Diplomarbeit, 2011
158 Seiten, Note: Sehr Gut
Vorwort
1. Einleitung
2. Grundlegende Definitionen/Theoretische Auseinandersetzungen mit dem Avantgardefilm
2.1. Avantgardefilm
2.1.1. Ein historischer Überblick
2.1.2. Subkategorie Underground am Beispiel Kenneth Anger
2.1.3. Die österreichische Avantgarde – ein Überblick
2.1.3.1. Kurt Steinwender & Herbert Vesely – die Anfänge
2.1.3.2. Peter Kubelka & Kurt Kren – die erste Generation
2.1.3.3. Ernst Schmidt Jr. & Valie Export – die zweite Generation
2.1.3.4. Martin Arnold & Peter Tscherkassky – die dritte Generation
2.1.4. Theoretische Diskurse – ein Überblick
2.1.4.1. Siegfried Kracauer
2.1.4.2. Rudolf Arnheim
2.1.4.3. Walter Benjamin
2.1.4.4. Christian Metz
2.1.4.5. William C. Wees
2.1.4.6. Der Filmwissenschafter Peter Tscherkassky
2.1.4.6.1. Große Syntagmatik
2.2. Found Footage
2.2.1. Assemblage & Metaphern
2.2.2. ephemeral film
2.2.3. Eingriff in das Material
3. Filme aus der Dunkelkammer
3.1. 1979 bis 1984 – die Frühwerke
3.1.1. Super 8
3.2. Motion Picture (La Sortie des Ouvriers de l’Usine Lumière à Lyon)
3.3. Manufraktur
3.4. Die CinemaScope-Trilogie
3.4.1. L’Arrivée
3.4.2. Outer Space
3.4.3. Dream Work
3.5. Get Ready
3.6. Instructions for Light and Sound Machine
4. Sprache und Film – Filmgrammatik in den Arbeiten Peter Tscherkasskys
5. Fazit
Diese Diplomarbeit hat zum Ziel, den österreichischen Avantgardefilm auf Basis film- und medienwissenschaftlicher Literatur zu analysieren und dessen Funktionsweisen aufzuschlüsseln. Den Schwerpunkt bilden dabei die „Filme aus der Dunkelkammer“ von Peter Tscherkassky, anhand derer die Fetischisierung des analogen Filmmaterials im Kontrast zum digitalen Werk untersucht wird.
2.1.2. Subkategorie Underground am Beispiel Kenneth Anger
Unter dem Begriff „Underground“ sammelten sich Künstler, die sich in aggressiverer Form innerhalb des Avantgardefilms bewegten. Darunter der heute noch tätige Werner Schroeter oder Kenneth Anger. Das Etikett „Underground“ ist allerdings mehr eine Subkategorie des Überbegriffes Avantgarde und steht auch für eine rebellische Abnabelung von diesem Überbegriff, wodurch die Zugehörigkeit zur Überkategorie insgesamt in Frage gestellt werden kann und zugleich – wie zuvor schon erwähnt – die Verwendung des Avantgarde-Begriffs in unklare Formen übergeht.
So werden Filme und Strömungen, die mit Form und Inhalt des klassischen Unterhaltungskinos brechen, bereits als avantgardistisch oder experimentell betrachtet. In den USA erlangte Kenneth Anger den Status eines Avantgardefilmemachers (Weggefährten die in etwa zur selben Zeit ihre Werke produzierten sind zum Beispiel Sidney Peterson, Curtis Harrington, Maya Deren oder James Broughton), wobei er nach einer Reihe früher Filme, die er als Jugendlicher produzierte, mit seinem ersten als Erwachsener fertig gestellten Werk – FIREWORKS (1947) – einen Aufsehen erregenden Skandal provozierte:
„(…) in 1947 became a consecrated director with Fireworks, a film whose unabashed homosexuality provided a moment of scandal for the postwar American art cinema.”
Vorwort: Der Verfasser reflektiert seine persönliche Annäherung an das Werk von Peter Tscherkassky und die daraus entstandene wissenschaftliche Auseinandersetzung.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung zur Materialität und Position des Films in Peter Tscherkasskys Werken ein und benennt die zu untersuchenden Filme.
2. Grundlegende Definitionen/Theoretische Auseinandersetzungen mit dem Avantgardefilm: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Avantgarde, Found Footage und Experimentalfilm und ordnet sie in den filmtheoretischen Diskurs ein.
3. Filme aus der Dunkelkammer: Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse ausgewählter Werke Tscherkasskys, die durch direkte Belichtung des Filmmaterials entstanden sind.
4. Sprache und Film – Filmgrammatik in den Arbeiten Peter Tscherkasskys: Hier wird untersucht, inwiefern den analysierten Werken eine eigene Filmgrammatik innewohnt und wie Tscherkassky diese in seiner Praxis einsetzt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Tscherkasskys Arbeit als Errettung und Requiem eines analogen Mediums.
Peter Tscherkassky, Avantgardefilm, Experimentalfilm, Found Footage, Dunkelkammer, CinemaScope, Filmgrammatik, Materialität, Analogfilm, Montage, Strukturfilm, Filmtheorie, Christian Metz, Siegfried Kracauer, Metakino.
Die Arbeit analysiert den österreichischen Avantgardefilm, fokussiert auf die Werke des Filmemachers Peter Tscherkassky und deren Entstehungsprozess.
Die Schwerpunkte liegen auf Found-Footage-Praktiken, der Bedeutung der Materialität im analogen Film und der filmtheoretischen Analyse von Tscherkasskys Werken.
Ziel ist es, die Funktionsweisen des österreichischen Avantgardefilms aufzuschlüsseln und die filmtheoretischen Hintergründe von Tscherkasskys Praxis darzulegen.
Es erfolgt eine fundierte Auseinandersetzung mit medien- und filmwissenschaftlicher Fachliteratur zur Einordnung von Filmgrammatik und Avantgardetraditionen.
Im Hauptteil werden die „Filme aus der Dunkelkammer“ (z.B. Motion Picture, die CinemaScope-Trilogie) detailliert analysiert.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Found Footage, Analoge Ästhetik, Filmmaterial-Fetischisierung, Metakino und Filmgrammatik.
Sie dienen als theoretisches Raster, um die Filmgrammatik und die Konstruktion von narrativen oder nicht-narrativen Strukturen in Tscherkasskys Filmen zu hinterfragen.
Er arbeitet gegen die industrielle Produktionslogik und klassische Erzählstrukturen an, um durch die Zerstörung von Narration neue Bedeutungsebenen im Filmmaterial freizulegen.
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