Examensarbeit, 2011
23 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Theorie des sozialen Vergleichs
2.1 Selbstkonzept und Selbstwertgefühl
2.2 Aufwärtsgerichteter und abwärtsgerichteter sozialer Vergleich
3 Sozialer Vergleich mit idealisierten Körperbildern
3.1 Motive des sozialen Vergleichs mit idealisierten Körperbildern
3.2 Mechanismen des sozialen Vergleichs mit idealisierten Körperbildern
3.3 Effekte des sozialen Vergleichs mit idealisierten Körperbildern
4 Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsförderung
4.1 Die Rolle des sozialen Vergleichs in der Intervention und Prävention
4.2 Die Veränderung externer Faktoren
5 Diskussion
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Exposition mit idealisierten Körperbildern in Massenmedien und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Das zentrale Ziel ist es, auf Basis der Theorie des sozialen Vergleichs von Festinger (1954) die psychologischen Motive, Mechanismen und gesundheitlichen Effekte dieses Phänomens zu analysieren und daraus Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
1 Einleitung
„Indem wir unsere Verhaltensweisen, unser körperliches Erscheinungsbild und andere Merkmale bewerten, bekommen wir eine Einstellung zu uns selbst und entwickeln ein Selbstwertgefühl, das entlang einer Dimension von positiv bis negativ variiert“ (Simon & Tröschel 2007, S.167). Bei der Bewertung unseres Selbst und dem daraus resultierenden individuellen Selbst-Konzept spielen soziale Vergleichsprozesse eine entscheidende Rolle.
Leon Festinger (1954) geht in seiner Theorie des sozialen Vergleichs (social comparison theory) davon aus, dass Menschen danach streben, sich selbst zu bewerten und dass sie dafür den Vergleich mit anderen suchen. Sie tun dies, um zu einer akkuraten Selbsteinschätzung zu gelangen, aber auch, um sich mit anderen verbunden zu fühlen, sich durch die herausragenden Leistungen anderer inspirieren zu lassen und um positive Gefühle im Bezug auf das eigene Selbst zu erfahren (Smith & Mackie 2000, S.107).
Das individuelle Körperbild kann als ein Teil dieses Selbst-Konzeptes verstanden werden und bildet sich über ähnliche innere Bewertungs- und Vergleichsprozesse heraus wie andere spezifische Bereiche des Selbst-Konzeptes, also etwa intellektuelle Fähigkeiten oder soziale Kompetenzen.
„Dabei beginnt der Weg in die Krankheit immer harmlos mit einem selbstkritischen Blick in den Spiegel.“ (Pudel 1997, S.167). Eine negative psychologische Folge des sozialen Vergleichs im Bezug auf den eigenen Körper und seine Erscheinung kann sich in einer daraus resultierenden Unzufriedenheit manifestieren. Denn fällt der Vergleich negativ aus, führt dies meist zu negativen Empfindungen. Dieser Zusammenhang konnte empirisch mehrfach gezeigt werden: Bei einem aufwärts gerichteten Vergleich, d.h. bei einem Vergleich mit „attraktiveren anderen“ nimmt bei Frauen und Männern die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper zu. Hier scheint der Umstand besonders problematisch, dass sich der Vergleich, den Frauen und Männer durchführen, um den eigenen Körper zu bewerten, meist nicht auf realistische andere Personen bezieht, sondern auf unrealistische Bilder aus den Massenmedien (Myers & Crowther, 2009, S.683).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Theorie des sozialen Vergleichs ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von idealisierten Medienbildern für die Entstehung von Körperbild-Unzufriedenheit.
2 Die Theorie des sozialen Vergleichs: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Selbstkonzepts und die Unterscheidung zwischen aufwärts- und abwärtsgerichteten sozialen Vergleichen.
3 Sozialer Vergleich mit idealisierten Körperbildern: Das Kapitel analysiert die spezifischen Motive, Mechanismen und negativen Effekte, die durch den Vergleich des eigenen Körpers mit medialen Idealen entstehen.
4 Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsförderung: Hier werden präventive Strategien diskutiert, die sowohl auf individueller Ebene durch Medienkompetenz als auch auf verhältnispräventiver Ebene durch Medienpolitik ansetzen.
5 Diskussion: Die Diskussion fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Rolle von Moderatoren bei der Verarbeitung von Vergleichsprozessen.
Sozialer Vergleich, Körperbild, Medienwirkung, Selbstkonzept, Selbstwertgefühl, aufwärtsgerichteter Vergleich, Internalisierung, Unzufriedenheit, Gesundheitspsychologie, Prävention, Massenmedien, Essstörungen, Körperideale, Vulnerabilität, Interventionsstudien.
Die Arbeit untersucht, warum Menschen dazu neigen, ihren eigenen Körper mit medialen Idealen zu vergleichen und welche negativen psychischen Folgen dies für ihr Wohlbefinden haben kann.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie des sozialen Vergleichs, die psychologische Bedeutung des Körperbildes sowie den schädlichen Einfluss unrealistischer Schönheitsideale aus den Medien.
Ziel ist es, das Phänomen der durch Medienbilder induzierten Körperunzufriedenheit theoretisch einzuordnen und fundierte Ansatzpunkte für Prävention und Gesundheitsförderung zu identifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsergebnissen und Studien der letzten Jahre.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Motive, die Mechanismen (wie Moderatoren und Verarbeitungsweisen) sowie die nachweisbaren negativen Effekte auf Gesundheit und Selbstwert.
Die wichtigsten Schlagworte sind Sozialer Vergleich, Körperbild, Medienwirkung, Selbstkonzept und Prävention.
Während bei Frauen oft das Gewicht als zentraler Vergleichspunkt dient, rückt bei Männern verstärkt die muskuläre Beschaffenheit in den Fokus, wobei beide Geschlechter zunehmend unter Druck durch unrealistische Ideale geraten.
Die Art und Weise, wie ein Individuum den Vergleich interpretiert, wirkt als Moderator: Eine assimilierende Interpretation (Fokus auf Gemeinsamkeiten) kann negative Auswirkungen teils abmildern, während eine kontrastierende Interpretation oft zu negativen Emotionen führt.
Die Arbeit legt nahe, dass der Prozess oft automatisch abläuft, aber durch bewusste kognitive Verarbeitung und Medienbildung sowie durch präventive Maßnahmen beeinflussbar ist.
Bei jüngeren Probanden ist das Selbstkonzept oft weniger stabil, wodurch sie anfälliger für den Einfluss von Peers und den unkritischen Konsum von Medieninhalten sind.
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