Masterarbeit, 2011
64 Seiten
1. Einleitung
2. Weimarer Klassik
2.1.Begriffsdefinition Weimarer Klassik
2.2.Wegbereiter für Goethes Klassizismus
2.2.1.Johann Joachim Winckelmann
2.2.2.Karl Philipp Moritz
2.3.Goethes klassizistische Ästhetik
2.3.1.Goethes Konzept der Nachahmung der Natur
2.3.2.Goethes Theorie der Metamorphose
2.3.3.Goethes Verhältnis zum Drama
3. Iphigenie auf Tauris
3.1.Inhaltsangabe Iphigenie auf Tauris
3.2.Stoffgeschichte
3.3.Klassizistische Elemente
3.3.1.Inhaltliche Elemente
3.3.2.Formale Elemente
4. Iphigenie auf Tauris im Deutschunterricht
4.1.Dramendidaktik
4.2.Iphigenie auf Tauris – Ein geeigneter Stoff für den Deutschunterricht?
4.3.Methodische Überlegungen
4.3.1.Vorbereitende Übungen
4.3.2.Begleitende Übungen
4.3.3.Nachbereitende Übungen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Johann Wolfgang Goethes Werk "Iphigenie auf Tauris" unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten sowie dessen didaktische Eignung für den Literaturunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie klassizistische Prinzipien in der Form und dem Inhalt des Dramas zur Geltung kommen und durch welche methodischen Ansätze eine moderne Vermittlung des Stoffes gelingen kann.
2.3.1. Goethes Konzept der Nachahmung der Natur
Goethes Vorstellung von Wahrheit in der künstlerischen Darstellung geht zurück auf die Genieästhetik des Sturm und Drang und die Überlegungen von Karl Philipp Moritz zur Autonomie des Kunstwerks.
Das Genie in der Vorstellung des Sturm und Drang war der Künstler, der die Regeln für das Kunstwerk, das er schuf, selbst aufstellen konnte. Der Begriff Genie wird also „in Deutschland zum Leitbegriff einer künstlerischen Subjektivität, die vermeintlich alles aus sich selbst schafft und ihren Grund nicht im Verstand, sondern in der Empfindung hat“. Die Tatsache, dass der Künstler sich die Regeln selbst setzt, hat auch Konsequenzen für die Art und Weise, in der er die Wirklichkeit darstellt. Dadurch, dass der Künstler gleichsam autonom ist, steht es ihm auch frei, die Wirklichkeit so darzustellen wie er sie empfindet. Karl Philipp Moritz und später dann ebenfalls Immanuel Kant und Friedrich Schiller sprechen dem Künstler diese Autonomie ab. Für sie ist es nicht der Künstler, der autonom ist, sondern das Kunstwerk selbst, das von Zwecken (zu denen ja auch eine möglichst genaue Darstellung der Wirklichkeit zählt) frei zu machen ist. Es geht im Kunstwerk also nicht darum, die Wirklichkeit möglichst genau abzubilden, sondern die Art und Weise nachzuahmen, in der die Natur die Dinge hervorbringt, die dem Künstler als Inspiration für seine Werke dienen.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Relevanz von Goethes Werk sowie das methodische Vorgehen bei der Untersuchung von "Iphigenie auf Tauris".
2. Weimarer Klassik: Dieses Kapitel definiert die Epoche der Weimarer Klassik, stellt die maßgeblichen Wegbereiter vor und arbeitet Goethes spezifisch klassizistische Ästhetik heraus.
3. Iphigenie auf Tauris: Das Kapitel bietet eine Inhaltsangabe, beleuchtet die Stoffgeschichte und untersucht das Drama auf seine klassizistischen inhaltlichen und formalen Elemente.
4. Iphigenie auf Tauris im Deutschunterricht: Hier wird das didaktische Potenzial des Stücks erörtert, bestehende Unterrichtsmaterialien kritisch geprüft und methodische Ansätze für die schulische Praxis diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Bedeutung von Goethes "Iphigenie auf Tauris" als klassizistisches Musterbeispiel für den heutigen Literaturunterricht.
Weimarer Klassik, Johann Wolfgang Goethe, Iphigenie auf Tauris, Klassizismus, Humanität, Dramendidaktik, Literaturunterricht, ästhetische Erziehung, Metamorphoselehre, Nachahmung der Natur, Blankvers, Sentenzen, Autonomie der Kunst, Stoffgeschichte, Dramenanalyse.
Die Arbeit untersucht Goethes "Iphigenie auf Tauris" sowohl aus literaturwissenschaftlicher als auch aus fachdidaktischer Sicht, um dessen Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten im heutigen Deutschunterricht darzulegen.
Zentral sind die Epoche der Weimarer Klassik, die Ästhetik Goethes (insbesondere die Metamorphoselehre), der Humanitätsbegriff sowie die praktische Didaktik der Dramenbehandlung in der Sekundarstufe II.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Goethes Werk in seiner formalen und inhaltlichen Strenge einerseits klassische Ideale widerspiegelt und andererseits durch moderne didaktische Ansätze für Schüler zugänglich und produktiv gemacht werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Primärtexte Goethes sowie theoretische Schriften der Klassik mit aktuellen didaktischen Fachdiskursen verknüpft und kritisch evaluiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Klassik, die detaillierte Analyse des Dramas "Iphigenie auf Tauris" hinsichtlich Stoff, Form und Inhalt sowie die Evaluation methodischer Unterrichtskonzepte.
Wichtige Begriffe sind Weimarer Klassik, Iphigenie auf Tauris, Humanität, Dramendidaktik, literarischer produktiver Umgang und klassizistische Ästhetik.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Drama trotz seiner sprachlichen und inhaltlichen Komplexität, die hohe Anforderungen an Schüler stellt, ein äußerst produktiver Stoff ist, der durch methodische Variation (z.B. szenisches Interpretieren) in der Oberstufe erfolgreich vermittelt werden kann.
Die analysierten Materialien der Verlage Schöningh und Cornelsen werden kritisiert, da sie teilweise zu stark auf die Inhaltsebene fokussieren oder zu sehr auf schriftliche Methoden verengen, wobei die theatralische Natur des Dramas oft zu kurz kommt.
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