Bachelorarbeit, 2011
25 Seiten, Note: 3,0
2. Einleitung
3. Forschungsfrage
4. Methodik
5. Hermeneutische Bearbeitung der Texte von Bubolz-Lutz und Meyer-Wolters
5.1. Bubolz-Lutz (2000): Bildung im Alter – eine Chance zu persönlicher, sozialer und gesellschaftlicher Entwicklung
5.2. Forderung nach ehrenamtlichem und/oder bürgerschaftlichem Engagement der SeniorInnen bei Bubolz-Lutz und deren Begründung
5.3. Meyer-Wolters (2002): Altern als Aufgabe – oder wider die Narrenfreiheit der Alten
5.4. Forderung nach ehrenamtlichem und/oder bürgerschaftlichem Engagement der SeniorInnen bei Meyer-Wolters und deren Begründung
6. Transzendentalkritische Betrachtung der Forderung nach ehrenamtlichem/bürgerschaftlichem Engagement von SeniorInnen aufgrund von Bildung
7. Ergebnisse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht legitimationskritisch die Forderungen nach ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement von SeniorInnen, die durch Bildungsprozesse in der Phase nach der Erwerbstätigkeit motiviert oder legitimiert werden sollen.
4. Methodik
„Transzendental ist […] eine Erkenntnis dann, wenn sie die Erfahrung übersteigt, nicht um sie zu verlassen, sondern um sie zu erklären und als Quelle der Erkenntnis richtig einzuschätzen.“ (Schurr 1982, S. 39) Transzendentale Kritik werde sie genannt, „weil sie nicht die Erweiterung der Erkenntnisse selbst, sondern nur die Berichtigung derselben zur Absicht hat und den Probierstein des Werts oder Unwerts aller Erkenntnisse a priori abgeben soll“ (Kant: K.d.r.V. B26, zit. nach Breinbauer 1992, S. 226).
Nach Jaeggi/Wesche (2009) sei Kritik „immer gleichzeitig Dissoziation wie Assoziation. […] Noch die radikale Widerlegung ist in diesem Sinne eine Bezugnahme, und noch eine Kritik, die auf den Bruch mit einer bestehenden Ordnung setzt, stellt eine Beziehung zu der Situation her.“ (S. 8)
Eine hermeneutische Betrachtung der untersuchten Texte ist daher unerlässlich (vgl. auch Fischer 1983). Es ist nicht möglich, eine kritische Betrachtung durchzuführen, ohne den Gegenstand genau zu kennen. Im Folgenden wird daher zuerst eine Interpretation der Texte von Bubolz-Lutz (2000) und Meyer-Wolters (2002) durchgeführt, um die Inhalte, die einer kritischen Bearbeitung unterzogen werden sollen, zu kennen und zu verstehen. Hingewiesen wird darauf, dass nur die für die Beantwortung der Forschungsfrage relevanten Textteile hermeneutisch dargelegt werden. Um eine aus dem Zusammenhang gerissene Interpretation zu vermeiden, wird der Inhalt vorab zur Gänze dargelegt.
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit und fragt, ob ähnliche Einladungen zum Engagement an SeniorInnen als Bildungsaufgabe formuliert werden.
3. Forschungsfrage: Es wird untersucht, welche impliziten Menschenbilder und Bedingungen der Forderung nach ehrenamtlichem Engagement von SeniorInnen aufgrund von Bildung bei Bubolz-Lutz und Meyer-Wolters zugrunde liegen.
4. Methodik: Der methodische Zugang stützt sich auf die transzendentale Kritik nach Kant sowie auf hermeneutische Interpretationsansätze zur Textanalyse.
5. Hermeneutische Bearbeitung der Texte von Bubolz-Lutz und Meyer-Wolters: In diesem Kapitel werden die Texte der Autoren interpretiert, um ihre Positionen zur Rolle der Alten und deren gesellschaftliche Nutzbarmachung zu identifizieren.
6. Transzendentalkritische Betrachtung der Forderung nach ehrenamtlichem/bürgerschaftlichem Engagement von SeniorInnen aufgrund von Bildung: Hier wird die Forderung nach Engagement im Licht der Partizipationsstufen von Arnstein und der Advokatorikkritik von Breinbauer auf ihre Manipulationsgefahr hin untersucht.
7. Ergebnisse und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das freiwillige Engagement unter dem Deckmantel von Selbstbestimmung häufig gesellschaftlichen Normalitätserwartungen untergeordnet ist.
Altersbildung, Alter(n)spädagogik, Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement, Transzendental-Kritik, SeniorInnen, Freiwilligkeit, Selbstbestimmung, Bildung, Geragogik, Legitimationskritik, Partizipation, Advokatorik, gesellschaftliche Funktion, Lebensentwurf.
Die Arbeit analysiert kritisch, inwiefern die Forderung nach ehrenamtlichem Engagement von SeniorInnen als eine pädagogisch legitimierte Aufgabe dargestellt wird.
Die Themenfelder umfassen die Altersbildung (Geragogik), die ökonomische Begründung von Freiwilligentätigkeit im Alter und die kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen Freiheit und Partizipation.
Die Forschungsfrage fragt nach den impliziten Vorannahmen und Menschenbildern, die einer Forderung nach bürgerschaftlichem Engagement von SeniorInnen aufgrund von Bildung zugrunde liegen.
Die Verfasserin nutzt eine hermeneutische Interpretation der Primärtexte, kombiniert mit einer transzendental- oder legitimationskritischen Analyse der Argumentationslogik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine hermeneutische Analyse der Positionen von Bubolz-Lutz und Meyer-Wolters sowie eine darauffolgende transzendentalkritische Reflexion dieser Positionen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Alter(n)spädagogik, Ehrenamt, Selbstbestimmung, Legitimationskritik und gesellschaftliche Partizipation.
Die Autorin sieht einen massiven Widerspruch zwischen dem propagierten Ideal der Freiwilligkeit und den tatsächlichen gesellschaftlichen Erwartungen, die oft Züge einer Manipulation aufweisen.
Die Autorin hinterfragt Meyer-Wolters’ Argumentation, wonach eine gesellschaftliche Zuweisung von Funktionen (Engagement) eine notwendige „Zähmung“ der Freiheit darstellt, um Fremdbestimmung zu vermeiden.
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