Forschungsarbeit, 2011
43 Seiten
Vorwort
Kleine geschichtliche Ortskunde
Der geschichtliche Vorlauf
Die Konstruktionsmerkmale des hölzernen Austegs von 1852
Die eiserne Aubrücke
Das Konstruktionsprinzip
Die Konstruktionsbeschreibung der eisernen Brücke
Besonderheiten der Aubrücke
Der Lebenslauf der Brücke
Diese Arbeit dokumentiert den geschichtlichen Lebenslauf der Aubrücke im badischen Lichtental, von ihrem Ursprung als einfacher hölzerner Fußgängersteg bis hin zu ihrer komplexen Konstruktion unter Verwendung ausgedienter Eisenbahnschienen, und erforscht dabei die technischen Herausforderungen sowie die sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Brückenbaus im 19. Jahrhundert.
Die eiserne Aubrücke
In nur sechs Jahren war die doch recht massiv hergestellte Brücke von 1852, schon in einem so desolaten Zustand, dass sie für Fuhrwerke gesperrt werden musste. Am 20. Juni 1858 wurde öffentlich bekannt gemacht, dass der Austeg nicht mehr von Fuhrwerken befahren werden durfte. Es wurde festgestellt, dass die Holzbalken total morsch, faul und brüchig seien und die Brücke unbedingt einer Sanierung oder Neukonstruktion dringend bedürfe. Man errechnete, dass eine Summe von 295 Gulden zur Renovation aufgebracht werden müsste. Schuld an der schnellen Vergänglichkeit der Brücke war wahrscheinlich der Anstrich aus Öl. Die ständig mit Wasser umspülten Mittelpfeiler saugten sich trotz des Anstriches mit Wasser voll.
Die oben genannten Folgen waren abzusehen. Die Belastung durch die schweren Lastfuhrwerke und dem Fußverkehr setzten den angegriffenen Pfeilern zusätzlich zu. Mit Sicherheit haben die Holztransporte aus den umliegenden Wäldern allen Brücken, die überquert wurden, ebenfalls schwer zugesetzt. Lange Baumstämme wurden nicht mit Fuhrwerken abtransportiert, sondern sie wurden "geschleift". Die nassen, langen und zum Teil mehrere Tonnen schweren Holzstämme, wurden einzeln an ein oder zwei Pferde angehängt, die dann die Stämme über den noch unbefestigten Boden gezogen haben. Lag auf dem zu bewältigten Weg eine Brücke, wurde darauf keine Rücksicht genommen und auch sie überquert. Das Gewicht des Stammes verteilte sich nur auf ein paar Quadratzentimeter und riss durch das Schleifen tiefe Kerpen in den Boden. Dass hierbei auch die Brücken in Mitleidenschaft gezogen wurden, dürfte klar sein.
Vorwort: Der Verfasser erläutert die Entstehungsgeschichte des Buches, ausgehend von einem persönlichen Schienenfund und dem anschließenden Interesse an der Brückengeschichte.
Kleine geschichtliche Ortskunde: Ein geschichtlicher Überblick über den Ortsteil Lichtental und die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Großherzogtum Baden um 1850.
Der geschichtliche Vorlauf: Darstellung der administrativen und finanziellen Herausforderungen beim Bau des ursprünglichen Austegs und der ersten notwendigen Reparaturen.
Die Konstruktionsmerkmale des hölzernen Austegs von 1852: Detaillierte Beschreibung der einfachen Holzbalkenkonstruktion und der gemauerten Uferpfeiler, die als Antwort auf das Hochwasser von 1851 errichtet wurden.
Die eiserne Aubrücke: Untersuchung der baulichen Mängel der Holzbrücke, die zu der Entscheidung führten, eine neue Eisenkonstruktion unter Nutzung gebrauchter Schienen zu entwerfen.
Das Konstruktionsprinzip: Erläuterung des technischen Hintergrunds basierend auf dem Fairbairnschen Brückenprinzip und dessen Adaption durch die Gebrüder Benckiser.
Die Konstruktionsbeschreibung der eisernen Brücke: Technische Spezifikationen der Fachwerkträger und Kostenanalyse der Eisenkonstruktion.
Besonderheiten der Aubrücke: Analyse der ungewöhnlichen Verwendung von Brückenschienen der badischen Staatsbahn als tragendes Bauelement.
Der Lebenslauf der Brücke: Dokumentation der späteren Instandhaltungen, statischen Untersuchungen durch Ingenieur Kremp und der Entwicklung der Brücke bis zum heutigen Denkmalschutzstatus.
Aubrücke, Lichtental, Brückenschiene, Badische Staatsbahn, Eisenbau, Holzkonstruktion, 19. Jahrhundert, Ingenieurskunst, Denkmalschutz, Oos, Wasserbau, Infrastrukturgeschichte, Bautechnik, Baden-Baden, Historische Brücken.
Die Arbeit befasst sich mit der technischen und historischen Entwicklung der sogenannten Aubrücke in Lichtental, Baden-Baden, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bauweise und Instandhaltung im 19. und 20. Jahrhundert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Brückenbautechniken in Baden, der Geschichte der lokalen Infrastruktur sowie der wirtschaftlichen Bedeutung von Fremdenverkehr und Holztransporten für die Region.
Das Ziel ist es, den gesamten Lebenslauf der Brücke, von den ersten hölzernen Anfängen bis zur heutigen Bedeutung als geschütztes technisches Denkmal, anhand von Archivunterlagen und technischen Plänen nachzuzeichnen.
Der Autor stützt sich auf eine akribische Auswertung zeitgenössischer Quellen, darunter Frachtbriefe, Korrespondenz mit den Baubehörden, historische Karten und detaillierte statische Analysen aus den Archiven der Stadt Baden-Baden.
Der Hauptteil analysiert die statische Transformation der Brücke – vom hölzernen Austeg über die aufwändige Eisen-Holz-Konstruktion mit Schienen-Recycling bis hin zur heutigen, denkmalgeschützten Form.
Zu den prägenden Begriffen gehören Aubrücke, Brückenschiene, Fairbairnsches Brückenprinzip, Baudenkmal sowie die Historie der badischen Eisenbahnbauten.
Die Stabilität der 1859 errichteten Brücke beruhte auf dem Einsatz von zwei seitlichen Fachwerkträgern, bei denen ausgediente, äußerst steife Brückenschienen der Eisenbahn als Gurtmaterial fungierten.
Die historischen Brückenschienen erwiesen sich mit der Zeit als Gefahr, da sie bei den zunehmenden Belastungen unter Last zu knicken drohten, was einen Ersatz durch moderne T-Stahlträger unumgänglich machte.
Diese Schienen waren ein Nebenprodukt der Umspurung der badischen Staatseisenbahn und wurden aufgrund ihrer hohen Seitensteifigkeit günstig als Baumaterial für kleinere Brücken zweckentfremdet.
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