Bachelorarbeit, 2008
30 Seiten, Note: sehr gut - gut
1. Einleitung
2. Der Fernseher.
2.1. Historischer Überblick
2.2. Digitalisierung
2.3. Das Publikum - Der Rezipient
3. Der Computer
3.1. Historischer Überblick
3.2. Der Nutzer
4. Das Internet
4.1. Historischer Überblick
4.2. Der User
5. Digitalisierung: Revolution oder Evolution?
5.1. Konvergenz und Interaktivität
5.1.1. Konvergenz
5.1.2. Interaktivität
5.2. Thesen, Theorien und Prognosen
5.3. Tatsächliche Entwicklung
5.3.1. Der Rezipient
6. Schlussfolgerungen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob die Digitalisierung des Fernsehens sowie die zunehmende Annäherung von Computer und Internet eher als mediale Revolution oder als eine langsame Evolution zu betrachten sind. Dabei wird besonders der Einfluss der technologischen Konvergenz auf die Rolle des Rezipienten und das gesellschaftliche Mediennutzungsverhalten analysiert.
2.3. Das Publikum - Der Rezipient
„Das Fernsehen [hat] (fast) weltweit in wenigen Jahrzehnten eine Medien - und also Kulturrevolution sondergleichen bewirkt.“ (Hörisch 2004, S. 361) Denn dem Zuschauer wird „eine glaubwürdige, aber nicht konsenspflichtige Realität vorgeführt[…]. Obwohl in derselben Welt lebend (es gibt keine andere), wird der Zuschauer keinen Konsenszumutungen ausgesetzt. Ihm steht es frei, zuzustimmen oder abzulehnen.“ (Luhmann 1995, S. 45) Das frühe Fernsehen erlaubte als Ereignismedium „second order observation“25: Da noch nicht jedes Familienmitglied ein eigenes Fernsehgerät besass und das Fernsehen zudem ein neues, spannendes Ereignismedium war, beobachtete man im vertrauten Kreis, was und wie andere beobachten.
Da das Fernsehgerät bis 1984 als Prestigeobjekt angesehen wurde versammelte sich die ganze Familie und die fernsehlosen Nachbarn im Wohnzimmer - als zentraler Ort des Geschehens - vor dem altargleichen Fernseher. Fernsehen war also eine aktive, gemeinschaftliche Tätigkeit und ein häusliches Phänomen. Das begrenzte Programm bot Anknüpfungspunkte für weitere Kommunikation z.B. mit Schul- oder Arbeitskollegen am nächsten Tag. Mitte der Sechzigerjahre wandelte sich der Fernseher vom Luxus- zum Massenobjekt und der Trend zur Pluralisierung der Lebensstile und die damit einhergehende Individualisierung veränderten auch das Rezeptionsverhalten gegenüber dem Fernseher: Mit der allmählichen Gewöhnung und der Freigabe der Privatkanäle entwickelte sich das Fernsehen schliesslich zum Tagesbegleitmedium.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach einer medialen Revolution oder Evolution bei der Digitalisierung des Fernsehens und erläutert den Fokus auf den Rezipienten.
2. Der Fernseher.: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss, beschreibt die Digitalisierungstechnik und analysiert die sich wandelnde Rolle des Zuschauers vom aktiven Teilhaber hin zum "Couch-Potato".
3. Der Computer: Der Abschnitt skizziert die historische Entwicklung des Computers und analysiert das Profil des Computernutzers, der als aktiver "Pull-Medium"-Anwender charakterisiert wird.
4. Das Internet: Hier wird die historische Entstehung des Internets beleuchtet und das Verhalten des Users im Vergleich zum traditionellen Fernsehpublikum gegenübergestellt.
5. Digitalisierung: Revolution oder Evolution?: Das Hauptkapitel analysiert die Begriffe Konvergenz und Interaktivität, prüft theoretische Prognosen gegen die tatsächliche Entwicklung und beleuchtet detailliert die Rolle des Rezipienten.
6. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel zieht das Fazit, dass es sich bei den aktuellen Entwicklungen eher um eine digitale Evolution handelt und bewährte Kernfunktionen des Fernsehens stabil bleiben.
Digitalisierung, Fernsehen, Internet, Konvergenz, Interaktivität, Revolution, Evolution, Rezipient, Massenmedien, Individualisierung, Mediennutzung, Community, Technologie, Medienwissenschaft, Medienwandel.
Die Arbeit analysiert, ob die Digitalisierung des Fernsehens und die Annäherung an Computer- und Internetmedien als eine revolutionäre Umwälzung oder als kontinuierliche evolutionäre Entwicklung zu bewerten ist.
Die Arbeit umfasst die medientheoretische Analyse von TV, PC und Internet sowie die Erörterung von Konvergenzphänomenen und veränderten Publikumsrollen.
Die Kernfrage ist, ob die Annäherung von Fernsehen und Internet eine mediale Revolution darstellt oder ob sich das Fernsehen als Medium trotz technischer Neuerungen in einer langsamen Evolution behauptet.
Es handelt sich um eine literaturgestützte medientheoretische Seminararbeit, die verschiedene Fachtexte und Prognosen der 1990er und 2000er Jahre im Vergleich zur tatsächlichen Entwicklung bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische und nutzerorientierte Analyse von Fernseher, Computer und Internet sowie die theoretische und empirische Untersuchung von Konvergenz und Interaktivität.
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Konvergenz, Evolution, Rezipient, Interaktivität und die Unterscheidung zwischen "Lean Back"- und "Lean Forward"-Nutzung.
Damit ist das veränderte Nutzungsverhalten der Konsumenten gemeint, das durch die zunehmende technologische Annäherung der verschiedenen Medienwelten beeinflusst wird.
Die Autorin argumentiert, dass die Nutzergewohnheiten stabil geblieben sind und die Passivität des Publikums ("Couch-Potato") ein wesentlicher Anreiz zur Mediennutzung bleibt, der durch technische Interaktivität allein nicht ersetzt wird.
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