Fachbuch, 2011
136 Seiten
Vorwort
Die Spätbronzezeit in der Schweiz
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Das Leben in den Seeufersiedlungen
Die Urnenfelder-Kultur von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr.
Die Einwanderer in Graubünden
Die Laugen-Melaun-Gruppe von etwa 1200 bis 800 v. Chr.
Das Eisen und neue Ideen erobern die Welt
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Urgeschichte in der Schweiz im Zeitraum von ca. 1300/1200 bis 800 v. Chr. Sie untersucht die Lebensweise, die soziale Struktur und die technologischen Entwicklungen der Kulturen der Spätbronzezeit, insbesondere der Urnenfelder-Kultur und der Laugen-Melaun-Gruppe, sowie den Übergang zur Eisenzeit.
Die Urnenfelder-Kultur
Die Zeit von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr. wird in der Schweiz als Spätbronzezeit oder Urnenfelder-Zeit bezeichnet. Letzterer Begriff ist allerdings bei etlichen Prähistorikern nicht sehr beliebt, weil bisher in der Schweiz verhältnismäßig wenig Urnengräber und Urnenfelder entdeckt wurden. Andererseits belegen zahlreiche Einzelfunde im schweizerischen Mittelland und im Alpenraum die Anwesenheit von Menschen der Urnenfelder-Kultur, die dem süddeutschen Prähistoriker Ernst Wagner (1832–1920) ihren Namen verdankt.
Im schweizerischen Mittelland wuchsen – nach Erkenntnissen des Prähistorikers Walter Ulrich Guyan aus Schaffhausen – vor allem Laubwälder, deren dominanter Baum gebietsweise die Buche war. In einigen Landstrichen gab es aber auch viele Weißtannen (Abies alba). Holzkohlereste aus Andelfingen-Auf Bollen im Kanton Zürich stammen von Pappeln (Populus), Eichen (Quercus) und Buchen (Fagus). In der Alpenregion konnten oft Lärchen (Larix) nachgewiesen werden. Nach Knochenresten am Felsen Roc de Courroux bei Delsberg (Kanton Bern) zu schließen, lebten dort unter anderem Braunbären (Ursus arctos), Füchse (Vulpes vulpes), Rothirsche (Cervus elaphus), Rehe (Capreolus capreolus), Wildschweine (Sus scrofa) und Auerochsen (Bos primigenius). Der Rothirsch ist auch in Andelfingen-Auf Bollen nachgewiesen, ein weiblicher Auerochse aus Kloster Glattburg (Kanton Sankt Gallen).
Vorwort: Einleitung in die Thematik der 500 Jahre Urgeschichte der Spätbronzezeit in der Schweiz und Vorstellung des Autors.
Die Spätbronzezeit in der Schweiz: Übersicht über die zeitliche Einordnung und die Verbreitung der verschiedenen Kulturen und Gruppen in der Schweiz zwischen 1300/1200 und 800 v. Chr.
Das Leben in den Seeufersiedlungen: Detaillierte Analyse der Lebensweise der Menschen der Urnenfelder-Kultur, inklusive Siedlungsbau, Handwerk, Ernährung und Metallverarbeitung.
Die Einwanderer in Graubünden: Untersuchung der Laugen-Melaun-Gruppe und deren Einwanderungsprozesse sowie das Zusammenleben mit anderen Kulturen in der Region.
Das Eisen und neue Ideen erobern die Welt: Betrachtung des Übergangs von der Bronze- zur Eisenzeit und die damit verbundenen technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Europa.
Spätbronzezeit, Urnenfelder-Kultur, Laugen-Melaun-Gruppe, Seeufersiedlungen, Pfahlbauten, Urgeschichte, Bronzehandwerk, Archäologie, Schweiz, Graubünden, Siedlungsformen, Handelswege, Eisenzeit, Bestattungssitten, Keramik
Die Arbeit beleuchtet die rund 500 Jahre umfassende Urgeschichte der Spätbronzezeit in der Schweiz zwischen 1300/1200 und 800 v. Chr.
Zentrale Themen sind die kulturelle Entwicklung der Urnenfelder-Kultur, die Einwanderung der Laugen-Melaun-Gruppe, Siedlungswesen, Metallhandwerk und der Wandel zur Eisenzeit.
Das Ziel ist es, in Wort und Bild einen Überblick über die Lebensbedingungen, die materielle Kultur und die religiösen Vorstellungen der Menschen dieser Zeitspanne zu geben.
Die Arbeit stützt sich auf archäologische Funde, dendrochronologische Datierungen, Ausgrabungsberichte und paläobotanische sowie anthropologische Analysen.
Der Hauptteil widmet sich dem Alltag in Seeufersiedlungen, der Metallverarbeitung, dem Handel sowie spezifischen Höhensiedlungen und Befestigungsanlagen.
Die wichtigsten Begriffe sind Spätbronzezeit, Urnenfelder-Kultur, Laugen-Melaun-Gruppe, Pfahlbauarchäologie und Siedlungsgeschichte.
Einige Forscher lehnen den Begriff ab, da in der Schweiz vergleichsweise wenig Urnengräber im Vergleich zu anderen Regionen entdeckt wurden.
Sie dienen als zentrale Quellen für das Verständnis des täglichen Lebens, der Handwerkstechniken und der sozialen Organisation der damaligen Bevölkerung.
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