Bachelorarbeit, 2010
46 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Technikdefinition
1.1 Technik- und Technologiebegriff
1.2 Gegenwärtiges Technikverständnis
2 Technische Systemtheorie
2.1 Ursprünge des Systemdenkens
2.2 Entwicklung von technischen Systemtheorien
2.3 Systemtheorie als Zeichen eines neuen Umweltbewusstseins
3 Technische Systemtheorie nach Ropohl
3.1 Das Sachsystem als Kernstück der Systemtheorie
3.2 Die systematische Funktion eines Sachsystems
3.3 Die Funktionsklassifizierung eines Sachsystems
3.4 Überleitung von Ropohl zu Wolffgramm
4 Technische Systemtheorie nach Wolffgramm
4.1 Ordnungsfunktion in der Technologie
4.2 System der Bearbeitungsvorgänge
5 Vergleich beider Systemtheorien
5.1 Transport und Ortsänderung
5.2 Speicherung und Ortsänderung
5.3 Wandlung, Form- und Strukturänderung
5.4 Fazit
6 Die postindustrielle Informationsgesellschaft
6.1 Information und Medien
6.2 Informationsverarbeitung
6.3 Geltungsbereich technischer Systemtheorien in der Informationsgesellschaft
Die Forschungsarbeit analysiert und vergleicht die technischen Systemtheorien von Günter Ropohl und Horst Wolffgramm, um deren Anwendbarkeit und Validität für die Analyse der heutigen, von immateriellen Gütern geprägten Informationsgesellschaft zu prüfen.
3.1 Das Sachsystem als Kernstück der Systemtheorie
Nachdem in dem vorherigen Kapiteln die Begriffe der Technik, Technologie und Systemtheorie beschrieben wurden, wird in diesem Kapitel eine Begriffsbestimmung des ropohlschen Sachsystems als Kernstück seiner technischen Systemtheorie erfolgen.
Um technische Gebilde zu beschreiben, werden Ausdrücke wie Maschinen, Geräte oder Apparate verwendet. Diese Begriffe beschreiben jedoch immer nur einen Teil des technischen Gebildes. Die daraus resultierenden Erzeugnisse oder Endprodukte wie zum Beispiel Kleidungsstücke, Bauwerke und Fahrzeuge lassen sich damit nicht beschreiben. Auch der Begriff des Artefakts ist diesem Zusammenhang problematisch, da es zwar etwas künstlich Geschaffenes beschreibt, dabei jedoch das „Künstlerische“ betont. Eine industriell gefertigte Küchenmaschine ist zwar ein praktisches Hilfsmittel, aber noch lange keine Kunst. Am besten lässt sich die technische Hervorbringung mit dem Begriff einer „Sache“ beschreiben: Ein Gegenstand, welcher einen deterministischen Zweck erfüllt und deshalb eine Daseinsberechtigung besitzt.
In der Technik wird dem Begriff „Sache“ oft der des Systems zugeordnet. Ein System ist eine Struktur nach der bestimmte Objekte und deren Beziehungen organisiert werden. Im Falle der Technik ist es die planvolle Hervorbringung einer nutzenorientierten, künstlichen und gegenständlichen Sache. Daraus folgt als Oberbegriff technischer Hervorbringungen der zusammengesetzte Ausdruck des „Sachsystem“. Sachsysteme repräsentieren künstliche Gebilde, die aus natürlichen Ressourcen geschaffen werden, sich in einem Raum befinden und einer zeitlicher Abfolge unterworfen sind.
Einleitung: Vorstellung der technischen Systemtheorien nach Ropohl und Wolffgramm sowie die Problemstellung ihrer Anwendbarkeit in der Informationsgesellschaft.
1 Technikdefinition: Klärung der Begriffe Technik und Technologie sowie Darstellung der historischen Ursprünge und des modernen Technikverständnisses.
2 Technische Systemtheorie: Überblick über die Grundlagen und die vier entscheidenden Wurzeln des modernen Systemdenkens im 20. Jahrhundert.
3 Technische Systemtheorie nach Ropohl: Detailanalyse des Sachsystems als Kernstück der ropohlschen Theorie sowie Einführung der systematischen Funktionsklassen.
4 Technische Systemtheorie nach Wolffgramm: Beschreibung der Systemmatrix zur interdisziplinären Erfassung technischer Bearbeitungsvorgänge.
5 Vergleich beider Systemtheorien: Gegenüberstellung der Theorien von Ropohl und Wolffgramm zur Identifizierung von Gemeinsamkeiten und begrifflichen Unterschieden.
6 Die postindustrielle Informationsgesellschaft: Untersuchung des soziotechnischen Wandels und die Frage, inwieweit klassische Systemtheorien die moderne Informationsgesellschaft abbilden können.
Technische Systemtheorie, Günter Ropohl, Horst Wolffgramm, Sachsystem, Systematik, Informationsgesellschaft, Soziotechnik, Bearbeitungsvorgang, Technikverständnis, Information, Energie, Material, Systemdenken, Funktionsklasse, Wandlung
Die Arbeit untersucht und vergleicht die technischen Systemtheorien von Günter Ropohl (BRD) und Horst Wolffgramm (DDR) hinsichtlich ihrer Struktur und Anwendbarkeit.
Die Themen umfassen Technikphilosophie, Systemtheorie, die Struktur technischer Sachsysteme sowie den soziotechnischen Wandel zur Informationsgesellschaft.
Das Ziel ist zu klären, ob die klassischen technischen Systemtheorien aus der Industrieepoche für die heutige, von Informationstechnologien dominierte Gesellschaft noch ausreichen oder ob sie obsolet sind.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und einen komparativen Vergleich der beiden Theorieansätze von Ropohl und Wolffgramm.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Theorien, deren detaillierte Funktionsklassifizierungen (Wandlung, Transport, Speicherung) und deren anschließende vergleichende Bewertung.
Wichtige Begriffe sind technische Systemtheorie, Sachsystem, Informationsgesellschaft, Soziotechnik und die Systemmatrix der Bearbeitungsvorgänge.
Ropohl fokussiert stark auf das "Sachsystem" und das soziotechnische Handlungsfeld, während Wolffgramm ein mathematisch-logisches Ordnungssystem mit einer Systemmatrix zur Klassifizierung aller Bearbeitungsvorgänge entwirft.
Die Theorien basieren auf der materiellen Güterproduktion der 1970er Jahre, während in der Informationsgesellschaft immaterielle Güter und digitale Datenströme dominieren, die von den starren Systemmodellen nur teilweise erfasst werden.
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