Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Interdisziplinärer Ansatz
2.1. Soziologie und Wirtschaft
2.2. Gesellschaftliche Rolle der Religion
3. Die Bedeutung des Islam im Leben gläubiger Muslime
3.1. Islam – „nur“ eine Religion?
3.2. Islamische Rechtsquellen
3.3. Religion des Handels
3.4. Bedeutung von Familie und Gemeinschaft
4. Die islamische Wirtschaftsethik
4.1. „Moral“ in der Wirtschaft?
4.2. Allgemeine Werte der islamischen Wirtschaftsethik
4.3. Der Mensch als Gottes Stellvertreter
4.4. Maysir und Gharar
4.5. Zinsverbot und Beteiligungsprinzip
4.6. Kritik am Kapitalismus
5. Islamic Banking in Deutschland?
5.1. Auswirkungen von Migration auf den Menschen
5.2. Muslime in Deutschland und Islamophobie
5.3. Deutsche Banken als Anbieter islamischer Finanzprodukte
6. Schlusswort
Diese Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe der Einführung islamischer Finanzprodukte unter besonderer Berücksichtigung der Werteorientierung und des gesellschaftlichen Selbstverständnisses von Muslimen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Diskrepanz zwischen dem islamischen Wirtschaftsideal und der praktischen Anwendung von Islamic Banking in Deutschland vor dem Hintergrund einer säkularisierten Mehrheitsgesellschaft.
3.3. Religion des Handels
In Abschnitt zwei wurde bereits erläutert, dass die Wirtschaftskultur einer Gesellschaft maßgeblich von deren soziokulturellen Werten und somit auch von deren Religion beeinflusst wird. Im Islam ist dies besonders ausgeprägt.
Unternehmertum und Handel kommen im Islam eine besondere Bedeutung zu, was sich unter anderem dadurch begründen lässt, dass der Prophet Mohammed selbst ein Händler war. Deshalb stehen gerade in der Sunna, welche sein überliefertes Handeln und seine Aussprüche enthält, viele Anweisungen und Richtlinien, die das Geschäftsleben betreffen. Auch der Koran enthält beinahe so viele Suren über die Regeln des Marktes wie über die Verehrung Gottes.
Er erlaubt beispielsweise, Handelsgeschäfte während Pilgerfahrten abzuschließen und fordert die Gläubigen auf, sogar an Feiertagen nach dem gemeinsamen Gebet in der Moschee Handel miteinander zu betreiben. Nicht zuletzt war die heilige Stadt Mekka das Handelszentrum der arabischen Halbinsel.
Auch sollte der Handel dazu dienen, den Glauben des Islam auf der Welt zu verbreiten. Durch Geschäfte wurden Beziehungen geknüpft, die häufig wichtiger waren als der Abschluss als solcher. Der Gastgeber bot seinem Geschäftspartner ein Getränk an, man verhandelte miteinander, stellte dadurch eine Verbindung zueinander her und schaffte Vertrauen.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Handel mit Gewinn dennoch immer als erstrebenswertes Ziel jedes Händlers galt, und auch Reichtum, wenn er denn mit ehrlicher Arbeit produktiv erworben wurde, mit islamischen Moralprinzipien übereinstimmte. Es ist daher durchaus zutreffend, den Islam als „eine Religion des Handels“ zu bezeichnen.
1. Einleitung: Die globale Finanzkrise führt zu einer neuen Skepsis gegenüber westlichen Finanzsystemen, was das Interesse an ethischen Investments und dem Islamic Banking in Deutschland verstärkt.
2. Interdisziplinärer Ansatz: Es wird die Verbindung zwischen Soziologie, Wirtschaft und Religion erläutert, wobei Weltanschauungen als Grundlage für kulturelles und wirtschaftliches Handeln dienen.
3. Die Bedeutung des Islam im Leben gläubiger Muslime: Das Kapitel beleuchtet den Islam als allumfassende Lebensweise, die durch Rechtsquellen, die Tradition des Handels sowie die zentrale Rolle von Familie und Gemeinschaft geprägt ist.
4. Die islamische Wirtschaftsethik: Hier werden die moralischen Prinzipien des islamischen Finanzwesens, insbesondere das Zinsverbot (Riba), das Glücksspielverbot (Maysir) und das Beteiligungsprinzip, detailliert hergeleitet.
5. Islamic Banking in Deutschland?: Die Arbeit analysiert die soziologische Situation muslimischer Migranten in Deutschland und erörtert, warum das islamische Finanzmodell hier auf eine eher geringe Nachfrage stößt.
6. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass deutsche Banken das Potenzial nur ausschöpfen können, wenn sie die tiefere Grundintention der islamischen sozialen Gerechtigkeit verstehen und integrieren.
Islamic Banking, Wirtschaftsethik, Scharia, Zinsverbot, Riba, Soziologie, Migration, Umma, Religion, Kapitalismuskritik, Beteiligungsprinzip, Integration, Wirtschaftskultur, Glaube, Ethik.
Die Arbeit untersucht die soziologischen Aspekte hinter dem Islamic Banking und hinterfragt, wie religiöse Normen und Werte das islamische Wirtschaftsverständnis formen.
Die Schwerpunkte liegen auf der islamischen Wirtschaftsethik, dem Einfluss der Religion auf das Handelsverhalten und der soziologischen Lage von Muslimen als Minderheit in der deutschen Gesellschaft.
Das Ziel ist es, den soziologischen Kern des islamischen Finanzwesens aufzudecken, anstatt lediglich die finanztechnischen Mechanismen zu betrachten.
Die Autorin wählt einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Soziologie, Wirtschaftslehre und Religionswissenschaft verknüpft, um das Handeln von gläubigen Muslimen zu verstehen.
Der Hauptteil behandelt die Bedeutung der Scharia, die Kritik am Kapitalismus aus islamischer Sicht, die Rolle des Zinsverbots sowie die Auswirkungen von Migration auf die religiöse Identität von Muslimen in Deutschland.
Zu den zentralen Begriffen gehören Islamic Banking, Wirtschaftsethik, Scharia, Zinsverbot, Umma und soziologische Identitätsbildung.
Die Arbeit betont das Ideal der muslimischen Gemeinschaft, da sich aus diesem normativen Bild die Wirtschaftsethik und die Prinzipien des Islamic Banking direkt ableiten, ungeachtet individueller Abweichungen in der Realität.
Ein wesentlicher Grund ist, dass das islamische Wirtschaftssystem auf eine geschlossene islamische Gemeinschaft (Umma) ausgerichtet ist, die in der säkularisierten deutschen Gesellschaft als Minderheit vor anderen soziologischen Herausforderungen steht.
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