Lizentiatsarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung
1.3 Fragestellung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Wissensgesellschaft und Risikogesellschaft
2.2 Arena-Modell öffentlicher Kommunikation
2.3 Wissenschaftskommunikation und Risikokommunikation
2.3.1 Formen der massenmedialen Thematisierung von Wissenschaft
2.3.2 Die Rolle der Experten in der Wissenschafts- und Risikoberichterstattung
2.3.3 Frames in der Berichterstattung über Wissenschaft und Risiko
2.4 Journalismuskulturen in Frankreich und Deutschland
2.5 Fazit
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Inhaltsanalyse und Ländervergleich
3.2 Forschungsdesign und Stichprobe
3.2.1 Printmedien/Qualitätszeitungen
3.2.2 Untersuchte Zeitungen
3.2.3 Untersuchungszeitraum und Stichprobenziehung
3.3 Operationalisierung
3.3.1 Codebuchentwicklung
3.3.2 Kategorien des Codebuchs und Codierlogik
3.3.3 Reliabilitätstest
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Formale Kriterien
4.2 Inhaltliche Kategorien
4.2.1 Berichterstattungsform der Risikodebatte
4.2.2 Ländervergleich der Berichterstattungsform
4.2.3 Sprecher der Risikodebatte
4.2.4 Ländervergleich der Sprecher
4.2.5 Frames der Risikodebatte
4.2.6 Ländervergleich der Frames
4.2.7 Issues der Risikodebatte
4.2.8 Ländervergleich der Issues
4.2.9 Kombinierte Variablen der Risikodebatte
5 Zusammenfassung und Fazit
6 Ausblick
7 Literatur
Die Arbeit untersucht und vergleicht die journalistische Risikoberichterstattung über die Influenza A (H1N1) in deutschen und französischen Qualitätszeitungen, um Erkenntnisse über mediale Risikokommunikation unter Berücksichtigung nationaler kultureller Kontexte zu gewinnen.
1.1 Relevanz des Themas
Die unterschiedlichen Meinungen und Positionen zur Gefährlichkeit des neuen Grippevirus und über den Nutzen einer Impfung und die daraus entstandene gesellschaftliche und massenmediale Kontroverse spiegelt den Umgang moderner Gesellschaften mit Unsicherheit und Risiko sowie mit ihrem Wissen und ihrem Nicht-Wissen. Niemand kennt die tatsächliche Gefährlichkeit des Virus und niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich eine Pandemie entwickelt. Experten sind keineswegs einig und die Bevölkerung, die wissenschaftliche Sachverhalte kaum überprüfen kann, ist verunsichert. Politische Entscheidungen, wie der Erwerb des H1N1-Pandemie-Impfstoffs, müssen unter Unsicherheit getroffen werden. Denn wissenschaftliche Evidenz kann immer nur als Eingrenzung möglicher Auffassungen verstanden werden und ist selten eindeutig. Es bleibt ein Interpretationsspielraum, den die verschiedenen Experten, die als Berater herangezogen werden, unterschiedlich nutzen (vgl. Peters 1994c: 165). Die Medien nehmen in dieser, durch Unsicherheit charakterisierten Situation eine besondere Rolle ein. Sie vermitteln zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, da der grösste Teil der Bevölkerung Informationen über wissenschaftliche und technische Zusammenhänge aus den Massenmedien bezieht (vgl. Hömberg 1990: 7).
Risiko- und Wissenschaftsberichterstattung wird aber vielfach kritisiert, denn Wirtschaft, Politik und Wissenschaft bemängeln, dass unausgewogen berichtet werde und dass anstatt auf wissenschaftliche Zusammenhänge und Erkenntnisse stets auf den gesellschaftlichen Konflikt und die politische Auseinandersetzung abgehoben werde (vgl. Peters 1994a: 348ff.).
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Untersuchungsthema der Risikoberichterstattung zur neuen Influenza A (H1N1) in deutschen und französischen Qualitätsmedien vor und definiert die Forschungsfragen.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier wird der theoretische Rahmen bestehend aus der Wissens- und Risikogesellschaft, dem Arena-Modell, der Wissenschaftskommunikation sowie den nationalen Journalismuskulturen erarbeitet.
3 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Inhaltsanalyse als empirische Untersuchungsmethode, das Forschungsdesign, die Stichprobenziehung sowie die Operationalisierung und Reliabilitätsprüfung.
4 Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die empirischen Ergebnisse zu den formalen Kriterien und inhaltlichen Kategorien (Berichterstattungsform, Sprecher, Frames, Issues) sowie deren Kombination detailliert präsentiert.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die strukturellen Unterschiede zwischen den Ländern und ordnet die Arbeit in den theoretischen Kontext ein.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert weitere Forschungsbedarfe bezüglich der Berichterstattungsstile, der institutionellen Struktur von Gesundheitsbehörden und der Framestrukturen.
Influenza A (H1N1), Schweinegrippe, Risikoberichterstattung, Wissenschaftskommunikation, Risikogesellschaft, Arena-Modell, Medien-Frames, Inhaltsanalyse, Ländervergleich, Qualitätszeitungen, Expertenrollen, Gesundheitsbehörden, Impfstoff, Journalismus, Medialisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der journalistischen Berichterstattung über das Risiko der neuen Influenza A (H1N1) in Deutschland und Frankreich und wie verschiedene Akteure dieses Thema in den Medien verhandeln.
Zentrale Themen sind der Wissens- und Risikodiskurs, die Medialisierung der Wissenschaft, der Vergleich von Journalismuskulturen sowie die Darstellung von Gesundheitsthemen in der Presse.
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Berichterstattung zwischen Deutschland und Frankreich aufzuzeigen und durch den Einzelfall Erkenntnisse über Risikokommunikation im Allgemeinen zu gewinnen.
Es wurde eine quantitative Inhaltsanalyse von Printmedien durchgeführt, wobei Paragraphen als Analyseeinheit dienten, um Berichterstattungsformen, Sprecher, Frames und Issues zu kodieren.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die formale Darstellung, die Sprecheranalyse, die Frame-Analyse sowie die Untersuchung der spezifischen Themenlinien (Issues) der Risikodebatte in beiden Ländern.
Wichtige Begriffe sind Risikoberichterstattung, Schweinegrippe (H1N1), Medien-Frames, Wissenschaftskommunikation, Inhaltsanalyse und der Vergleich zwischen deutschen und französischen Qualitätszeitungen.
Die Untersuchung zeigt, dass in Frankreich die Kommunikation stark zentralisiert ist, während in Deutschland neben der Bundesebene auch die Länderebene und andere Akteure wie Krankenkassen in der Kommunikation präsenter sind.
Die Analyse zeigt, dass der „Orientierungs-Frame“ dominiert, was bedeutet, dass Medien das Thema primär als Aufklärungsthema behandeln und die Legitimität von Wissenschaft und Experten nur selten in Frage gestellt wird.
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