Diplomarbeit, 2002
209 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
ZUR ORGANISATION DIESER DIPLOMARBEIT
1 EINLEITUNG
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. ZUSAMMENFASSUNG
3. DIE PROGNOSE DER DEMOGRAPHISCHEN ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND
3.1 Bestimmungsfaktoren der demographischen Entwicklung
3.1.1 Die Verhaltenskomponente
3.1.2 Die Strukturkomponente
3.2 Die bisherige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
3.3 Prognose der Demographischen Entwicklung
3.3.1 Die Prognose der gesamtdeutschen Entwicklung
3.3.2 Prognose der Bevölkerungsentwicklung in Ostdeutschland
3.3.3 Die Bevölkerungsentwicklung im weltweiten Vergleich
3.4 Einschätzung der Treffsicherheit von Bevölkerungsprognosen
3.5 Zusammenfassung
4. AUSWIRKUNGEN DER DEMOGRAPHISCHEN ENTWICKLUNG AUF DEN IMMOBILIENMARKT
4.1 Bestimmungsfaktoren der Nachfrageentwicklung
4.2 Die derzeitige Marktlage für Wohnimmobilien
4.2.1 Einschätzung der Angebotsseite
4.2.2 Einschätzung der Nachfrageseite
4.2.3 Räumliche Verteilung der Nachfrage
4.2.4 Bilanz
4.3 Prognose der Entwicklung des Immobilienmarktes
4.3.1 Prognose für Deutschland
4.3.2 Prognose für Ostdeutschland
4.4 Prognose der räumlichen Verteilung von Angebot und Nachfrage
4.4.1 Einschätzung der räumlichen Entwicklung in Deutschland
4.4.2 Einschätzung der räumlichen Entwicklung in Ostdeutschland
4.5 Konsequenzen der dargestellten Entwicklung für die Wohnungswirtschaft
4.6 Zusammenfassung
5. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER PRIVATEN IMMOBILIENWIRTSCHAFT IN SCHRUMPFENDEN RÄUMEN
5.1 Allgemein anerkannte Raum- und Stadtentwicklungsziele
5.1.1 Internationale und nationale Vereinbarungen zur Raum- und Stadtentwicklung
5.1.2 Stadtentwicklungsziele
5.1.3 Konflikt der Stadtentwicklungsziele mit den Interessen der Wohnungswirtschaft
5.2 Handlungsmöglichkeiten für die Immobilienwirtschaft
5.2.1 Aufwertung
5.2.2 Rückbau
5.2.3 Stillegung
5.2.4 Veräußerung
5.2.5 Umnutzung
5.3 Förderprogramme
5.3.1 EU-Strukturfonds und Gemeinschaftsinitiativen
5.3.2 Förderprogramme des Bundes
5.3.3 Förderprogramme der Länder
5.4 Auswirkungen der Handlungsoptionen auf den Immobilienmarkt
5.5 Zusammenfassung
6. EINSCHÄTZUNG DER VERMARKTBARKEIT VON WOHNIMMOBILIEN IN SCHRUMPFENDEN RÄUMEN
6.1 Wohnpräferenzen der Menschen
6.1.1 Wohnwünsche und Wohnbedürfnisse
6.1.2 Lebensstilgruppen
6.1.3 Bedeutung der Wohnpräferenzen für den Immobilienmarkt
6.2 Wohnqualität verschiedener Gebäude
6.2.1 Anforderungen an eine soziale Architektur
6.2.2 Geschossbauten
6.2.3 Flachbauten
6.2.4 Schlussfolgerungen
6.3 Prognose der Nachfrageverteilung
6.3.1 Flachbauten
6.3.2 Geschossbauten
6.3.3 Großsiedlungen
6.4 Ökologische Qualität verschiedener Wohnformen
6.4.1 Flächenverbrauch
6.4.2 Energieverbrauch
6.4.3 Verkehrserzeugung
6.5 Ökonomische Perspektive
6.5.1 Eigentumsbildung
6.5.2 Mietwohnungsmarkt
6.6 Schlussfolgerungen für die Vermarktbarkeit von Wohnimmobilien
6.7 Zusammenfassung
7. UNTERSUCHUNG DER RÜCKBAUOPTION IN GROßSIEDLUNGEN
7.1 Rückbaukosten
7.2 Neuerrichtung kleinteiliger Bebauung
7.3 Profitabilität verschiedener Handlungsoptionen
8. FAZIT: IN SCHRUMPFENDEN MÄRKTEN STELLT SICH DIE RÜCKBAUOPTION ALS SINNVOLLSTE HANDLUNGSMÖGLICHKEIT DAR
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf den Immobilienmarkt in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf schrumpfende Räume. Ziel ist es, unter Berücksichtigung zukünftiger Nachfrageentwicklungen und Wohnpräferenzen eine fundierte Empfehlung für die sinnvollste Handlungsoption für die Immobilienwirtschaft in solchen Gebieten abzuleiten.
1 Einleitung
Deutschland steht ein historisch einmaliges, nie da gewesenes Ereignis bevor: Die Bevölkerung wird langfristig schrumpfen.
Eine dauerhaft zurückgehende Bevölkerung in Verbindung mit einer Verschiebung des Verhältnisses alter und junger Menschen zugunsten der Alten hat extreme Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. In der öffentlichen Diskussion ist der drohende Zusammenbruch des umlagefinanzierten Rentensystems wohl am präsentesten. Aber auch die Auswirkungen auf die gebaute Infrastruktur sind nicht minder besorgniserregend. Die in der Vergangenheit geschaffenen Versorgungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen und Wohnimmobilien werden keine ausreichende Nachfrage mehr finden und fallen brach. In Regionen, in denen die natürliche Abnahme der Bevölkerung durch eine starke Abwanderung vor allem junger Menschen verstärkt wird, werden die Auswirkungen der Demographischen Entwicklung besonders deutlich hervortreten.
Schon heute gibt es in Teilen Deutschlands, vor allem in Ostdeutschland, schrumpfende Regionen. Sie sind gekennzeichnet von einer anhaltenden Abwanderung der Bevölkerung, welche die natürliche Abnahme der Bevölkerung noch verstärkt. Die Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs auf den Immobilienmarkt machen sich in Leerständen und massivem Rückbau von Wohnimmobilien bemerkbar. Gerade strukturschwache Regionen, deren künstlich erzeugte Industrien nach der Wende bankrott gingen, sind besonders stark von Leerständen betroffen.
Um durch die abnehmende Nachfrage, vor allem nach Wohnimmobilien, keinen größeren Schaden für die Städte und die Wohnungsunternehmen zu verursachen, muss frühzeitig an Handlungskonzepten gearbeitet werden. Dies ist in der Vergangenheit nicht in ausreichendem Maß geschehen, da heute viele ostdeutsche Städte und Wohnungsunternehmen vor dem Problem einer nachlassenden Nachfrage stehen. Die Bundesregierung hat vor dem Hintergrund 1Mio. leerstehender Wohnungen in Ostdeutschland das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ ins Leben gerufen, um die betroffenen Kommunen und Wohnungsunternehmen im erzwungenen Stadtumbauprozess finanziell zu unterstützen.
Die spannende Frage für die Zukunft lautet: Wie kann Leerstand verhindert werden und welche Wohnungsbestände sind auch in Zukunft vermarktbar?
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des langfristigen Bevölkerungsrückgangs in Deutschland und dessen Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und die Wohnungswirtschaft.
2. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassender Überblick über demographische Trends, deren Folgen für die Infrastruktur sowie mögliche Handlungsoptionen der Wohnungswirtschaft.
3. DIE PROGNOSE DER DEMOGRAPHISCHEN ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND: Analyse der Faktoren, die Bevölkerungsentwicklung und Alterung beeinflussen, sowie Darstellung verschiedener Bevölkerungsprognosen bis 2050.
4. AUSWIRKUNGEN DER DEMOGRAPHISCHEN ENTWICKLUNG AUF DEN IMMOBILIENMARKT: Untersuchung der Bestimmungsfaktoren für die Nachfrage nach Wohnimmobilien und Prognose der Marktentwicklung unter Berücksichtigung räumlicher Disparitäten.
5. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER PRIVATEN IMMOBILIENWIRTSCHAFT IN SCHRUMPFENDEN RÄUMEN: Erörterung stadtentwicklungszielkonformer Handlungsoptionen wie Aufwertung, Rückbau, Stillegung, Veräußerung und Umnutzung.
6. EINSCHÄTZUNG DER VERMARKTBARKEIT VON WOHNIMMOBILIEN IN SCHRUMPFENDEN RÄUMEN: Analyse von Wohnpräferenzen, Wohnqualität und ökologischen Aspekten zur Einschätzung der Vermarktbarkeit in schrumpfenden Regionen.
7. UNTERSUCHUNG DER RÜCKBAUOPTION IN GROßSIEDLUNGEN: Detaillierte Untersuchung der Kosten und der Profitabilität von Rückbaumaßnahmen speziell in Großwohnsiedlungen.
8. FAZIT: IN SCHRUMPFENDEN MÄRKTEN STELLT SICH DIE RÜCKBAUOPTION ALS SINNVOLLSTE HANDLUNGSMÖGLICHKEIT DAR: Abschließende Bewertung, dass Rückbau bei dauerhaftem Leerstand die strategisch sinnvollste Antwort auf die demographische Schrumpfung darstellt.
Demographische Entwicklung, schrumpfende Regionen, Immobilienmarkt, Wohnungsleerstand, Rückbau, Stadtumbau, Wohnungsnachfrage, Wohnpräferenzen, Wohnungswirtschaft, Großsiedlungen, Gebäudeaufwertung, Bevölkerungsabnahme, Mietwohnungsmarkt, Eigentumsbildung, Nachhaltigkeit
Die Diplomarbeit analysiert die Auswirkungen der demographischen Entwicklung (Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung) auf den Immobilienmarkt, besonders in wirtschaftlich schwachen und schrumpfenden Regionen Deutschlands.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Prognose der Bevölkerungsentwicklung, die daraus resultierende Nachfrage nach Wohnraum, die städtebauliche Qualität von Gebäuden und die Evaluierung strategischer Handlungsoptionen für die Immobilienwirtschaft.
Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Wohnungsunternehmen zu entwickeln, um in einem Umfeld sinkender Nachfrage ökonomisch nachhaltig agieren zu können, wobei der Rückbau als eine zentrale Option betrachtet wird.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Sekundärdaten, Bevölkerungsprognosen verschiedener Forschungsinstitute (wie BBR, BIB, empirica) sowie auf die Auswertung existierender Förderprogramme und stadtentwicklungsrelevanter Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die demographische Prognose, die Analyse der Immobilienmarktlage, die Diskussion spezifischer Handlungsoptionen (wie Rückbau oder Aufwertung) und eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Rückbauoptionen in Großsiedlungen.
Wichtige Begriffe sind: Demographische Entwicklung, Wohnungsleerstand, Rückbau, schrumpfende Räume, Immobilienwirtschaft, Wohnpräferenzen und Stadtumbau.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Rückbau in schrumpfenden Regionen meist nicht profitabel im klassischen Sinne ist, da die erzielbaren Bodenpreise die Kosten nicht decken. Er ist jedoch als schadensbegrenzende Strategie notwendig, um langfristige finanzielle Verluste durch Leerstand zu vermeiden.
Wohnpräferenzen sind entscheidend, da sie die Nachfrage steuern. Der Autor zeigt, dass der Wunsch nach Einfamilienhäusern und kleinteiligen Wohnformen dominiert, was insbesondere monotone Großsiedlungen mit Geschosswohnungsbau bei sinkender Bevölkerungszahl unter einen hohen Anpassungsdruck setzt.
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