Magisterarbeit, 2005
107 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Methode
1.2. Forschungsstand
2. Leben und Wirken aus der Sicht der heutigen Forschung
2.1. Das Reich im Wandel
2.1. Die Machtbasis Franz von Sickingens
2.2. Politisches und militärisches Vorgehen bis 1521
2.3. Franz von Sickingen und die Reformation
2.4. Die Fehde gegen Trier
2.5. Fazit
3. Die Darstellung Franz von Sickingens über die Jahrhunderte
3.1. Von den Zeitgenossen bis ca. 1800
3.2. In der Zeit des deutschen Einigungsprozesses und der Weimarer Republik (1800-1933)
3.3. Im ‚Dritten Reich’
3.4. Nichtwissenschaftliche Geschichtsschreibung nach dem Zweiten Weltkrieg
3.5. Sickingen und die sozialistische Sichtweise
3.6. Exkurs: Kunst und Literatur
3.7. Zusammenfassung
4. Franz von Sickingen zwischen Mythos und Wahrheit
5. Quellen und Literatur
5.1. Quellen
5.1.1. Ungedruckte Quellen
5.1.2. Gedruckte Quellen
5.2. Literatur
Die Arbeit untersucht, wie die historische Figur Franz von Sickingen im Laufe der Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung, Kunst und Literatur dargestellt wurde, um die Diskrepanz zwischen dem Mythos und der wissenschaftlich belegbaren Wahrheit aufzudecken. Dabei wird analysiert, wie zeitgenössische politische und konfessionelle Strömungen die Wahrnehmung des Reichsritters beeinflusst haben.
1.1. Fragestellung und Methode
Das späte fünfzehnte Jahrhundert und das frühe sechzehnte Jahrhundert waren eine Zeit voller Neuerungen und Veränderungen. Der Buchdruck revolutionierte die Herstellung und Verbreitung von Schriften, Amerika wurde entdeckt, der Humanismus kam ebenso auf wie die Reformation, neue Wissenschaften wurden vermehrt betrieben und vieles mehr veränderte das damalige Leben. In dieser Zeit des Umbruchs lebte der Reichsritter Franz von Sickingen und spielte gerade in den Jahren von 1515 bis zu seinem Tod 1523 eine ganz wesentliche Rolle in der Politik des Reiches. In seinem Wohlstand war er allen Rittern des Südwestens und so manchem Fürst voraus, und auch sein politischer und militärischer Einfluss war größer als der vieler Fürsten. Wagemutig und rücksichtslos verfolgte er seine Ziele, was ihn schon zu Lebzeiten bei seinen Feinden gefürchtet und verhasst machte und ihn bei seinen Freunden als Held erscheinen ließ.
Mit seinem Tod versank das Rittertum als eigener Stand im Sinne des Mittelalters in die politische Bedeutungslosigkeit. Sickingen verfolgte vielfach reaktionäre Ziele, bediente sich dazu aber moderner Mittel wie beispielsweise des Bergbaus, der Landsknechte und der Artillerie. Humanisten und Reformatoren bot er seinen Schutz an. Sein Wahlspruch „Allein Gott die Ehr, lieb den gemeinen Nutzen, beschirm die Gerechtigkeit“ sollte zum Ausdruck bringen, dass der Ritter allein von lauteren Zielen gelenkt sei.
Franz von Sickingens außergewöhnliches Leben inspirierte Zeitgenossen wie später Lebende, sodass im Laufe der Jahrhunderte zahllose Werke historiographischer und künstlerischer Art zu ihm veröffentlicht wurden. Bei der Lektüre zeigt sich, dass diese aber keineswegs immer gleiche Tendenzen und Bewertungen zeigen, sondern vielmehr in verschiedenen Epochen verschiedenen Grundrichtungen folgen. Diese sollen im Rahmen dieser Analyse erforscht und herausgearbeitet werden. Zur Untersuchung der Fragestellung, wie Franz von Sickingen im Laufe der Jahrhunderte dargestellt wurde, soll zuerst erarbeitet werden, wie der Ritter aus der Sicht der heutigen Forschung lebte und wirkte. Dies soll als Basis für die weitere Untersuchung dienen und eine reflektierte Lektüre der folgenden Kapitel ermöglichen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ära des Umbruchs ein, in der Franz von Sickingen lebte, und legt die methodische Vorgehensweise für die Analyse seiner Rezeptionsgeschichte fest.
2. Leben und Wirken aus der Sicht der heutigen Forschung: Dieses Kapitel fasst den aktuellen Stand der historischen Forschung zum Leben, zur Machtbasis und zu den militärischen sowie politischen Aktionen Sickingens zusammen.
3. Die Darstellung Franz von Sickingens über die Jahrhunderte: Hier wird detailliert analysiert, wie sich das Bild Sickingens von den Zeitgenossen bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Einfluss unterschiedlicher Ideologien und Konfessionen wandelte.
4. Franz von Sickingen zwischen Mythos und Wahrheit: Dieses Kapitel zieht eine Bilanz der Analyse und reflektiert das Spannungsfeld zwischen der historischen Person und ihrer jahrhundertelangen mythologischen Überhöhung.
Franz von Sickingen, Reichsritter, Reformation, Rittertum, Rezeptionsgeschichte, Geschichtsschreibung, Mythos, Wahrheit, Humanismus, Ulrich von Hutten, Fehde, Territorialfürstentum, politische Instrumentalisierung, Historischer Materialismus, Nationalsozialismus
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Person Franz von Sickingen und der Frage, wie sein Leben und Wirken in den verschiedenen Jahrhunderten in der Geschichtsschreibung und Literatur dargestellt wurde.
Die zentralen Felder umfassen die historische Biografie Sickingens, seine Verflechtung mit der Reformation, die Rolle der Ritterschaft in einer Zeit des politischen Wandels und die ideologische Rezeption seiner Person.
Das Hauptziel ist es, herauszuarbeiten, warum und wie die Wahrnehmung Sickingens über die Zeit hinweg zwischen Mythos und Wahrheit schwankte und welche politischen oder religiösen Motive diese Darstellungen prägten.
Der Autor wendet eine chronologische Analyse der historiographischen und künstlerischen Quellen an, um die Grundtendenzen der Sickingendarstellung in verschiedenen Epochen zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert Sickingens Leben aus Sicht der heutigen Forschung sowie die zeitgenössische und spätere Rezeption seiner Person, unterteilt in verschiedene epochale Abschnitte wie die Zeit der Romantik, des Nationalsozialismus und der sozialistischen Geschichtsschreibung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Franz von Sickingen, Reichsritter, Reformation, Rezeptionsgeschichte, Mythos und politische Instrumentalisierung charakterisiert.
Die sozialistische Sichtweise betrachtet ihn als Vertreter der Feudalklasse und Ausbeuter, der eine historische Chance vertan habe, indem er sich nicht mit den Bauern verbündete.
Hutten gilt als zentraler Faktor, der Sickingen in den Augen vieler Autoren zu einem Vorkämpfer der Reformation und zur Symbolfigur für nationale Freiheit stilisierte.
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