Bachelorarbeit, 2006
75 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
3 Methode
4 Erhebung und Analyse empirischer Daten
4.1 Empirische Datenerhebung
4.2 Analyse der empirischen Daten
4.2.1 Formale Analyse
4.2.2 Inhaltliche Analyse
4.2.2.1 Kategorie „Beziehungen/Liebe“
4.2.2.2 Kategorie „Sexualität“
4.2.2.3 Kategorie „Beschimpfungen“
4.2.2.4 Kategorie „Lebensweisheiten“
4.2.2.5 Kategorie „Uni/Studium“
4.2.2.6 Kategorie „Religion“
4.2.2.7 Kategorie „Kommunikation“
4.2.2.8 Kategorie „Krankheiten“
4.2.2.9 Kategorie „Politik“
4.2.2.10 Kategorie „Sonstiges“
5 Auswertung von Interviews
6 Versuch der Modellbildung für Toilettenwandkommunikation
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Analyse der Kommunikation an den Wänden der Damentoiletten der Universität Bielefeld. Ziel ist es, die Inhalte, Funktionen und die Dynamik dieser spezifischen Kommunikationsform zu untersuchen und durch ein Modell zu erklären, warum Studierende dieses Medium für den Austausch von Problemen, Meinungen und Ratschlägen wählen.
4.2.2.2 Kategorie „Sexualität“
16,8% aller Sprüche an den Toilettenwänden fielen unter die Kategorie „Sexualität“. Hinzu kamen außerdem zwei Skizzen, einmal von einer nackten Frau, ein anderes Mal von einem nackten Männerkörper. Bei den Sprüchen handelte es sich in 24,5% der Aussagen um Äußerungen über Homosexualität. Bei den homosexuellen Aussagen handelte es sich fünfmal (41,7% aller homosexuellen Äußerungen) um eine Partnersuche zwecks sexuellen Austauschs. Auffällig hierbei war, dass auf den Damentoiletten des Fachbereichs Pädagogik/Philosophie/Psychologie viermal dieselbe Person nach sexuell gleichorientierten Partnerinnen suchte.
„Wer sucht süßes Lesben-Girl? Tel 881409, es lohnt sich! Im Ernst! Britta“
Aussagen derselben Adressatin waren außerdem noch an den Toilettenwänden der Räume T5-129, T5-158 und U5-129 zu finden, wobei letztgenannter Raum schon zum Fachbereich Soziologie gehört, der aber räumlich an den Bereich Pädagogik/Philosophie/Psychologie angrenzt. Dass Sprüche mit demselben Inhalt gezielt an mehreren Toiletten der Universität platziert wurden, war sonst nur noch in zwei anderen Fällen zu finden.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Kommunikation an den Toilettenwänden der Universität Bielefeld und deren Relevanz als Spiegel des studentischen Zeitgeschehens.
2 Theoretische Grundlagen: Einbettung der Toilettenwandkommunikation in das Modell eines Kommunikationssystems von Hans Strohner als organisationale und gleichzeitig interpersonale Mischform.
3 Methode: Beschreibung des quantitativen Forschungsansatzes durch Inhaltsanalyse der Sprüche sowie durchgeführte Interviews mit Studentinnen.
4 Erhebung und Analyse empirischer Daten: Detaillierte Auswertung des erhobenen Datenmaterials, unterteilt in formale Merkmale und verschiedene thematische Kategorien.
5 Auswertung von Interviews: Darstellung der Sichtweise der Rezipientinnen auf die Sprüche und deren Rolle als Informationsträger.
6 Versuch der Modellbildung für Toilettenwandkommunikation: Synthese der Ergebnisse in einem Kommunikationsmodell zur Erklärung der Motive (Information, Emotion, Interaktion) für das Schreiben an Toilettenwänden.
7 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich der Vielfalt der Themen und der Rolle der Rezipientinnen.
8 Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Webseiten.
Toilettenwandkommunikation, Klograffiti, Universität Bielefeld, organisationale Kommunikation, interpersonale Kommunikation, Inhaltsanalyse, empirische Datenerhebung, Studentenleben, Diskussionskultur, Anonymität, soziale Interaktion, Geschlechterrollen, Beziehungsratschläge, Kommunikation, Modellbildung.
Die Arbeit untersucht die Kommunikation an den Wänden von Damentoiletten an der Universität Bielefeld, um zu verstehen, welche Probleme und Meinungen dort ausgetauscht werden.
Die Themen sind vielfältig und reichen von Beziehungen und Sexualität über Studium, Religion und Beschimpfungen bis hin zu Lebensweisheiten und Politik.
Das Ziel ist es, die Inhalte und Funktionen dieser Kommunikation zu analysieren und ein Modell zu erstellen, das die Beweggründe der Autorinnen erklärt.
Es werden zwei quantitative Methoden angewandt: eine systematische Inhaltsanalyse der an den Wänden vorgefundenen Texte sowie eine ergänzende Befragung von Studentinnen in Form von Interviews.
Der Hauptteil analysiert das erhobene Datenmaterial in formaler Hinsicht sowie nach inhaltlichen Kategorien und beleuchtet die Motive der Informationsproduzentinnen.
Die Anonymität des Mediums Toilettenwand ist ein wesentlicher Faktor, der es den Studierenden ermöglicht, sich mitzuteilen, ohne sich persönlich als Verfasserin zu exponieren.
Zu den Hauptmotiven zählen die Suche nach Ratschlägen, das Bedürfnis nach Unterhaltung, die Bekämpfung von Langeweile und die Möglichkeit, anonym mit anderen in Kontakt zu treten.
Die Diskussionen zeigen, dass viele Sprüche nicht isoliert stehen, sondern einen interaktiven Austausch darstellen, der oft inhaltlich von den Rezipientinnen verfolgt und manchmal sogar mit Freunden besprochen wird.
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