Bachelorarbeit, 2011
34 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Spezifische Eigenschaften von F&E-Projekten
2.1 Unsicherheiten
2.2 Unternehmerische Flexibilität während des F&E-Prozesses
3. Bewertung eines F&E-Projekts anhand des DCF-Ansatzes
3.1 Methodik
3.2 Probleme
4. Bewertung unter Verwendung des Realoptionsansatzes
4.1 Grundidee des Realoptionsansatzes
4.2 Inputvariablen
4.3 Binomialmodell
4.4 Black-Scholes Modell
4.5 Geske-Modell zur Bewertung von Compound Optionen
4.6 Einfluss mehrerer Realoptionen auf den Wert eines F&E-Projekts
5. Vergleich der dargestellten Bewertungsansätze
5.1 Beispiel: DCF-Ansatz vs. Binomialmodell
5.2 Beispiel: DCF-Ansatz vs. Black-Scholes Modell
6. Kritische Würdigung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob klassische Bewertungsverfahren wie der Discounted Cash Flow (DCF)-Ansatz geeignet sind, den Wert von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) adäquat abzubilden, und inwiefern der Realoptionsansatz eine bessere Entscheidungsgrundlage bietet, indem er die unternehmerische Flexibilität während der Projektlaufzeit explizit berücksichtigt.
2. Spezifische Eigenschaften von F&E-Projekten
Im Folgenden werden verschiedene Eigenschaften von F&E-Projekten dargestellt, aufgrund derer sich F&E-Projekte von anderen Investitionsprojekten unterscheiden. F&E-Projekte werden in verschiedene Phasen untergliedert. So wird beispielsweise die Entwicklung eines Impfstoffes häufig in fünf Phasen aufgeteilt: 1. Grundlagenforschung, 2. Ermittlung möglicher Impfstoffe und Untersuchung der Wirksamkeit in Tierversuchen, 3. Tests möglicher Impfstoffe an ausgewählten Personen, 4. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Testphase folgt der Ausbau der Produktion zur Erhöhung der Herstellungsmenge, 5. Markteinführung.
Die zeit- und kostenintensivste Phase stellt üblicherweise die Testphase dar. Der durch die Investition riskierte Betrag steigt mit jeder weiteren Phase des dargestellten Prozesses. In den beiden Phasen zu Beginn des F&E-Projektes ist das Unternehmen hauptsächlich dem finanziellen Risiko ausgesetzt, dass beispielsweise keine wirkungsvollen Impfstoffe gefunden werden und das Projekt mangels Erfolg abgebrochen wird. In der dritten Phase kommt mit den Tests des möglichen Impfstoffes an ausgewählten Personen zusätzlich noch das Risiko eines Imageschadens hinzu, falls bei den Tests nicht die erwünschten Ergebnisse erzielt werden.
Da die Investition in ein F&E-Projekt Kosten mit sich bringt, die nicht rückgängig gemacht werden können („Sunk Costs“), sind die meisten F&E-Projekte zumindest teilweise unumkehrbar, wodurch sie sensibel für die Auswirkungen von Unsicherheiten werden. Wenn sämtliche Kosten eines Projekts rückgängig gemacht werden könnten und somit keine „Sunk Costs“ vorliegen würden, müssten die mit einem F&E-Projekt verbundenen Unsicherheiten nicht in die Bewertungsüberlegungen miteinbezogen werden.
Der dargestellte phasenweise Aufbau eines F&E-Projektes bietet somit in jeder Phase verschiedene Risiken, aber auch Möglichkeiten, um auf neue Begebenheiten reagieren zu können.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Bewertung von F&E-Projekten heraus und erläutert die Defizite des klassischen DCF-Ansatzes bei der Abbildung unternehmerischer Flexibilität.
2. Spezifische Eigenschaften von F&E-Projekten: Dieses Kapitel erläutert den phasenweisen Aufbau von F&E-Projekten sowie die zentralen Unsicherheiten und die Bedeutung der unternehmerischen Flexibilität.
3. Bewertung eines F&E-Projekts anhand des DCF-Ansatzes: Es wird die Methodik des DCF-Ansatzes dargelegt und aufgezeigt, warum dieser bei der Bewertung von F&E-Projekten oft zu Fehlentscheidungen führt.
4. Bewertung unter Verwendung des Realoptionsansatzes: Die Grundlagen des Realoptionsansatzes werden erläutert und verschiedene Modelle wie das Binomial- oder Black-Scholes-Modell zur Bewertung der Projektflexibilität vorgestellt.
5. Vergleich der dargestellten Bewertungsansätze: Anhand zweier Praxisbeispiele wird verdeutlicht, wie die Einbeziehung von Realoptionen zu einer anderen Investitionsbewertung als bei der reinen DCF-Betrachtung führen kann.
6. Kritische Würdigung und Fazit: Das Fazit fasst die Vorteile des Realoptionsansatzes zusammen, mahnt aber gleichzeitig zu einem kritischen Umgang mit den zugrunde liegenden Schätzungen und Annahmen.
F&E-Projekte, Realoptionen, DCF-Ansatz, Investitionsbewertung, unternehmerische Flexibilität, Kapitalwert, Binomialmodell, Black-Scholes Modell, Compound Optionen, Investitionsrisiko, Unsicherheit, Projektbewertung, Entscheidungsbaum, Sunk Costs, Markteinführung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bewertung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) und der Frage, wie Unternehmen diese Investitionen unter Berücksichtigung von Risiken und Flexibilität optimal bewerten können.
Die Arbeit fokussiert sich auf den Vergleich zwischen der statischen Discounted Cash Flow (DCF)-Methodik und dem dynamischen Realoptionsansatz, der Handlungsspielräume des Managements quantifizierbar macht.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob der Realoptionsansatz eine bessere Entscheidungsgrundlage für F&E-Investitionen darstellt als der verbreitete DCF-Ansatz, insbesondere da F&E-Projekte oft in Phasen unterteilt sind und Flexibilität bieten.
Die Arbeit nutzt die Kapitalmarkttheorie und überträgt klassische Optionspreismodelle wie das Binomialmodell, das Black-Scholes-Modell und das Geske-Modell auf reale Investitionsvorhaben.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen DCF- und Realoptionsgrundlagen, die Erläuterung der spezifischen Bewertungsmodelle und die Anwendung dieser Methoden auf praxisorientierte Fallbeispiele.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem F&E-Projekte, Realoptionen, DCF-Ansatz, Investitionsrisiko sowie Begriffe wie Binomialmodell, Volatilität und strategische Flexibilität.
Der DCF-Ansatz betrachtet das Projekt meist statisch und unterschätzt den Wert des "Management-Handlungsspielraums". Er vernachlässigt die Möglichkeit, Projekte bei negativen Verläufen abzubrechen oder bei positiven Entwicklungen auszuweiten.
Sunk Costs sind Kosten, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Sie machen F&E-Projekte zumindest teilweise unumkehrbar und erhöhen damit die Sensibilität des Projekts gegenüber Unsicherheiten.
Eine Compound Option bezeichnet eine Option auf eine andere Option. Bei F&E-Projekten entspricht dies oft dem Durchlaufen mehrerer Phasen, bei denen nach jeder Phase entschieden wird, ob die nächste Stufe erreicht werden soll.
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