Diplomarbeit, 2010
106 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Der Begriff der Eltern- beziehungsweise Familienbildung
2.1 Definition und Begriffsklärung
2.2 Elternbildung im Spannungsfeld zwischen Erwachsenenbildung und Jugendhilfe
2.2.1 Jugendhilfe
2.2.2 Erwachsenenbildung
2.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3. Historie der Elternbildung
4. Familie heute
5. Elternbildung
5.1 Ziele und Aufgaben
5.2 Leitlinien der Ausgestaltung
5.3 Formen der Elternbildung
5.4 Institutionen
6. Sozialpädagogische Familienhilfe als exemplarischer Ort der Elternbildung
6.1 Allgemeines
6.2 Historische Entwicklung
6.3 Phasen
6.4 Adressaten
6.5 Aufgaben
7. Erziehungskompetenz
7.1 Erziehungsziele
7.2 Was Kinder brauchen
7.3 Erziehungskompetenz als Kernziel elternbildnerischer Arbeit
7.4 Äußere Bedingungen die auf die elterliche Erziehungskompetenz einwirken
8. Empirie
8.1 Einführung in die empirische Untersuchung
8.2 Qualitative Berichte
8.2.1 Fall1: Familie Ammer
8.2.2 Fall 2: Familie Brecht
8.2.3 Fall 3: Familie Carsten
8.2.4 Fall 4: Familie Dell
9. Analyse des Datenmaterials
9.1 Verdichtete Darstellung der Aufgaben der SPFH
9.2 Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen
9.3 Zur Erziehungskompetenz
9.3.1 Kann durch den Einsatz der sozialpädagogischen Familienhilfe die Erziehungskompetenz der betroffenen Eltern verbessert werden?
10. Abschlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Elternarbeit als einen erwachsenenbildnerischen Auftrag innerhalb der Jugendhilfe. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) in der Praxis gestaltet ist und ob durch diesen Einsatz die Erziehungskompetenz der betroffenen Eltern effektiv gesteigert werden kann.
6.1 Allgemeines
Die Sozialpädagogische Familienhilfe (kurz SPFH) ist eine Maßnahme im Rahmen der Hilfen zur Erziehung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes. Sie ist eine der acht Hilfen zur Erziehung: Neben der Erziehungsberatung, der sozialen Gruppenarbeit, der Erziehungsbeistandschaft oder Betreuungshelferschaft, der Erziehung in einer Tagesgruppe, der Vollzeitpflege und der Heimerziehung (einschließlich sonstiger betreuter Wohnformen) ist die sozialpädagogische Familienhilfe neben der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung die intensivste ambulante Maßnahme.
Intensiv beschreibt erstens die Stundenzahl, welche bis zu 20 Stunden die Woche umfasst, zweitens die Anzahl der Kontakte, welche mehrmals die Woche stattfinden und drittens die lange Laufzeit der Maßnahme, welche häufig bis zu zwei Jahren dauert. Folglich ist sie als eine längerfristig angelegte Maßnahme beschrieben, welche das Ziel der „Unterstützung und Stärkung der Erziehung innerhalb der Familie“ hat. Ziel der SPFH ist es, dass die Familie langfristig ihre alltägliche Lebensführung selbst gestalten kann und die Fähigkeit erwirbt, sich der Welt zu stellen und die individuelle Situation zu bewältigen, somit ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ §31 SGB VIII oberste Handlungsmaxime.
Potentielle Themen in der Arbeit eines Familienhelfers sind alle Lebensbereiche in denen die Familie Hilfe und Unterstützung benötigt. Dazu gehören meist Erziehungs- und Paarprobleme, finanzielle Schwierigkeiten und schulische Defizite der Kinder. Die Maßnahme ist gekennzeichnet von einer Geh-Struktur, das heißt, dass die Fachkraft die Familie in ihrer Wohnung besucht, also aufsuchend betreut und sie unter anderem bei in ihren Erziehungsaufgaben begleitet. Sie greift in dem Moment, in dem die Erziehung des Kindes oder des Jugendlichen in der Familie nicht mehr adäquat geleistet werden kann.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der Elternarbeit als Auftrag der Jugendhilfe und stellt die Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen vor.
2. Der Begriff der Eltern- beziehungsweise Familienbildung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen den Zuständigkeiten der Erwachsenenbildung und der Jugendhilfe.
3. Historie der Elternbildung: Es wird die historische Entwicklung von der Mütterschule im 19. Jahrhundert bis zu heutigen Angeboten der Elternbildung nachgezeichnet.
4. Familie heute: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der soziale Wandel beschrieben, die Familien heute vor neue Herausforderungen stellen.
5. Elternbildung: Dieses Kapitel analysiert Ziele, Aufgaben, Leitlinien und institutionelle Rahmenbedingungen moderner Elternbildung.
6. Sozialpädagogische Familienhilfe als exemplarischer Ort der Elternbildung: Einführung in die SPFH als konkrete Hilfeform, deren historische Entwicklung, Phasen und Zielgruppen.
7. Erziehungskompetenz: Untersuchung der kindlichen Bedürfnisse und der vier Dimensionen der elterlichen Erziehungskompetenz.
8. Empirie: Darstellung der empirischen Untersuchung anhand von vier qualitativen Fallberichten aus der Praxis der Familienhilfe.
9. Analyse des Datenmaterials: Systematische Auswertung der Praxisfälle hinsichtlich der Aufgabenfelder und der Entwicklung der Erziehungskompetenz.
10. Abschlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion der gewonnenen Ergebnisse.
Elternbildung, Familienbildung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungskompetenz, Jugendhilfe, SGB VIII, Erziehung, Kindeswohl, Familienhilfe, Elternrolle, Prävention, Lebensweltorientierung, Hilfen zur Erziehung, Familienalltag, Psychosoziale Unterstützung.
Die Arbeit behandelt die Elternarbeit als pädagogischen Auftrag im Rahmen der Jugendhilfe und untersucht, wie Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden können.
Zu den zentralen Themen gehören die gesetzlichen Grundlagen der Jugendhilfe, die Konzepte der Elternbildung, der soziale Wandel der Familie und die Praxis der sozialpädagogischen Familienhilfe.
Das Ziel ist es, die Aufgaben der sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) aufzuzeigen und zu klären, ob durch diese Maßnahme die Erziehungskompetenz der Eltern tatsächlich gesteigert werden kann.
Die Arbeit nutzt eine qualitative empirische Untersuchung, die auf vier Fallberichten basiert, um die Praxis der SPFH mit der Theorie abzugleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Elternbildung und Erziehungskompetenz sowie einen umfangreichen empirischen Teil, in dem vier konkrete Fälle der Familienhilfe analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind Elternbildung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungskompetenz, SGB VIII, Prävention und Familienalltag.
Die SPFH ist eine aufsuchende, intensiv begleitende Maßnahme, die in den Lebensalltag der Familien eingreift, während die klassische Erziehungsberatung eher eine "Komm-Struktur" mit festen Terminen hat.
Erziehungskompetenz bildet den Kern der Arbeit; sie wird in vier Dimensionen unterteilt (selbst-, kind-, kontext- und handlungsbezogen), die als Zielvorgabe für die Arbeit der Familienhelfer dienen.
Die Studie beleuchtet, dass Fremdunterbringungen in manchen Fällen notwendig sind, wenn die Erziehungskompetenz der Eltern (derzeit) nicht ausreicht, und dass die SPFH hier oft als Alternative oder zur Vorbereitung einer solchen Entscheidung dient.
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