Examensarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Bewegung und Motorik
2.1 Begriffsklärung
2.2 Die motorische Entwicklung im frühen Schulkindalter
2.3 Bedeutung der Bewegung
2.4 Motorisches Lernen
3 Die Zielgruppe Schüler mit Körperbehinderung
3.1 Begriffsklärung
3.2 Sonderpädagogischer Förderbedarf bei motorischen Behinderungen
3.3 Pädagogische Möglichkeiten der Förderung
4 Geschichtlicher Abriss über die Entstehung des Gymnastik/Tanz-Unterrichts
4.1 Geschichte der Gymnastikbewegung
4.2 Geschichte des Tanzes aus pädagogischer Sichtweise
5 Lehren und Lernen
5.1 Lehren und Lernen an der Schule für Körperbehinderte
5.2 Lehren und Lernen im Gymnastik/Tanz-Unterricht
5.2.1 Die Situation des Tanzes im Primarbereich
5.2.2 Entwurf des schulinternen Lehrplanes im Fach Sport für den Grundschulbereich des Landesbildungszentrums für Körperbehinderte Halle
5.2.3 Ziele, Inhalte, Organisation, Methoden und Medien
5.2.4 Kompetenzen der Lehrkraft
5.2.5 Besonderheiten der Schülerschaft
6 Bedeutung und Möglichkeiten des Gymnastik/Tanz-Unterrichts für Schüler mit Körperbehinderung
6.1 Charakteristik des Tanzens für Schüler mit Körperbehinderung
6.2 Körpererfahrung
6.3 Materialerfahrung
6.4 Sozialerfahrung
7 Grundelemente des Tanzens
7.1 Körper
7.2 Raum
7.3 Zeit/Rhythmus
7.4 Kraft/Dynamik
7.5 Beziehung
8 Tänze
8.1 Hinführung zum Tanzen
8.2 Auswahl von Tänzen
8.3 Das Konzept `Kreativer Kindertanz´
Diese Arbeit zielt darauf ab, die pädagogischen Vorteile des Gymnastik/Tanz-Unterrichts für Schüler mit Körperbehinderung herauszustellen und die Möglichkeiten einer zielgerichteten Umsetzung in der Schulpraxis zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht, wie dieser Lehrbereich konkret zur Persönlichkeitsentwicklung, Bewegungsförderung und sozialen Integration beitragen kann.
6.2 Körpererfahrung
Von Anfang an hat der Mensch das Bedürfnis sich zu bewegen. Der Mensch lernt seinen eigenen Körper kennen. Die Kenntnis über den eigenen Körper und seine individuellen Bewegungsmöglichkeiten stellen den Antrieb für das Tanzen dar (vgl. FALLAK 1988, S.21).
Den eigenen Körper bewusst wahrnehmen, die Signale verstehen, die körperlichen Fähigkeiten und Reaktionen kennen und die körperlichen Möglichkeiten einschätzen, stellen das Ziel einer körperlich sinnlichen Erfahrung dar. Körpererfahrungen sind sowohl instrumentell, d.h. den eigenen Körper bei sensorischen und motorischen Anforderungen erfahren, als auch eigenständig, d.h. jeder erfährt sich selbst mit seinem Körper, bedeutsam (vgl. ZIMMER/CICURS 1987, S.62f.).
„Körpererfahrung: die Gesamtheit aller im Verlaufe der individuellen wie gesellschaftlichen Entwicklung erworbenen Erfahrungen mit dem eigenen Körper, sowohl kognitiv wie affektiv, bewusst wie unbewusst sein können“ (ebd., S.64).
Die Förderung und Ausprägung der Körpererfahrung stellt eine pädagogische Aufgabe dar, die vor allem im Gymnastik/Tanz-Unterricht verwirklicht werden kann. Der Aufbau des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens, aber auch Erfahrungen mit und über den Körper, sollten im Mittelpunkt stehen.
Dazu zählt z.B.:
das Erleben von Erschöpfung und Ermüdung
das Wahrnehmen der körperlichen Leistungsfähigkeit und ihrer Veränderung
das psycho-physische Befinden nach körperlicher Beanspruchung (Zufriedenheit, Entlastung, Unwohlsein)
das Erleben der körperlichen Grenzen (z.B. Ausdauer und Kraft)
das Erfahren von Anspannung und aktiver Entspannung
(vgl. ZIMMER/CICURS 1987, S.65)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Bewegung und des Tanzes ein und begründet die Relevanz der Arbeit für den Schulsport.
2 Bewegung und Motorik: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe der Motorik sowie deren Bedeutung und Entwicklung im frühen Schulkindalter dargelegt.
3 Die Zielgruppe Schüler mit Körperbehinderung: Hier wird die heterogene Gruppe der Schüler mit Körperbehinderung analysiert sowie deren sonderpädagogischer Förderbedarf definiert.
4 Geschichtlicher Abriss über die Entstehung des Gymnastik/Tanz-Unterrichts: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der Gymnastikbewegung und des Tanzes unter pädagogischen Aspekten.
5 Lehren und Lernen: Dieser Komplex beleuchtet die didaktischen Anforderungen, Ziele, Methoden und die Kompetenzen der Lehrkraft im Gymnastik/Tanz-Unterricht.
6 Bedeutung und Möglichkeiten des Gymnastik/Tanz-Unterrichts für Schüler mit Körperbehinderung: Dieses Kapitel verknüpft die tänzerische Arbeit mit den zentralen Erfahrungen der Körper-, Material- und Sozialwahrnehmung.
7 Grundelemente des Tanzens: Die zentralen Säulen des Tanzes – Körper, Raum, Zeit/Rhythmus, Kraft/Dynamik und Beziehung – werden hier theoretisch und praktisch erläutert.
8 Tänze: Abschließend werden praktische Möglichkeiten zur Hinführung, eine Auswahl an Tänzen und das Konzept des `Kreativen Kindertanzes´ vorgestellt.
Gymnastik, Tanz, Körperbehinderung, Sonderpädagogik, Sportunterricht, Motorik, Psychomotorik, Körpererfahrung, Materialerfahrung, Sozialerfahrung, Kreativer Kindertanz, Schulsport, Bewegungsförderung, Inklusion, Rhythmik.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Fundierung von Gymnastik- und Tanzangeboten im Sportunterricht für Schüler an Schulen für Körperbehinderte.
Die zentralen Felder umfassen die motorische Entwicklung, die spezifischen Bedürfnisse körperbehinderter Schüler, geschichtliche Aspekte der Tanzpädagogik sowie konkrete didaktisch-methodische Vorgehensweisen im Gymnastik/Tanz-Unterricht.
Das Ziel ist es, die pädagogischen Potenziale von Gymnastik und Tanz zur ganzheitlichen Förderung von Schülern mit Körperbehinderungen aufzuzeigen und Strategien für eine gelungene Unterrichtsplanung zu entwickeln.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Grundlagen aus der Sportpädagogik, Sonderpädagogik und Entwicklungspsychologie zusammenführt und in einen spezifischen schulischen Kontext überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen zu Motorik und Behinderung, eine historische Einordnung, die didaktische Aufbereitung (Ziele, Inhalte, Methoden) sowie die Analyse zentraler Tanz-Grundelemente und deren praktische Umsetzung im Unterricht.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gymnastik, Tanzpädagogik, Körperbehinderung, Psychomotorik und ganzheitliche Bewegungsförderung geprägt.
Der Rollstuhl wird im Tanz nicht als Hindernis, sondern als Mittel zur Fortbewegung verstanden, das den Schülern Mobilität und Ausdrucksmöglichkeiten erweitert, sofern eine entsprechende Fahrtechnik beherrscht wird.
Da allgemeine Lehrpläne für Regelschulen oft nicht ausreichen, wird die Notwendigkeit hervorgehoben, Kompetenzen individuell an die heterogenen Voraussetzungen der Schülerschaft am Landesbildungszentrum für Körperbehinderte anzupassen.
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