Bachelorarbeit, 2009
50 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen des Equity Premium Puzzles
2.1 Inhaltliche und begriffliche Abgrenzungen
2.2 Neoklassisches Standardmodell zur Ermittlung der Risikoprämie
3 Ansätze zur Anpassung des konsumbasierten Standardmodells
3.1 Modifikationen der Nutzenfunktion
3.1.1 Rekursive Präferenzen
3.1.2 Gewohnheitsbildung
3.2 Berücksichtigung von Marktunvollkommenheiten
3.2.1 Idiosynkratische Risiken
3.2.2 Transaktionskosten
3.2.3 Begrenzter Kapitalmarktzugang
3.3 Integration verhaltenstheoretischer Erkenntnisse
4 Schätzung zukünftiger Risikoprämien
4.1 Relevanz für die Unternehmensbewertung
4.2 Schätzung auf Basis historischer Renditen
4.3 Schätzung auf Basis von Fundamentaldaten
4.3.1 Dividenden- und Gewinnwachstumsmodelle
4.3.2 Residualgewinnmodelle
4.3.2.1 Zwei-Phasen-Modell nach Claus/Thomas
4.3.2.2 Drei-Phasen-Modell nach Gebhardt/Lee/Swaminathan
4.4 Schätzung auf Basis von Expertenbefragungen
4.5 Abschließende Würdigung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Determinanten der Risikoprämie zu identifizieren, um ein besseres Verständnis für das "Equity Premium Puzzle" zu erlangen. Zudem soll ein Überblick über die Stärken und Schwächen verschiedener Schätzmodelle für zukünftige Risikoprämien gegeben werden, um deren Anwendbarkeit in der Unternehmensbewertung zu prüfen.
2.1 Inhaltliche und begriffliche Abgrenzungen
Im Zentrum der Arbeit steht die Höhe der historischen und zukünftigen Risikoprämien. Diese sind sowohl in der Unternehmensbewertung als auch in der Finanztheorie von großer Bedeutung: „The equity premium is perhaps the single most important number in financial economics.“ Die Existenz der Risikoprämie ist in der Risikoaversion der Kapitalmarktteilnehmer begründet. Investoren bevorzugen grundsätzlich Wertpapiere, deren Renditen keinen oder nur sehr geringen Schwankungen unterliegen und daher mit wenig Unsicherheit behaftet sind. Für Aktien, die sich in der Regel durch eine vergleichsweise hohe Volatilität auszeichnen, muss dementsprechend das übernommene Risiko in Form einer höheren durchschnittlich zu erwartenden Rendite gegenüber sicheren Investitionsalternativen vergütet werden. Angesichts der Tatsache, dass sichere Kapitalmarktanlagen ohne jegliches Ausfallrisiko in der Realität nicht existieren, wird bei der Berechnung der Risikoprämie üblicherweise auf die Rendite von Staatsanleihen als Annäherung an den risikolosen Zinssatz zurückgegriffen.
Eine tiefergehende Diskussion über die Bestimmung des zu verwendenden Basiszinses wird im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht vorgenommen, da die historischen Überschussrenditen unabhängig von der verwendeten Methodik zu hoch sind, als dass sie durch die Standardtheorie erklärt werden können. Vielmehr steht die Frage im Mittelpunkt, warum Aktien in der Vergangenheit so hohe durchschnittliche Renditen erzielten und ob ähnliche Aktiengewinne auch für die Zukunft erwartet werden können. Hierzu muss eine sorgfältige Unterscheidung zwischen ex-ante und ex-post Risikoprämien vorgenommen werden. Ex-post Risikoprämien stellen die Differenz zwischen den in der Vergangenheit tatsächlich realisierten Aktienrenditen und dem risikolosen Zins dar und werden meist als Durchschnittswert über mehrere Perioden berechnet. Ex-ante Risikoprämien spiegeln hingegen die von den Anlegern für die Zukunft erwarteten Überschussrenditen wider. Da diese nicht beobachtbar sind, müssen sie mithilfe adäquater Methoden geschätzt werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Equity Premium Puzzle ein und erläutert die Bedeutung der Risikoprämie für die Unternehmensbewertung und Kapitalmarktentscheidungen.
2 Grundlagen des Equity Premium Puzzles: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe, grenzt ex-post von ex-ante Risikoprämien ab und erläutert das neoklassische Standardmodell.
3 Ansätze zur Anpassung des konsumbasierten Standardmodells: Hier werden verschiedene Modifikationen wie alternative Nutzenfunktionen, Marktunvollkommenheiten und verhaltenstheoretische Ansätze untersucht, um die Diskrepanz zwischen Theorie und Realität zu erklären.
4 Schätzung zukünftiger Risikoprämien: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Methoden zur Schätzung der ex-ante Risikoprämie, darunter historische Renditen, Fundamentaldaten und Expertenbefragungen, und bewertet deren Tauglichkeit für die Unternehmenspraxis.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass das Equity Premium Puzzle trotz theoretischer Anpassungen bisher nicht vollständig gelöst werden konnte.
Equity Premium Puzzle, Risikoprämie, Unternehmensbewertung, Eigenkapitalkosten, Kapitalmarktrenditen, Konsumbasiertes Modell, Nutzenfunktion, Marktunvollkommenheiten, Behavioral Finance, Residualgewinnmodelle, Historische Renditen, Expertenbefragung, Risikoaversion, Marktprämie, Ex-ante Schätzung.
Die Arbeit befasst sich mit dem sogenannten „Equity Premium Puzzle“ – der Tatsache, dass die historisch erzielten hohen Aktienrenditen durch klassische ökonomische Modelle nur schwer zu erklären sind – und untersucht Methoden zur Schätzung der Risikoprämie für die Unternehmensbewertung.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Risikoprämie im neoklassischen Modell, Lösungsansätze durch Modellmodifikationen und ein detaillierter Vergleich zukunftsorientierter Schätzmethoden für die Praxis.
Ziel ist es, die Determinanten der Risikoprämie besser zu verstehen und einen Überblick über Stärken und Schwächen moderner Schätzmodelle zu geben, um deren Eignung für die Unternehmensbewertung kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Bewertungsmodelle und einen kritischen Vergleich empirischer Schätzmethoden aus der finanzwissenschaftlichen Forschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Puzzles durch Modifikationen der Nutzenfunktion und Marktgegebenheiten sowie eine anwendungsorientierte Analyse von Schätzmodellen wie Residualgewinnmodellen oder Expertenbefragungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Equity Premium Puzzle, Unternehmensbewertung, Eigenkapitalkosten, Risikoaversion und zukunftsorientierte Schätzmethoden beschreiben.
Da die Risikoprämie ein zentraler Parameter zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten ist, führt eine fehlerhafte Bestimmung zu verzerrten Kapitalkosten und somit zu einer inkorrekten Unternehmensbewertung.
Residualgewinnmodelle sind eine zukunftsorientierte Schätzmethode, die den Unternehmenswert auf Basis zukünftiger Residualgewinne (Differenz aus Gewinn und Kapitalkosten) herleitet, anstatt sich rein auf historische Renditen zu verlassen.
Expertenbefragungen liefern zwar direkte Schätzwerte für die Marktrisikoprämie, stellen aber kein eigenständiges theoretisches Schätzverfahren dar und unterliegen aufgrund starker Streuungen methodischen Problemen, die ihre Eignung für die Unternehmensbewertung einschränken.
Die Einbeziehung von Faktoren wie idiosynkratischen Risiken oder begrenztem Kapitalmarktzugang hilft, das Modell näher an die Realität zu bringen, kann das Puzzle jedoch nach bisherigen Erkenntnissen nur teilweise und nicht vollständig erklären.
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