung der Untersuchungspersonen zu den Gründen ihrer Sprachwechsel verwendet.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Definitionen und bisherige Forschungsmotive) erarbeitet, gefolgt von einer eigenen Untersuchung, bei der familiäre Sprachaufnahmen analysiert und die Sprecher systematisch befragt wurden.
Bilingualismus, Codeswitching, Sprachkontakt, Diskursstrategie, Domänen, Triggering, Sprachökonomie, Spracherwerbsforschung und Sprachproduktion.
Während bisherige Studien oft einzelne Sprechergruppen isoliert betrachteten, liegt der Fokus dieser Arbeit auf dem direkten Vergleich zwischen verschiedenen Gruppen von bilingualen Sprechern (z.B. Migranten vs. zweisprachig aufgewachsene Personen).
Die Migrantengruppe zeigte sich als äußerst heterogen, wobei keine einheitlichen, für diese Gruppe typischen Muster für Codeswitching identifiziert werden konnten, was für die Notwendigkeit weiterer Forschung spricht.
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