Bachelorarbeit, 2011
34 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Modellgrundlagen
2.1 Das Zeitungsjungenproblem
2.2 Optimale Lösung bei zentraler Steuerung der Supply Chain
2.2.1 Allgemeine Herleitung
2.2.2 Zahlenbeispiel
3 Preisgestaltung bei dezentraler Steuerung der Supply Chain
3.1 Großhandelspreisvertrag
3.1.1 Allgemeine Herleitung
3.1.2 Zahlenbeispiel
3.1.3 Weiterführende Literatur
3.2 Rückkaufvertrag
3.2.1 Allgemeine Herleitung
3.2.2 Zahlenbeispiel
3.2.3 Weiterführende Literatur
3.3 Umsatzteilungsvertrag
3.3.1 Allgemeine Herleitung
3.3.2 Zahlenbeispiel
3.3.3 Weiterführende Literatur
3.4 Flexibilitätsvereinbarungen
3.4.1 Allgemeine Herleitung
3.4.2 Weiterführende Literatur
3.5 Weitere Vertragsformen
4 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie durch verschiedene Vertrags- und Preisgestaltungen eine dezentral gesteuerte Supply Chain koordiniert werden kann, um den Gewinn auf das Niveau einer zentral gesteuerten Supply Chain zu heben.
3.1.1 Allgemeine Herleitung
Der Großhandelspreisvertrag entspricht dem einfachen Modell des oben erläuterten Zeitungsjungenproblems. Zusätzlich zu den bereits in Kapitel 2 eingeführten Parametern wird nun der Großhandelspreis w in GE/ME, zu dem der Hersteller an den Händler verkauft, berücksichtigt (vgl. zu diesem Abschnitt Cachon 2001, S.10 ff., sowie Thonemann 2010, S. 474 ff.).
Der Hersteller wird w so wählen, dass sein Gewinn maximiert wird, wobei zuvor w(q) bestimmt werden muss. Dazu muss der Hersteller das Gewinnmaximierungskalkül einschließlich der optimalen Bestellmenge q des Händlers kennen. Die bereits im vorhergehenden Kapitel hergeleitete Gewinnfunktion (2.1) wird hierfür zu modifiziert, indem die Produktionskosten c durch den Großhandelspreis w ersetzt werden. Ebenso hängen die Über- und Unterbestandskosten co und cu des Händlers nun nicht mehr von den Produktionskosten des Herstellers ab. Die Optimalitätsbedingung (2.2) wird dementsprechend abgewandelt zu: q = F-1((p - w + l) / (p - w + l + w - v)) = F-1((p - w + l) / (p - v + l)) (3.4). Umgeformt nach w ergibt sich: w(q) = (p + l) - (p - v + l)F(q) (3.5).
Somit stellt sich das Gewinnmaximierungsproblem des Herstellers aus (3.2) wie folgt dar: πGHs(q) = ((p + l) - (p - v + l)F(q) - c)q (3.6). Dieser Ausdruck kann allerdings nicht vollständig nach q aufgelöst werden, sodass die weitere formale Analyse hier abgebrochen werden muss. Jedoch wird im folgenden Abschnitt anhand eines Zahlenbeispiels die aus Herstellersicht optimale Menge q und der damit verbundene Großhandelspreis w konkret errechnet, woraus ersichtlich wird, dass die Supply Chain durch einen Großhandelspreisvertrag i.d.R. nicht koordiniert wird. Dies kann durch einen Effekt, der als doppelte Marginalisierung bezeichnet wird, erklärt werden. Wenn beide Unternehmen den eigenen Gewinn maximieren wollen, setzen sie ihren eigenen Grenzerlös bzw. Verkaufspreis gleich ihren Grenzkosten. Diese Werte entsprechen jedoch nicht den Gesamtgrenzkosten bzw. Gesamtgrenzerlösen, sodass eine suboptimale Menge gewählt wird und ein Wohlfahrtsverlust entsteht.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Supply Chain Koordination ein und definiert das Ziel der Gewinnmaximierung durch geeignete Vertragsformen.
2 Modellgrundlagen: Es wird das Zeitungsjungenproblem als Basismodell vorgestellt und die optimale Lösung bei zentraler Steuerung hergeleitet.
3 Preisgestaltung bei dezentraler Steuerung der Supply Chain: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Vertragsformen wie Großhandelspreisverträge, Rückkaufverträge, Umsatzteilungen und Flexibilitätsvereinbarungen auf ihre Koordinationsfähigkeit.
4 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass koordinierende Verträge das Absatzrisiko zwischen den Parteien sinnvoll aufteilen müssen und vergleicht die Vor- und Nachteile der verschiedenen Instrumente.
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Die Arbeit befasst sich mit Methoden, um Supply Chains bei dezentraler Struktur so zu koordinieren, dass sie das gleiche Gewinnoptimum erreichen wie eine zentral gesteuerte Supply Chain.
Die zentralen Themen sind Preisgestaltung, Vertragsdesign, Risikoteilung zwischen Hersteller und Händler sowie die Analyse mathematischer Modelle zur Gewinnmaximierung.
Das primäre Ziel ist es, verschiedene Vertragsformen zu identifizieren und zu vergleichen, die in der Lage sind, eine dezentrale Supply Chain erfolgreich zu koordinieren.
Die Arbeit nutzt mathematische Modellierung und Optimierung, basierend auf dem Zeitungsjungenproblem, ergänzt durch die Analyse und Diskussion existierender wissenschaftlicher Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert spezifische Verträge wie den Großhandelspreisvertrag, Rückkaufverträge und Umsatzteilungsverträge sowie deren Eignung zur Koordination anhand von Herleitungen und numerischen Beispielen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Supply Chain Koordination, Vertragsgestaltung, Absatzrisiko und Supply-Chain-Effizienz charakterisiert.
Ein einfacher Großhandelspreisvertrag führt in der Regel zur sogenannten doppelten Marginalisierung, bei der beide Akteure separat ihren Gewinn maximieren, was in der Gesamtschau zu Wohlfahrtsverlusten führt.
Rückkaufverträge erlauben dem Händler die Rückgabe von Überbeständen gegen eine Gebühr, während Flexibilitätsvereinbarungen das Risiko durch Bandbreiten bei der Bestellmenge und Liefergarantien steuern.
Die SCE ist eine Kennzahl, die ausdrückt, wie nah der erzielte Gewinn eines dezentralen Vertragsmodells am optimalen Gewinn einer zentral gesteuerten Supply Chain liegt.
Es dient als mathematisches Basismodell, um stochastische Nachfrage und Bestandsrisiken abzubilden und die Auswirkungen von Vertragsanpassungen präzise messbar zu machen.
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