Diplomarbeit, 2009
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Marktsegmentierung im B2C-Bereich
2.1 Gegenstand der Marktsegmentierung
2.1.1 Begriff und Ziele der Marktsegmentierung
2.1.2 Aufgaben und Entscheidungstatbestände der Marktsegmentierung
2.2 Markterfassung
2.2.1 Anforderungen an Segmentierungskriterien
2.2.2 Basis-Segmentierungskriterien
2.2.3 Der Lifestyle-Ansatz als Weiterentwicklung des psychographischen Marktsegmentierungskriteriums
2.3 Die Marktbearbeitung
2.3.1 Auswahl von Zielsegmenten
2.3.2 Strategie der Marktbearbeitung
2.4 Zwischenergebnis I - Folgerungen für die weitere Bearbeitung
3. Segmentierungssituation in der Automobilbranche – am Beispiel der Sigma Milieus
3.1 Einführung – Soziale Milieus und das Sigma Institut
3.2 Modellstruktur
3.3 Das hedonistische Milieu als exemplarisches Beispiel
3.4 Bewertung der Sigma Milieus
3.5 Zwischenergebnis II – Folgerungen für die weitere Bearbeitung
4. Das Konstrukt Mobilitätssegmentierung als Perspektive der Weiterentwicklung der Sigma Milieus für die Automobilbranche
4.1 Grundlagen für das Modell
4.1.1 Feldtheorie von Lewin
4.1.2 Das Beispiel Umweltprämie
4.2 Kaufverhaltensmuster von Low-Involvement-Produkten (nach Riekhof)
4.3. Segmentierung für die Automobilbranche auf Basis eines zweidimensionalen Grundmodells
4.3.1 Grundannahmen
4.3.1 Dimension „Expressivität“
4.3.2 Dimension „Mobilität“
4.3.3 Zusammenführung der beiden Dimensionen und Typenbildung
4.4 Validierung der Ergebnisse durch Experteninterviews
5. Zusammenfassung und Diskussion der Arbeitsergebnisse
5.1 Zusammenfassung
5.2 Prüfung der Hypothesen
5.3 Nutzen des Modells für Marktsegmentierungszwecke
5.4 Bewertung des wissenschaftlichen Gehalts
5.5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung klassischer Segmentierungsansätze, insbesondere der Sigma-Milieus, für die Automobilbranche im Kontext eines veränderten Konsumentenverhaltens. Ziel ist die Entwicklung eines alternativen, situationsbezogenen Modells zur Marktsegmentierung, das den Anforderungen an moderne Mobilitätsbedürfnisse gerecht wird.
3.3 Das hedonistische Milieu als exemplarisches Beispiel
Bei Konsumenten dieses Milieus steht der Spaß am Einkaufen im Vordergrund. Hirschman und Holbrook bezeichnen dieses Merkmal als Konsum-Hedonismus und grenzen diesen folgendermaßen ab:
„Hedonistic consumption designates those facets of consumer behavior that relate to the multi-sensory, fantasy and emotive aspects of one’s experience with products”.
Erläuterung zum Milieuverständnis des Sigma-Instituts: Für Konsum-Hedonisten (sog. Freizeitshopper) stellt das Einkaufen einen festen Bestandteil der Freizeitaktivitäten dar. Es dient dem Genuss, der Unterhaltung, um auf unkonventionelle, abwechslungsreiche Art und Weise aus Alltagszwängen auszubrechen. Dabei verhalten sich solche Individuen schon einmal protestierend und provokant, was sich darin äußert, dass z.B. Normen, Konventionen und Verhaltenserwartungen der Gesellschaft vehement abgewiesen werden. So sind Ungebundenheit, Spontanität und Freiheit als Grundwerte dieses Milieus zu verstehen.
Dieser Konsum-Hedonismus lässt nicht zwingend auf einen hohen Bildungsstand schließen. Die Mitglieder sehnen sich vielmehr nach einem geregelten Einkommen und harmonischen Familienverhältnissen. Als Folge zeigt sich häufig Abneigung bzw. Abgrenzung gegenüber den sog. „Spießern“ und die Zugehörigkeit in dauerhaft expressiven Szenen (z.B. Subkulturen wie Rocker, Punker).
Dieses Milieu kennzeichnet sich durch ein exzessives Ausleben und Genießen des Lebens: Die finanziellen Einkünfte decken jedoch nicht immer die hohen Konsumansprüche, sodass diese bei der Bedürfnisbefriedigung gelegentlich überstiegen werden. Beschreibende Merkmale für dieses Milieu sind Coolness, Fun und Action, Abwechslung und starke Reize.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung in der Automobilbranche und Definition der zentralen Arbeitshypothesen.
2. Marktsegmentierung im B2C-Bereich: Theoretische Grundlagen der Marktsegmentierung und kritische Bewertung klassischer Kriterien.
3. Segmentierungssituation in der Automobilbranche – am Beispiel der Sigma Milieus: Analyse des Sigma-Ansatzes und dessen Grenzen bei der Abbildung modernen Konsumentenverhaltens.
4. Das Konstrukt Mobilitätssegmentierung als Perspektive der Weiterentwicklung der Sigma Milieus für die Automobilbranche: Herleitung und Entwicklung eines neuen zweidimensionalen Segmentierungsmodells basierend auf der Feldtheorie.
5. Zusammenfassung und Diskussion der Arbeitsergebnisse: Reflexion der Ergebnisse, Prüfung der Hypothesen und Bewertung des Nutzens des neuen Modells.
Marktsegmentierung, Sigma-Milieus, Automobilbranche, Kaufverhalten, Lebensstil, Feldtheorie, Lewin, Expressivität, Mobilität, situative Konsistenz, multioptionaler Konsument, Mobilitätsmanagement, Konsum-Hedonismus, Kundenorientierung, Marketingstrategie.
Die Arbeit analysiert, warum klassische Instrumente zur Marktsegmentierung in der Automobilbranche an ihre Grenzen stoßen und schlägt ein alternatives, dynamischeres Modell vor.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ansätzen der Marktsegmentierung, der Milieuforschung, verhaltenswissenschaftlichen Theorien zur Erklärung von Kaufentscheidungen sowie Mobilitätstrends.
Das Ziel ist die Entwicklung eines Segmentierungsansatzes für die Automobilbranche, der den modernen, situativen Anforderungen von Konsumenten besser gerecht wird als starre Milieu-Modelle.
Es werden eine theoretische Analyse sowie eine qualitative Validierung durch Experteninterviews durchgeführt, um die Plausibilität des neuen Modells zu überprüfen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Kritik an den Sigma-Milieus, der theoretischen Fundierung durch Lewins Feldtheorie und der Konstruktion des neuen zweidimensionalen Modells anhand der Dimensionen Expressivität und Mobilität.
Die wichtigsten Schlagworte sind Marktsegmentierung, Sigma-Milieus, Mobilitätssegmentierung, situatives Kaufverhalten und Automobilmarketing.
Der Autor kritisiert die Fokussierung auf zeitlich stabile Werte und soziale Schichten, da diese das situative, teils paradoxe Verhalten moderner Konsumenten nur unzureichend abbilden können.
Das Modell verzichtet auf statische Milieu-Zuordnungen und basiert stattdessen auf der situationsabhängigen Ausprägung von Expressivität und Mobilitätsbedürfnissen.
Expressivität beschreibt das Bedürfnis des Konsumenten, seine Persönlichkeit und seinen Status über das Automobil nach außen darzustellen, im Gegensatz zu rein funktionaler Nutzung.
Der urbane Kunde wird als zentraler zukünftiger Kaufverhaltenstyp identifiziert, für den Mobilitätsdienstleistungen und Funktionalität eine größere Rolle spielen als der reine Besitz eines Statussymbols.
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