Diplomarbeit, 2011
151 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
1.1 Hintergründe zur Konzeption der Arbeit
1.2 Klärung zentraler Begriffe
1.2.1 Neue Musik
1.2.2 Klassik/klassische Musik und Kunstmusik
1.2.3 Popularmusik und Gebrauchsmusik
1.2.4 Musikvermittlung
1.3 Betrachtungen zur Musikvermittlung
1.3.1 Gründe für die Notwendigkeit von Musikvermittlung
1.3.2 Ziele der Musikvermittlung (Audience Development und Ästhetische Bildung)
1.3.3 Gründe für die Förderung und Vermittlung von klassischer Musik
1.3.4 Neue Musik als Objekt der Musikvermittlung
1.3.5 Gründe für die Förderung und Vermittlung von Neuer Musik
2. Entwicklung der konzertpädagogischen Ansätze und Methoden meines Vermittlungsprojektes
2.1 Leitziel des Projektes und Ausdifferenzierung in Ansätze
2.1.1 Erster Ansatz: Distanzabbau
2.1.2 Zweiter Ansatz: Erzeugung und Steigerung von Aufmerksamkeit
2.1.3 Dritter Ansatz: Zielgruppenorientierung
2.2 Zielgruppenanalyse
2.2.1 Entwicklungspsychologische Faktoren
2.2.2 Bedeutung des Bildungsniveaus
2.2.3 Motivation und Motive
2.2.4 Freizeitgestaltung
2.2.5 Markenverhalten
2.2.6 Kulturverhalten
2.3 Methoden
2.3.1 Variation der Form
2.3.2 Informationsvermittlung
2.3.3 Auratisierung
2.3.4 Auswahl der Kompositionen
2.3.5 Gezielter Einsatz visueller Reize
2.3.6 Publikumseinbindung
2.3.7 Verbindung mit anderen Stilistiken
2.3.8 Etablierung einer Marke – Corporate Identity und Corporate Design
2.4 Zusammenfassung
3. Konzeption und Durchführung des Konzertes
3.1 Zustandekommen und Vorstellung des Konzertprogramms
3.1.1 Gewinnung der Interpreten
3.1.2 Kurzbeschreibung der aufgeführten Werke
3.2 Marketing und Markenbildung
3.2.1 Corporate Identity des Projektes
3.2.2 Corporate Design des Projektes
3.3 Komponenten des Konzertes
3.3.1 Raumauswahl und Raumgestaltung
3.3.2 Audio-Collage zur Eröffnung (Opener)
3.3.3 Programminformationen
3.3.4 Video-Interviews
3.3.5 Moderator und Moderation
3.3.6 One
3.3.7 Abfilmen der Interpreten
3.3.8 Texteinblendung zu „Früher oder später“
3.3.9 Erklärung durch den Komponisten
3.3.10 Verabschiedung und Outro
3.4 Begründung der Programmanordnung
4. Evaluation des Konzertes
4.1 Auswahl der Evaluationsmethoden
4.2 Qualität in der Musikvermittlung
4.2.1 Qualitätskriterien und Bedingungen für Qualität
4.2.2 Strukturqualität, Prozessqualität, Produktqualität
4.3 Persönliche Beobachtungen des Musikvermittlers
4.3.1 Projektplanung und Vorbereitung
4.3.2 Erfahrungsbericht vom Konzert
4.4 Erstellung des Fragebogens
4.5 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
6. Quellenverzeichnis
6.1 Literatur
6.2 Internetquellen
6.3 Audioquellen
Diese Arbeit untersucht, wie ein konzertpädagogisches Vermittlungsprojekt für Jugendliche gestaltet sein muss, um Interesse für Neue Musik zu wecken, wobei die Annahme verfolgt wird, dass sich die Darbietungsform an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren sollte.
1.1 Hintergründe zur Konzeption der Arbeit
Jugendliche bringen klassischer Musik im Vergleich zu anderen Stilistiken nur geringes Interesse entgegen (vgl. Keuchel 2009, 86). Dies gilt besonders für so genannte Neue Musik, weil diese in der Alltagswelt junger Menschen entweder keinen wesentlichen Faktor darstellt oder sogar völlig unbekannt ist. Da die musikalische Sozialisation über die Medien vom popularmusikalischen Mainstream dominiert wird, entstehen immer seltener prägende Begegnungen mit klassischer Musik, welche zu einer Annäherung beitragen könnten. Im Fall der Neuen Musik wird diese Kluft durch ästhetische Diskrepanzen zu den Hörgewohnheiten des Publikums zusätzlich verbreitet: unsere musikalische Kulturlandschaft ist durch tradierte und etablierte Normen wie die Dur-/Moll-Tonalität und eine eher simple Rhythmik geprägt, wogegen die ungewohnten Klänge und Ausdrucksformen in der Neuen Musik vielfach verstoßen.
Hat sich also die Neue Musik von ihren Zuhörern entfremdet? Ist klassische Musik nicht mehr aktuell? Vieles spricht dafür, aber es gibt auch Punkte, die dies widerlegen: Die Inhalte von klassischen Opern, Liedern oder Orchesterwerken kreisen oftmals um universelle menschliche Gefühle oder Bedürfnisse. Gerade die Neue Musik setzt sich umfassend mit den Themen unserer Zeit auseinander. Innerhalb des Mainstream wird in Form von Covern, Remixes oder Samples regelmäßig auf einzelne Werke der Kunstmusik zurückgegriffen. Und schlussendlich gibt es trotz der Omnipräsenz der Popkultur nach wie vor junge Menschen, die klassische Musik präferieren. Dies zeigt meiner Ansicht nach, dass der Grund für das abnehmende Interesse an klassischer Musik teilweise auch in Faktoren abseits der Musik zu suchen ist. Stimmt man dieser Hypothese zu, lässt sich daraus aber auch ableiten, dass dem entgegen gewirkt werden kann.
Eine mögliche Umgangsweise mit dieser Annahme zeigt sich in der wachsenden Zahl musikalischer Vermittlungsprojekte. Über Workshops oder neue Konzertformen versuchen Musikvermittler, „Räume für ästhetische Erfahrungen“ (Wimmer 2010, 55) zu öffnen. Die Konzeption orientiert sich hierbei meist an den Teilnehmern bzw. am Publikum, um barrierefreie Berührungen zwischen Mensch und Musik zu ermöglichen.
1. Einleitung: Legt das Forschungsfeld dar und begründet die Relevanz der Musikvermittlung, speziell für Jugendliche und Neue Musik.
2. Entwicklung der konzertpädagogischen Ansätze und Methoden meines Vermittlungsprojektes: Definiert die theoretischen Ansätze (Distanzabbau, Aufmerksamkeit, Zielgruppenorientierung) und leitet daraus konkrete Methoden für das Konzertprojekt ab.
3. Konzeption und Durchführung des Konzertes: Dokumentiert die praktische Umsetzung, von der Auswahl der Interpreten bis hin zur Gestaltung der einzelnen Konzertkomponenten und der Dramaturgie.
4. Evaluation des Konzertes: Analysiert den Erfolg des Projektes durch eine schriftliche Befragung der Schüler und reflektiert die Qualität der eingesetzten Vermittlungsmethoden.
5. Fazit und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit der Ansätze, sowie Empfehlungen für zukünftige Projekte.
Neue Musik, Musikvermittlung, Konzertpädagogik, Jugendliche, Audience Development, Ästhetische Bildung, Konzertdramaturgie, Zielgruppenanalyse, Markenbildung, Corporate Identity, Partizipation, Mediennutzung, Kulturverhalten, Projektkonzeption, Evaluation.
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Konzeption, Erprobung und Reflexion konzertpädagogischer Ansätze, um bei Jugendlichen das Interesse für Neue Musik zu wecken.
Zentral sind die Musikvermittlung im Kontext von Neuer Musik, die Analyse der Lebenswelt und der Vorurteile von Jugendlichen gegenüber klassischer Musik sowie die Entwicklung neuer Konzertformate.
Ziel ist es, herauszufinden, wie ein konzertpädagogisches Projekt für Jugendliche beschaffen sein muss, um Barrieren abzubauen und die Rezeption von Neuer Musik zu fördern.
Es handelt sich um eine systematische Zusammenstellung und Weiterentwicklung didaktischer Überlegungen, die in einem praktischen Konzertprojekt erprobt und mittels einer schriftlichen Schülerbefragung evaluiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Ansätze, die Analyse der Zielgruppe (Gymnasiasten), die Ableitung von Methoden (Medieneinsatz, Publikumseinbindung) sowie die praktische Durchführung und anschließende Auswertung des Konzerts.
Neben Neuer Musik und Musikvermittlung sind Jugendkultur, Audience Development, Ästhetische Bildung und Konzertpädagogik entscheidende Begriffe.
Da Neue Musik in den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe verankert ist, bot dies einen idealen Anknüpfungspunkt für eine schulnahe Kooperation.
Durch den Einsatz visueller Medien, Video-Interviews zur Humanisierung der Interpreten, eine lockere Moderation und interaktive Elemente wurde versucht, den Distanz-Charakter traditioneller Konzerte aufzubrechen.
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