Magisterarbeit, 2011
187 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Brisanz der Thematik
2. Formen und Häufigkeiten
2.1 Definitionen
2.1.1 Familie
2.1.2 Institution
2.1.3 Entwicklungsgefährdung durch familiäre Gewalt
2.2 Datenquellen über familiäre Gewalt
2.2.1 Die KFN-Dunkelfelduntersuchung
2.3 Physische Misshandlung
2.3.1 Häufigkeit von physischer Misshandlung
2.4 Psychische Misshandlung
2.4.1 Häufigkeit von psychischer Misshandlung
2.5 Vernachlässigung
2.5.1 Häufigkeit von Vernachlässigung
2.6 Sexueller Missbrauch
2.6.1 Häufigkeit von sexuellem Missbrauch
2.7 Zeugenschaft von elterlicher Partnergewalt
2.8 Verkannte Arten von familiärer Gewalt
2.8.1 Geschwistergewalt
2.8.2 Kind-Eltern-Gewalt
2.9 Multiple Viktimisierung
3. Folgen von familiärer Gewalt
3.1 Risiko- und Schutzfaktoren für die Folgen von familiärer Gewalt
4. Risiko- und Schutzfaktoren von familiärer Gewalt
4.1 Risiko- und Schutzfaktoren für die Entstehung familiärer Gewalt
4.1.1 Verschiedene Einflussebenen von Risiko- und Schutzfaktoren
4.1.1.1 Merkmale der Eltern
4.1.1.1.1 Psychische Störungen und Persönlichkeitsmerkmale der Eltern
4.1.1.1.2 Eigene Gewalterfahrungen
4.1.1.2 Merkmale des Kindes
4.1.1.2.1 Demographische Merkmale
4.1.1.2.2 Physische Merkmale
4.1.1.2.3 Verhaltensprobleme
4.1.1.3 Merkmale des direkten sozialen Umfeldes
4.1.1.4 Kulturelle und gesellschaftliche Faktoren
4.1.1.5 Aspekte der Evolution
5. Ursachen familiärer Gewalt
5.1 Intergenerationale Weitergabe familiärer Gewalt
5.1.1 Theoretische Erklärungsansätze für die intergenerationale Weitergabe familiärer Gewalt
6. Prävention und Intervention von familiärer Gewalt
6.1 Begrifflichkeiten
6.2 Forderungen an die Präventionspraxis
6.2.1 Prävention sollte multimodal und individuell unterschiedlich angelegt sein
6.2.2 Prävention sollte möglichst früh ansetzen
6.2.3 Prävention bedarf der Schaffung und Existenz konstanter und positiver Beziehungen
6.2.4 Adressaten von Prävention
6.2.5 Partizipation und Empowerment
6.2.6 Vernetzung und Kooperation von Präventionsmaßnahmen
6.3 Unterscheidung der verschiedenen Handlungsbereiche von Präventionsmaßnahmen
6.3.1 Grundsätzliches zur Präventionspraxis familiärer Gewalt
6.3.2 Personenzentrierte Prävention
6.3.2.1 Prävention durch die direkte Arbeit mit Kindern
6.3.2.2 Präventionsarbeit mit familiären Tätern/Innen
6.3.3 Kontextorientierte Prävention
6.3.3.1 Familienzentrierte Prävention
6.3.3.1.1 Frühe Präventionshilfen
6.3.3.1.2 Ökologische Präventionsansätze
6.3.4 Außerfamiliäre Präventionsansätze in Kindergärten und Schulen
6.3.5 Prävention auf kommunaler Ebene
6.3.6 Prävention auf der Gesellschaftsebene
6.3.7 Prävention auf der Gesetzesebene
6.4 Wirksamkeit von Präventionsprogrammen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld der Familie als Institution der Entwicklungsförderung oder Entwicklungsgefährdung. Ziel ist es, das Ausmaß der Entwicklungsgefährdung durch familiäre Gewalt für junge Menschen in Deutschland zu evaluieren und Ansätze in Forschung und Praxis zur Minderung dieses Risikos aufzuzeigen.
1.1 Brisanz der Thematik
Die Brisanz des Themas familiäre Gewalt wird plausibel, wenn man sich vergegenwärtigt, dass hier nicht nur eine Fülle verschiedenster Ausübungsformen und Intensitäten möglich sind (s. Kap. 2.1), sondern dass diese wiederum von verschiedenen Familienmitgliedern ausgehen können. Verständlich ist dann auch, dass viele Wissenschaftler der Meinung sind, dass familiäre Gewalt die am weitesten verbreitete Gewaltform überhaupt darstelle. Hierzu gehören auch Pfeiffer et al. (1999, S. 4), die im Einklang mit nationalen und internationalen Forschungsbefunden die Behauptung aufstellen, dass die meiste Gewalt in und um die Familie erfahren und erlernt werde (vgl. Heitmeyer 1996, S. 25 ff.). Auch Cierpka (2005, S. 636) verweist darauf, dass innerfamiliäre Gewalt zu den wichtigsten Ursachen körperlicher und seelischer Verletzungen gehöre, was u. a. auch die Dringlichkeit von Fortschritten und Innovationen sowohl in der Erforschung der Folgen von Kindesmisshandlungen, als auch in der entsprechenden Präventions- und Therapiearbeit begründe. Sadler et al. (1999, S. 1016) gehen sogar soweit zu behaupten, dass Kindesmisshandlungen zehnmal häufiger aufträten, als alle Arten von Krebskrankheiten zusammen.
Allein bezogen auf Deutschland geht Engfer (2000, S. 27) nach Durchsicht der Ergebnisse verschiedener nationaler Studien zur physischen Eltern-Kind-Gewalt davon aus, dass ungefähr die Hälfte bis zwei Drittel aller Eltern ihre Kinder physisch bestrafen, während ca. 10-15 % in ihrem Sanktionsverhalten sogar schwerwiegende und relativ häufige Bestrafungen anwenden. Unter Berücksichtigung auch seltener bis leichter physischer Elterngewalt liegt der Prozentsatz der Eltern-Kind-Gewalt in Deutschland nach Pfeiffer und Wetzels (1997a, S. 23) sogar bei 70-80 %.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Bedeutung der Familie für die kindliche Entwicklung und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Gefahr von Entwicklungsgefährdung durch familiäre Gewalt sowie möglicher Präventionsansätze.
2. Formen und Häufigkeiten: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe und analysiert die Verbreitung sowie die Datenlage zu verschiedenen Formen familiärer Gewalt wie physischer, psychischer und sexueller Misshandlung sowie Vernachlässigung.
3. Folgen von familiärer Gewalt: Hier werden die kurz- und langfristigen Auswirkungen familiärer Gewalt auf die kindliche Entwicklung und die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren für diese Folgen erörtert.
4. Risiko- und Schutzfaktoren von familiärer Gewalt: Dieses Kapitel widmet sich den Faktoren, die die Entstehung familiärer Gewalt beeinflussen, und betrachtet dabei verschiedene Einflussebenen von individuellen Merkmalen bis hin zu gesellschaftlichen Kontexten.
5. Ursachen familiärer Gewalt: Der Fokus liegt hier auf theoretischen Erklärungsansätzen, insbesondere der intergenerationalen Weitergabe von Gewalt, um die Ursachen familiärer Gewalt zu ergründen.
6. Prävention und Intervention von familiärer Gewalt: Das Abschlusskapitel analysiert die Anforderungen an eine effektive Präventionspraxis, unterscheidet verschiedene Handlungsbereiche und evaluiert die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen.
Familiäre Gewalt, Kindesmisshandlung, Entwicklungsgefährdung, Prävention, Intervention, Risiko- und Schutzfaktoren, intergenerationale Weitergabe, Kindeswohl, Resilienz, Vernachlässigung, psychische Gewalt, physische Misshandlung, sexueller Missbrauch, Sozialisation.
Die Hausarbeit untersucht die Rolle der Familie als Ort, der einerseits entwicklungsförderlich sein sollte, andererseits jedoch ein erhebliches Risiko für Entwicklungsgefährdungen junger Menschen durch familiäre Gewalt darstellt.
Die Themenfelder umfassen die Definition und Häufigkeit verschiedener Gewaltformen, die Folgen für die Opfer, die Risiko- und Schutzfaktoren für das Entstehen dieser Gewalt sowie effektive Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Fragen, wie hoch die Gefahr der Entwicklungsgefährdung durch familiäre Gewalt in Deutschland ist und welche Forschungs- und Praxisansätze existieren, um diesem Risiko entgegenzuwirken.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse und Auswertung nationaler und internationaler Fachliteratur, Dunkelfelduntersuchungen sowie Evaluationsstudien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme von Gewaltformen und deren Häufigkeit, die Darstellung der Folgen für die Opfer, eine detaillierte Analyse der Entstehungsbedingungen (Risiko-/Schutzfaktoren) sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Präventions- und Interventionskonzepten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindeswohlgefährdung, Resilienz, intergenerationale Weitergabe, primäre und sekundäre Prävention sowie die verschiedenen Gewaltmodalitäten physisch, psychisch und sexuell charakterisiert.
Die Arbeit differenziert Präventionsansätze nach ihrer Zielsetzung (universell, selektiv, indiziert), ihrer Ausrichtung (personen- vs. kontextorientiert) sowie ihrer Spezifität gegenüber Gewaltformen.
Die Arbeit identifiziert diese Familien als Gruppe mit einem besonders dringlichen Handlungsbedarf, da sie aufgrund negativer Vorerfahrungen mit Hilfsinstitutionen schwer zu erreichen sind und daher spezielle, niedrigschwellige "Geh-Strukturen" benötigen.
Das Verbot wird als gesellschaftliches Leitbild analysiert, das zwar das Bewusstsein für gewaltfreie Erziehung geschärft hat, bei dem aber laut den zitierten Studien eine Lücke zwischen dem Kenntnisstand über das Verbot und einer tatsächlichen Veränderung im Erziehungsalltag gewaltbelasteter Familien besteht.
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