Diplomarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Behandlung natürlicher Monopole in Theorie und Praxis
2.1 Natürliche Monopole in der Theorie
2.1.1 Definition und Effizienz
2.1.2 Traditionelle und neue Theorie
2.2 Natürliche Monopole in der Praxis
2.2.1 Verhandelter Netzzugang
2.2.2 Kostenregulierung: Rate of Return-Regulierung
2.2.3 Anreizregulierung: Revenue Cap
2.2.4 Exkurs Benchmarking
2.2.5 Verhandelter und regulierter Netzzugang im Vergleich
3 Bottleneck-Regulierung am Beispiel des deutschen Elektrizitätsmarktes
3.1 Erste Phase: verhandelter Netzzugang
3.1.1 Rechtliche Vorgaben: die erste EnWG – Novelle
3.1.2 Die Verbändevereinbarungen
3.1.3 Ökonomische Analyse des verhandelten Netzzugangs
3.1.3.1 Marktstruktur und Wettbewerbsintensität
3.1.3.2 Großhandel
3.1.3.3 Netzentgelte
3.1.3.4 Exkurs Netzentgeltvergleiche
3.1.3.5 Versorgungsqualität
3.1.3.6 Investitionen
3.1.3.7 Staatslasten
3.1.4 Zusammenfassung
3.2 Zweite Phase: regulierter Netzzugang
3.2.1 Rechtliche Vorgaben: die zweite EnWG-Novelle
3.2.2 Unbundling
3.2.3 Kostenregulierung
3.2.3.1 Ökonomische Analyse: aktueller Stand
3.2.3.2 Zusammenfassung
3.2.4 Anreizregulierung
3.2.4.1 Die Revenue Cap-Formel
3.2.4.2 Kritik der Revenue Cap-Formel
4 Fazit
4.1 Zusammenfassung
4.2 Limitations
4.3 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Umsetzung der Regulierung natürlicher Monopole im deutschen Elektrizitätssektor unter Berücksichtigung der Liberalisierungsprozesse, um Effizienzpotenziale zu identifizieren und die Preisentwicklung sowie Investitionstätigkeit kritisch zu bewerten.
2.2.4 Exkurs Benchmarking
Grundsätzlich kann die Sicherstellung eines nachhaltigen Netzbetriebes nur gewährleistet werden, wenn effiziente Netzbetreiber ihre Investitionen vollständig über die Netzentgelte refinanzieren können. Bei der Ausgestaltung des Vergleichs durch Benchmarking verfügt der Regulierer über erhebliche Spielräume bei der Auswahl der Methoden und Parameter. Es ergeben sich drei grundlegende Probleme bei der Ermittlung der Netzentgelte. Die Entscheidung für eine Methode und für bestimmte Variablen und -definitionen ist nur teilweise objektiv begründbar, führt aber zu stark abweichenden Ergebnissen. Es besteht die Gefahr einer Diskriminierung von Netzbetreibern. Für die Netzbetreiber ergeben sich Anreize zu strategischem Verhalten in Form von Beeinflussung bei der Methodenwahl, Kostenmanipulation und Fusionen. Zweitens beruht die Übersetzung der Benchmarkergebnisse in die Obergrenze zwangsläufig teilweise ebenfalls auf willkürlichen Entscheidungen. Je nach zeitlichen Verteilung der zugestandenen Gewinne und nach Länge des Anpassungspfades können suboptimale Anreize entstehen. Drittens ist die Kostenbasis des Benchmarking von grundlegender Bedeutung. Beispielsweise führen Neuinvestitionen zu höheren Kapital- und geringeren Betriebskosten (Instandhaltung). Die theoretisch langfristig optimale Kostenstruktur ergibt sich auf der Basis der Gesamtkosten. Für diesen Fall weisen Weber und Schober aber bei heterogenen Kapitalbeständen einen systematischen Anreiz zu Unterinvestitionen nach. Wegen des verzögerten Wirkungszusammenhangs von Investitionen und Versorgungsqualität kann möglichen Unterinvestitionen besonders in der Anfangsphase zunächst schon durch die Androhung einer Qualitätsregulierung begegnet werden. In Verbindung mit der Qualitätsregulierung können auf diese Weise Unterinvestitionen ebenso verhindert werden wie die Tendenz zur Überinvestition bei kostenorientierter Regulierung (Averch-Johnson-Effekt).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle öffentliche Debatte um Strompreise und die regulatorische Notwendigkeit, natürliche Monopole im Elektrizitätsmarkt effizient zu regulieren.
2 Behandlung natürlicher Monopole in Theorie und Praxis: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen natürlicher Monopole, definiert deren Effizienz und vergleicht traditionelle mit neuen Regulierungstheorien sowie praktischen Instrumenten.
3 Bottleneck-Regulierung am Beispiel des deutschen Elektrizitätsmarktes: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die zwei Phasen der deutschen Marktregulierung, beginnend mit dem verhandelten Netzzugang bis hin zur systemischen Regulierung durch die Bundesnetzagentur.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Liberalisierung zusammen und bewertet die Wirksamkeit der regulatorischen Maßnahmen sowie die zukünftigen Herausforderungen im Elektrizitätssektor.
Elektrizitätsmarkt, Natürliches Monopol, Netzzugang, Anreizregulierung, Netzentgelte, Bundesnetzagentur, Revenue Cap, Unbundling, Marktkonzentration, Effizienz, Liberalisierung, Investitionen, Strompreise, Benchmarking, Infrastruktur
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Regulierung von natürlichen Monopolen im deutschen Elektrizitätsmarkt, insbesondere im Hinblick auf den Netzzugang und die Netzentgeltbildung.
Die zentralen Felder umfassen die marktökonomische Theorie natürlicher Monopole, die verschiedenen Phasen der deutschen Marktöffnung und die Rolle der staatlichen Regulierung durch die Bundesnetzagentur.
Ziel ist es zu untersuchen, wie durch effektive Regulierung sowohl Effizienzgewinne realisiert als auch die Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann, um letztlich marktüblich faire Preise für die Endverbraucher zu erreichen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, ordnungspolitischen Ansätzen sowie einer ökonomischen Auswertung von Regulierungsmodellen, ergänzt durch Daten zur Preisentwicklung und Investitionstätigkeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung des verhandelten Netzzugangs (erste Phase) und des durch die Bundesnetzagentur gesteuerten regulierten Netzzugangs (zweite Phase), inklusive der mathematischen Grundlagen der Anreizregulierung.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Netzzugang, Anreizregulierung, natürliche Monopole, Revenue Cap und Effizienz definieren.
Der verhandelte Netzzugang basierte primär auf privatrechtlichen Verbändevereinbarungen, während der regulierte Netzzugang eine staatliche Aufsicht durch die Bundesnetzagentur mit expliziten ex-ante-Vorgaben vorsieht.
Investitionen sind essentiell für die Versorgungsqualität, können jedoch durch unsichere Regulierungsrahmen oder falsche Anreizstrukturen, wie sie im Averch-Johnson-Effekt beschrieben werden, gehemmt werden.
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