Bachelorarbeit, 2011
73 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Computereinsatz im Primarbereich der Förderschule für Lernen
1.1 Der Einsatz von Computern und Lernsoftware
1.2 Computer und Software im Mathematikunterricht
2. Schwierigkeiten für Schüler an der Förderschule
2.1 Problematik des Begriffs „Lernbehinderung“
2.2 Problembereiche im Mathematikunterricht
2.3 Problembereiche beim Computereinsatz
3. Auswahl des mathematischen Inhalts
3.1 Lehrplanbezug
3.2 Simultane und strukturierte Anzahlerfassung im Zahlenraum bis 10
3.2.1 Einzelnes Abzählen
3.2.2 Zählprinzipien
3.2.3 Anzahlerfassung
3.3 Automatisierendes Üben vs. entdeckendes Lernen
4. Analyse der ausgewählten Übung
4.1 Allgemeine Informationen zur Lernsoftware „Blitzrechnen 1/2"
4.2 Die Übung „Wie viele?“ (Teil 1)
5. Forschungsfragen
5.1 Methodische Überlegungen zur Erhebung der Daten
5.1.1 Auswahl der Übung
5.1.2 Lehrerinterview
5.1.3 Eingangsstandortbestimmung
5.1.4 Automatisierungsphase
5.1.5 Abschlussstandortbestimmung
5.1.6 Durchführung der Untersuchung
5.1.7 Dokumentation der Interviews
5.2 Methodische Überlegungen zur Auswertung der Daten
6. Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
6.1 Bildung der zentralen Auswertungskategorien
6.2 Darstellung und Auswertung der primären Forschungsfragen
6.2.1 Die Entwicklung der Rechengeschwindigkeit – Übersicht
6.2.2 Die Entwicklung der verwendeten Vorgehensweisen – Übersicht
6.2.3 Die Entwicklung der Rechengeschwindigkeit bzw. verwendeten Vorgehensweisen – Fallanalyse
6.3 Darstellung und Auswertung der sekundären Forschungsfragen
6.3.1 Programmbedienung
6.3.2 Motivation/Konzentration
6.3.3 Zwischenfazit
7. Fazit und Konsequenzen für den Einsatz im Unterricht
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz der Lernsoftware „Blitzrechnen 1/2“, speziell der Übung „Wie viele?“, an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Ziel ist es, die Qualität und Funktionalität dieser Software für die Zielgruppe zu evaluieren sowie Veränderungen im Lern- und Arbeitsverhalten und der Rechenentwicklung durch den computergestützten Unterricht zu dokumentieren.
3.2.1 Einzelnes Abzählen
„Der erste Zugang zum Zahlbegriff und zum elementaren Rechnen geschieht wohl immer durch das Zählen“ (ALP 2007, 171). Es sollten aber rechtzeitig Strukturen gefunden werden, um den Kindern das Rechnen mit größeren Mengen zu erleichtern. „Denn ab einer gewissen Stufe des Wissenserwerbs kann das Fehlen eines strukturalen Konzepts weitere Entwicklungen verhindern. Dies ist der Fall beim Hängenbleiben am zählenden Rechnen. Es ist, als würde man – statt zu gehen – nur auf einem Bein hüpfen“ (ebd.).
In einer Studie lassen Alibali und Di Russo (1999) 4 ½ jährige Kinder unter verschiedenen Voraussetzungen zählen. Beispielsweise sollen sie beim Auszählen der Objekte auf diese zeigen, diese berühren oder sie dürfen dabei keine Gestiken machen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder unter der Bedingung nicht gestikulieren zu dürfen die schlechtesten Leistungen erbringen. Folglich dient Kindern das Zeigen auf die zu zählenden Objekte als Hilfestellung für einen korrekten Zählprozess (vgl. Graham 1999).
Für die Entwicklung der Rechenfähigkeiten müssen Kinder jedoch über das einzelne Abzählen der Elemente unter Zuhilfenahme der Finger o.ä. hinwegkommen. Auch lernschwächere Kinder neigen später häufig noch dazu, Punktebilder einzeln abzuzählen (vgl. Knorr 2007, 7). Dieser Tatsache können verschiedene Ursachen zugrunde gelegt werden; beispielsweise fühlen sich die Kinder wohler, wenn sie auf das konventionelle – für sie vermutlich sichere – Zählen zurückgreifen (vgl. Scherer 2006, 21). Aus diesem Grund müssen „aus elementaren Zählstrategien zunehmend verfeinerte ökonomische Zählstrategien entwickelt werden“ (Kaufmann [u.a.] 2006, 32). Dazu ist es wichtig Kindern Zählprinzipien aufzuzeigen, damit sie später auf die angeeigneten Strukturen zurückgreifen können. Folglich müssen die Schüler immer wieder angeregt werden, Anzahlen „ohne zu zählen“ herauszufinden (vgl. Müller [u.a.] 2004, 7). Zum Beispiel kann man ihnen Strategien, wie das Weiterzählen statt „Alleszählen“ bewusst machen, um langfristig den Prozess des zählenden Rechnens abzulösen. Dies ist für das „denkende Rechnen“ von entscheidender Bedeutung und gleichzeitig wird ein Übergang zum einsichtsvollen Rechnen geschaffen (vgl. Kaufmann [u.a.] 2006, 32; Müller [u.a.] 2004, 3).
Einleitung: Einführung in die Thematik des Computereinsatzes an Förderschulen und Begründung der Untersuchung des Programms „Blitzrechnen 1/2“.
1. Computereinsatz im Primarbereich der Förderschule für Lernen: Historischer Wandel und gegenwärtige Situation des Medieneinsatzes sowie dessen Stellenwert im Mathematikunterricht.
2. Schwierigkeiten für Schüler an der Förderschule: Darstellung der Problematik von Lernbehinderungen sowie daraus resultierende Hürden in Mathematik und bei der Bedienung von Computern.
3. Auswahl des mathematischen Inhalts: Theoretische Grundlagen zur Anzahlerfassung, Zählprinzipien und die Bedeutung des automatisierenden Übens für die Zielgruppe.
4. Analyse der ausgewählten Übung: Vorstellung des Programms „Blitzrechnen 1/2“ und detaillierte mediendidaktische Untersuchung der Übung „Wie viele?“.
5. Forschungsfragen: Erläuterung des Studiendesigns, der Datenerhebungsmethoden (Interviews, Beobachtung, Fragebögen) und der Forschungsfragen.
6. Darstellung und Auswertung der Ergebnisse: Quantitative und qualitative Auswertung der erhobenen Daten inklusive Fallbeispielen zur Lernentwicklung der Schüler.
7. Fazit und Konsequenzen für den Einsatz im Unterricht: Zusammenfassende didaktische Empfehlungen für Lehrkräfte zur Gestaltung eines effektiven computergestützten Unterrichts.
Sonderpädagogischer Förderschwerpunkt Lernen, Blitzrechnen, Anzahlerfassung, Subitizing, Computergestützter Mathematikunterricht, Lernsoftware, Automatisierung, Lernbehinderung, Empirische Untersuchung, Vortest-Nachtest-Design, Lösungsstrategien, Grundschule, Förderschule, Didaktik, Medienkompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung der Lernsoftware „Blitzrechnen 1/2“ an einer Förderschule für den Förderschwerpunkt Lernen und evaluiert, wie diese den Lernprozess im Bereich der Anzahlerfassung beeinflusst.
Zentrale Themen sind der didaktisch sinnvolle Einsatz von Computern in der Förderschule, die Schwierigkeiten von Kindern mit Lernbehinderungen bei mathematischen Prozessen und die Theorie der strukturierten Anzahlerfassung.
Das Ziel ist die Überprüfung, ob und inwiefern der Einsatz der Übung „Wie viele?“ des Programms „Blitzrechnen 1/2“ eine positive Entwicklung des Lern- und Arbeitsverhaltens bei Förderschülern bewirken kann.
Die Studie nutzt ein Vortest-Nachtest-Design (Unterrichtsexperiment) und kombiniert qualitative Methoden wie halbstandardisierte Interviews und Videoanalysen mit quantitativen Datenauswertungen der Software.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kapitel 1-3), die Analyse der Software (Kapitel 4), die Methodik (Kapitel 5) und die detaillierte Darstellung der Ergebnisse sowie deren Auswertung (Kapitel 6).
Wichtige Begriffe sind „Strukturierte Anzahlerfassung“, „Lernbehinderung“, „Automatisierung“, „Blitzrechnen“ und die „Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen“.
Die Beobachtungen zeigen, dass Bedienungsunsicherheiten (z.B. bei der Tastatur oder Maus) den kognitiven Prozess stören und zu Frustration führen können, was das eigentliche Lernziel überlagert.
Die Zusatzoption erlaubt es, die Punktebilder länger stehen zu lassen. Während sie für manche Kinder eine hilfreiche Unterstützung zur Strukturierung darstellt, verleitet sie andere Schüler dazu, bei einfachen Aufgaben beim zählenden Rechnen zu verharren.
Die Arbeit empfiehlt, den Computer nicht unvorbereitet einzusetzen. Vorab müssen mathematische Grundlagen (Strukturierung) sowie technische Bedienfähigkeiten im Unterricht erarbeitet werden, um Überforderungen zu vermeiden.
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